• Spender gesucht: Wolfgang Joop unterstützt Tierheim bei Potsdam

Spender gesucht : Wolfgang Joop unterstützt Tierheim bei Potsdam

Der Bau des neuen Potsdamer Tierheims an der Michendorfer Chaussee schreitet voran. Dazu gibt es auch eine Förderung aus dem Rathaus und Unterstützung von Star-Designer Wolfgang Joop.

Wolfgang Joop ist Schirmherr des neuen Potsdamer Tierheims an der Michendorfer Chaussee.  
Wolfgang Joop ist Schirmherr des neuen Potsdamer Tierheims an der Michendorfer Chaussee.  Foto: Ottmar Winter / PNN

Potsdam - Wolfgang Joop ist ab sofort der offizielle Schirmherr für das neue Tierheim, das gerade am Rande der Stadt an der Michendorfer Chaussee gebaut wird. Am Freitag kam der prominente Designer zum Richtfest für die erste Tierherberge, in der künftig 20 Zimmer für Hunde, Katzen und Kleintiere zur Verfügung stehen sollen. Ihm sei es ein Bedürfnis, sich für das Tierheim zu engagieren – zumal Potsdam seit Jahren eben keine solche Einrichtung besessen habe, machte Joop bei mehreren Interviews vor Ort deutlich: „Es war furchtbar, dass es das nicht gab.“ Mit seiner Bekanntheit und seinem Netzwerk wolle er nun für den Bau und noch nötige Spenden werben, sagte der 74-Jährige.

Dankbar für die Unterstützung zeigte sich Günter Hein, Chef des Potsdamer Tierschutzvereins (TSV), der für den im Sommer begonnenen Bau verantwortlich ist. Man hoffe, dass man im nächsten Jahr irgendwann zwischen April und Juni die erste Tierherberge öffnen könne, sagte er vor Journalisten.

Vor Joop hatte schon Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) die Baustelle besucht. Dabei sicherte er die Unterstützung der Stadt für das Projekt zu – schon als Sozialdezernent hatte Schubert das zerrüttete Verhältnis zwischen TSV und Rathaus wieder befriedet. Der TSV hatte das frühere Tierheim am Wildpark bis Ende 2008 betrieben, dies hatte die Stadt damals gegen den Willen des Vereins schließen lassen. Es folgten jahrelange Querelen, bis der TSV das Tierheim-Grundstück von der Stadt erwerben konnte. Gleichzeitig wurde eine neue Vereinsführung gewählt. Dieser Neuanfang in der Zusammenarbeit habe funktioniert, bilanzierte Schubert – was auch Hein bestätigte: „Wir wollen dieses gute Verhältnis beibehalten.“ Schubert gab auch das „langfristige Ziel“ aus, die kommunale Pflichtaufgabe der Fund- und Verwahrtierbetreuung wieder nach Potsdam zu vergeben, also an den TSV. Derzeit werden herrenlose Tiere in Potsdam in ein Tierheim im 50 Kilometer entfernten Zossen gebracht.

Passende Handwerker-Firmen fehlen

Allerdings müsse sich der TSV um die Aufgabe der Tierbetreuung bei der Stadt bewerben, machte Schubert deutlich – wenn die Stadt diese Aufgabe wieder ausschreibt. Doch dafür müsse mehr als nur ein Gebäude auf dem Gelände saniert und hergerichtet werden, hieß es. Das ist nicht leicht, die einstigen Arbeiterunterkünfte auf dem Areal sind in einem schlechten Zustand. Für das erste Haus habe man die noch existierenden Wände hochgemauert und darüber eine mit Stahlbeton verstärkte Flachdachkonstruktion angebracht, hieß es bei einem Rundgang. Zudem wurden neue Wände eingezogen. Ein Problem sei, dass passende Handwerker-Firmen derzeit nur schwer zu finden seien, sagte Baukoordinator Matthias Rauer – was zu Verzögerungen führen könne. Der Projektentwickler kam auch durch die Vermittlung von Schubert zum Verein, beide kennen sich aus der SPD.

Zu tun ist noch viel: Die Ausstattung des neuen Tierheims muss noch angeschafft werden, zum Beispiel für die Tierarztzimmer. Bei der Stadt liegen noch 131 000 Euro bereit, die einst bei einer Kampagne für ein neues Tierheim gespendet wurden. Außerdem hatten die Stadtverordneten im Rahmen des Bürgerhaushalts eine Anschubfinanzierung von 150 000 Euro genehmigt. Das Geld muss der Verein noch abrufen – es soll für die Ertüchtigung eines weiteren Flachbaus verwendet werden. Die Pläne sind für Hein wichtig: „Vielen Tieren geht es nicht gut“, sagte er vor den mehr als 50 Besuchern des Richfestes. Darum wolle man sich kümmern. Im Gegenzug zur Hilfe aus dem Rathaus wolle man auch zur Verfügung stehen, „wenn die Stadt kurzfristig Tiere unterbringen muss“. Die „unerträglichen Zeiten“ des Streits seien vorüber. Angesichts dieser Zuversicht applaudierte am Ende der Richtfestreden nicht nur Wolfgang Joop.