• SPD-Kanzlerkandidat tritt zur Bundestagswahl in Potsdam an: Scholz mit überwältigendem Vorsprung Direktkandidat

SPD-Kanzlerkandidat tritt zur Bundestagswahl in Potsdam an : Scholz mit überwältigendem Vorsprung Direktkandidat

Der Bundesfinanzminister und Vizekanzler setzt sich auf der SPD-Wahlkreiskonferenz in Ludwigsfelde durch. Überraschend zogen zwei von vier Mitbewerbern ihre Kandidatur zurück.

Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerkandidat, freut sich auf der Wahlkreiskonferenz der Brandenburger SPD über die Wahl zum Direktkandidaten für den Wahlbezirk 061 zur Bundestagswahl. 
Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerkandidat, freut sich auf der Wahlkreiskonferenz der Brandenburger SPD über die Wahl zum...Foto: Britta Pedersen/dpa

Ludwigsfelde - Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bewirbt sich bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 um das Direktmandat im Wahlkreis 61 (Potsdam, Teile Potsdam-Mittelmarks und Teltow-Flämings). Bei der Wahlkreiskonferenz im Klubhaus von Ludwigsfelde setzte sich der Potsdamer am Freitagabend (30.10.) mit dem überwältigenden Ergebnis von 92 Ja-Stimmen klar gegen zwei Mitbewerber durch. Die Potsdamer Benedic Oliver Schmeil-Moore (5) und Justus von der Werth (1) blieben weit abgeschlagen hinter Scholz. 99 Stimmen wurden abgegeben, eine war ungültig.

"Klar, dass ich mich gegen den Kanzlerkandidaten nicht stellen werde"

Überraschend zogen Friederike Linke aus Kleinmachnow und der Potsdamer Alexander Lamprecht unmittelbar vor der Wahl ihre Kandidatur zurück. „Ich will, dass der nächste deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz heißt. Das geht nur, wenn wir ihn geschlossen als Direktkandidaten unterstützen”, rief Linke in den Saal. Auch Lamprecht zog seine Bewerbung zurück. Mit Scholz´ Nominierung sei für ihn klar gewesen, „dass ich mich gegen den Kanzlerkandidaten nicht stellen werde”. Er wolle ihm „keine Stimmen wegnehmen”, hatte er den PNN kurz zuvor gesagt.

Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerkandidat, spricht bei Wahlkreiskonferenz der Brandenburger SPD.
Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzlerkandidat, spricht bei Wahlkreiskonferenz der Brandenburger SPD.Foto: Britta Pedersen/dpa

Scholz trat mit kräftigem Rückenwind an. Bereits im August hatte die SPD-Bundesspitze den früheren Arbeitsminister und Hamburger Bürgermeister als Kanzlerkandidaten nominiert. Manche Genossen im Wahlkreis 61 störten sich daran, dass damit Scholz Chancen für eine Kandidatur für das Direktmandat gleichsam von oben befördert wurden, Widerstand machte sich in der Zahl von zunächst vier Mitbewerbern breit. Dann stampfte auch die brandenburgische Kulturministerin Manja Schüle (SPD) in ihrer Eröffnungsrede in Ludwigsfelde kräftig zugunsten des Genossen Finanzminister auf: „So einer muss, soll und kann Bundeskanzler.”

Drei prominente Direktkandidaten im Wahlkreis

Politische Beobachter hielten es ohnehin für so gut wie ausgeschlossen, dass die Parteibasis den Kanzlerkandidaten bei der Wahl mit einer Niederlage gegen bundesweit unbekannte Mitbewerber schwer beschädigen würde. 
Der Wahlkreis 61, den bei der Bundestagswahl 2017 die SPD-Kandidatin und heutige brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Manja Schüle in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Saskia Ludwig (CDU) gewonnen hatte, gehört auch wegen der Prominenz von drei Direktkandidaten zu den spannendsten unter den zehn im Land.

Gegen Scholz tritt die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock an, die Grünen-Kreisverbände des Wahlkreises hatten die Potsdamerin Ende September zur Direktkandidatin gewählt. Erwartet wird auch die Kandidatur der FDP-Bundestagsabgeordneten und Landesvorsitzenden Linda Teuteberg, die im September als Generalsekretärin der Liberalen abgelöst worden war. Für die CDU bewirbt sich die Bundestags- und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig erneut um das Direktmandat. 

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