Potsdam : Spät statt nie

Der Bürgerbahnhof soll nach aufwendiger Sanierung im Frühjahr eröffnet werden

Von Innen. Am maroden Bürgerbahnhof musste viel saniert werden.
Von Innen. Am maroden Bürgerbahnhof musste viel saniert werden.Foto: M.Thomas

Potsdam-West – Der ehemalige Bürgerbahnhof am Park Sanssouci soll im Frühjahr wiedereröffnet werden. Er gehe davon aus, dass die Sanierung im April oder Mai abgeschlossen sein werden, sagte der Investor Josef Laggner den PNN. Nur noch zwei Türen und die Inneneinrichtung fehlten noch, sagte er. Der Großteil der Arbeiten sei aber abgeschlossen.

Die Eröffnung musste schon mehrmals verschoben werden. Zunächst sollte der einzige noch erhaltene Bahnhof aus der Preußen-Zeit im Sommer 2011 eröffnet werden, dann wurde der Termin auf 2012 verschoben. Nun wird es also 2014. Die Sanierung des Fachwerkgebäudes aus dem Jahr 1869 erwies sich als aufwendiger als gedacht, fast die komplette Holzkonstruktion war von Schwamm befallen. „Wir mussten das ganze Gebäude einmal anheben und die Hölzer im Fundament austauschen“, sagt Laggner. Auch das Dach wurde erneuert.

Doch wenn der Bahnhof erst mal fertig ist, könnte er sich zur Goldgrube entwickeln. 10 000 Menschen, vor allem Studenten und Touristen, passieren ihn laut Laggner jeden Tag. Sie will er mit einem Geschäft mit Tabakwaren und Zeitungen sowie einem Blumenladen und einem Imbissstand anlocken. Zudem plant Laggner, der in Potsdam schon das Krongut Bornstedt betreibt und Ende des Monats eine Augustiner-Wirtschaft im Holländischen Viertel eröffnet, auch im Bürgerbahnhof ein Lokal. 80 Plätze im Inneren und einen Biergarten mit bis zu 500 Plätzen will er schaffen. Die Genehmigungen liegen laut Laggner bereits vor – nur das Gebäude muss noch fertig werden.

Dass der Bürgerbahnhof, der anders als der vis-à-vis gelegene Kaiserbahnhof öffentlich zugänglich bleibt, überhaupt noch steht, ist ein Glücksfall. Der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn persönlich hatte 2005 von den Stadt- und Landesoberen den Abriss des maroden Denkmals gefordert. Er war seinen Augen nicht repräsentativ genug für den gerade schmuck sanierten Kaiserbahnhof, der als Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bahn AG dient. wik