• Sonderausstellung "InsightFish" geplant: Endlich wieder eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum

Sonderausstellung "InsightFish" geplant : Endlich wieder eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum

Im Potsdamer Naturkundemuseum ist ab April die erste Sonderausstellung unter dem Titel "InsightFish" zu sehen. Für dieses Jahr plant das Museum außerdem umfangreiche Bauarbeiten.

Dr. Jobst Pfaender und Dr. Ina Pokorny haben am 1. Februar einen Jahresrückblick für 2018 gegeben und und die Pläne des Naturkundemuseums für das Jahr 2019 vorgestellt.
Dr. Jobst Pfaender und Dr. Ina Pokorny haben am 1. Februar einen Jahresrückblick für 2018 gegeben und und die Pläne des...Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Große Mäuler mit kräftigen Kiefern, gefolgt von unzähligen Gräten und alles in leuchtenden Farben wie Pink, Violett und Blau: Die Darstellung rückt die Ästhetik der komplexen Fisch-Anatomie in den Vordergrund. Ab dem 13. April zeigt das Potsdamer Naturkundemuseum in der Sonderausstellung „Insightfish“ die besonders präparierten Tiere: Fische, deren Inneres leuchtend von außen zu sehen ist. Seit mehreren Jahren habe es in dem Museum keine Sonderausstellung mehr gegeben, sagte Jobst Pfaender, Direktor des Naturkundemuseums, im Rahmen eines Pressegesprächs am Freitag. „Das wollen wir jetzt ändern.“

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund entstanden ist, soll Einblick in die Vielfalt der Fische und ihre faszinierenden und unterschiedlichen Erscheinungen gewähren. Das Ganze sei „eine Mischung aus Wissenschaft und Kunst“, erklärte Pfaender. Die Fischmorphologie mit Flossen, Giftstacheln, Schuppen und Zähnen wird anschaulich und ästhetisch auf 16 beleuchteten Tafeln in der zweiten Etage des Museums präsentiert. Damit die Fische durchsichtig werden und die Bestandteile besser zu sehen sind, wurden sie mit speziellen Färbemitteln und Alkohol bearbeitet, wie in der Ausstellungsbroschüre zu lesen ist.

Umfangreiche Baumaßnahmen

Pfaender gab am Freitag außerdem bekannt, dass dieses Jahr die umfangreichen Umgestaltungs- und Renovierungsarbeiten im Museum fortgeführt werden. Ziel sei es, bis 2025 alle Ausstellungsbereiche umzugestalten. Angefangen werde mit dem Umbau des Aquariums, Stück für Stück sollen alle Etagen einbezogen werden. Außerdem werden die letzten beiden Räume der Ausstellung „Tierwelt Brandenburgs“ fertiggestellt. Auch der Vogelsaal wird weiter umgebaut. Insgesamt sollen die Tierdarstellungen neu strukturiert werden, damit bestimmte Tiergruppen nicht getrennt von anderen präsentiert werden. „Wir wollen Lebensräume zeigen“, sagte der Museumsdirektor.

Die Umbauarbeiten sollen laut Pfaender während des laufenden Museumsbetriebs durchgeführt werden. Nur vom 5. bis zum 13. August, laut Pfaender ohnehin der besucherschwächste Monat, wird das Haus schließen. In dieser Zeit wird die Außenfassade des Museums renoviert und das Foyer mit Tresen und Museums-Shop umgestaltet. Im ersten Quartal des Jahres soll auch die bereits für das vergangene Jahr geplante Internetseite des Museums fertiggestellt werden, wie Anne Vierling, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, berichtete. Derzeit werde noch daran gearbeitet.

Pfaender zog am Freitag auch Bilanz des vergangenen Jahres. Zwar seien 74 Besucher weniger als im Vorjahr im Naturkundemuseum gewesen, mit einer Gesamtbesucherzahl von 26 143 im Jahr 2018 zeigte sich der Museumsdirektor aber zufrieden. „Die Zahl ist in Anbetracht des extremen Sommers ein sehr gutes Ergebnis für uns“, sagte er. In der Regel wirke sich eher schlechtes Wetter günstig auf Museumsbesuche aus.

Unter den Besuchern seien vor allem Kinder bis zwölf Jahre sowie Erwachsene. Die Besuchergruppe der Jugendlichen von 13 bis 18 Jahren sei bislang mit vier Prozent im Museum noch immer deutlich unterrepräsentiert, so Pfaender. Für eine bessere Wahrnehmung der museumspädagogischen Angebote hätte eine neue Broschüre für Schulen und Kitas gesorgt. Um neue museumspädagogische Programme zu entwickeln, fehlt noch immer eine weitere Stelle. „Wir sind in der Museumspädagogik stark unterbesetzt“, so Pfaender. Entsprechende Gespräche mit der Stadt würden inzwischen laufen.