• Soko Potsdam: Anwohner fürchten um Parkplätze durch Seriendreh

Soko Potsdam : Anwohner fürchten um Parkplätze durch Seriendreh

Der Potsdamer Ableger der ZDF-Krimiserie wird in Babelsberg gedreht. Anwohner sorgen sich um die Parkplatzsituation, die zuständige Filmfirma lud deshalb zum Vor-Ort-Gespräch.

Das ehemalige IHK-Gebäude in der Wichgrafstraße 2 soll in der Serie als Polizeipräsidium fungieren. 
Das ehemalige IHK-Gebäude in der Wichgrafstraße 2 soll in der Serie als Polizeipräsidium fungieren. Foto: Marion Kaufmann

Derzeit herrscht in Babelsberg wieder einmal Hochbetrieb: Die Vorbereitungen für die Dreharbeiten der dritten Staffel der ZDF-Serie Soko Potsdam haben bereits begonnen, am Montag beginnt der eigentliche Dreh. Deshalb hatte die Produktionsfirma Bantry Bay die Anwohner vom Weberplatz am Donnerstagnachmittag zu einem Vor-Ort-Gespräch eingeladen, ein Dutzend Interessierte kam der Einladung nach.

Treffpunkt war vor der Wichgrafstraße 2 im ehemaligen IHK-Gebäude, das in der Serie als neue Polizeiwache dienen soll. In einer Vorankündigung hieß es, es würde „temporäre Halteverbote sowie Intervallsperrungen rund um den Weberplatz“ geben. Gedreht wird bis Anfang Juli am Weberplatz in mehreren Blöcken von jeweils vier bis fünf Tagen, am Wochenende sollen keine Dreharbeiten stattfinden. Motivaufnahmeleiter Björn Breyer erklärte direkt zu Beginn des Treffens: „Wir wollen keinesfalls den kompletten Platz stundenlang sperren“. Vielmehr würde es möglichst kurze Sperrungen geben, die nicht länger als ein paar Minuten dauern sollten.

Beruhigung der Anwohner

„Wir versuchen, die Belastung durch die Dreharbeiten für die Anwohner so gering wie möglich zu halten“, so Breyer. Dafür ließe sich allerdings nicht verhindern, dass bestimmte Parkplätze freigehalten werden müssen, erklärte er – aus Gründen des Filmschnitts, aber auch aus logistischen Gründen. Kulissen und Technik müsse in der engen Straße angeliefert werden können. Den Anwohnern gegenüber will sich Bantry Bay aber kompromissbereit zeigen, so Breyer. Wer tagsüber Handwerker oder Lieferungen erwarte, sollten am besten kurzfristig Bescheid sagen.

Beim Vor-Ort-Termin war auch Ines Gündel, Mitarbeiterin der Straßenverkehrsbehörde. Sie kennt sich aus mit dem Filmgeschäft, bearbeitet im Potsdamer Rathaus Anfragen zu Straßensondernutzungen und Veranstaltungen. Bei Nachfragen oder Hinweise der Anwohner könnten diese sie jederzeit kontaktieren, sicherte sie zu.

Die Anwohner beunruhigte neben den Straßensperrungen vor allem die Parkplatzsituation. Bereits jetzt stehen mehrere Parkverbotsschilder gut sichtbar vor dem ehemaligen IHK-Haus. Von 7 Uhr früh bis 21 Uhr hat die Filmfirma den Parkplatz über die Straßenverkehrsbehörde beansprucht. Ein zweites Schild weist ein Parkverbot vom kommenden Montag bis Donnerstag von 7 Uhr früh bis Mitternacht aus, in der ersten Märzwoche gilt es von 15 bis 22 Uhr.

Gegen die "Privatisierung"

Ein Anwohner kritisierte hier die „Privatisierung der öffentlichen Parkplätze“. Er störe sich nicht am Dreh, gab er an, allerdings sei die ohnehin schwierige Parkplatzsituation in der Form nicht hinnehmbar. Im Hinterhof des IHK-Gebäudes gebe es hingegen noch freie Plätze. Gündel wolle den Hinweis des Anwohners aufnehmen und hier eine Lösung finden, sagte sie. Und sie sei auch für weitere Vorschläge offen.

Im Ernstfall, also bei extremen Lärm- oder Lichtbelästigungen, sei ohnehin eine Genehmigung des Umweltamtes einzuholen. Dreharbeiten in der Nacht seien bisher nicht vorgesehen, sagte auch Motivaufnahmeleiter Breyer. Durch den Drehstart in der Winterzeit könne man Aufnahmen im Dunklen auch am frühen Abend abdrehen. Er bat die Anwohner um Nachsicht: „Geben Sie uns eine Chance, uns für die Drehs im Haus einzurichten, dann geht alles viel schneller und reibungsloser." Auch die Verwaltungsmitarbeiterin Gündel zeigte sich positiv: „Die Stadt ist bemüht, den Anwohnern so wenig wie möglich Kummer wegen der Dreharbeiten zu machen. Aber Potsdam ist nun mal auch Filmstadt. Und wir freuen uns, wenn so eine Produktion hier stattfinden kann.“

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