• Softwarekonzern setzt auf Potsdam: SAP vergrößert sein Innovationszentrum am Jungfernsee

Softwarekonzern setzt auf Potsdam : SAP vergrößert sein Innovationszentrum am Jungfernsee

Vor drei Jahren eröffnete der Softwarekonzern SAP seinen Standort in Potsdam. Nun wächst die IT-Ideenschmiede weiter - zu einem Magneten für die Branche und Innovationen in der Region.

Der großzügig gestaltete Neubau mit Blick auf den Jungfernsee wurde am Donnerstag eröffnet. Innen bietet er variable Räume.
Der großzügig gestaltete Neubau mit Blick auf den Jungfernsee wurde am Donnerstag eröffnet. Innen bietet er variable Räume.Foto: A. Klaer

Potsdam - Ein Sprichwort besagt, dass Not erfinderisch mache. Beim SAP Innovationszentrum am Jungfernsee ist man anderer Meinung: Die Mitarbeiter sollen dort auf kreative Ideen für die Software-Entwicklung kommen, weil die Arbeitsbedingungen besonders gut sind. Und das Konzept wird konsequent durchgezogen. So findet sich in den tageslichtdurchfluteten Etagen mit den hohen Decken einiges, das man in herkömmlichen Büros nicht findet. Da baumeln Sitzschalen wie Schaukeln von den Decken, es gibt einen Kickertisch und eine Playstation. Was auf den ersten Blick als Spielerei anmutet, soll den Kopf der Mitarbeiter freimachen und sie zum Austausch anregen.

2. SAP-Gebäude in Potsdam eröffnet

Seit 2013 gibt es das SAP Innovationszentrum am Jungfernsee. Softwarelösungen werden hier zur Marktreife gebracht, bevor sie die Konzernmutter aus Walldorf in Baden-Württemberg übernimmt. Offenbar hat das Konzept Erfolg: Deutschlands größter Softwarekonzern SAP setzt nämlich weiter auf Potsdam. Am Jungfernsee wurde am Donnerstag das zweite Gebäude des SAP-Innovationszentrums eröffnet. Die Mitarbeiterzahl ist mittlerweile auf etwa 300 gewachsen – doppelt so viele wie ursprünglich. Die Erweiterung wurde deshalb dringend gebraucht. Dass es voll ist, war am Donnerstagmittag auch auf der Terrasse vor der Cafeteria mit Seeblick zu sehen.

4500 Quadratmeter Nutzfläche bietet nun der Neubau, der von der Nedlitzer Straße aus rechts neben dem ersten Gebäude steht. Potsdam ist damit neben Palo Alto in Kalifornien der größte der neun Standorte, an denen SAP neue Produkte entwickelt. In den drei oberen Stockwerken sind die Büroflächen offen gestaltet. Sie können mit verschiebbaren Wänden abgeteilt werden. Die Möbel sind auf Rollen montiert und können so immer wieder neu passend arrangiert werden. Es gibt mit Glaswänden abgeteilte Besprechungsräume. Dort sind die Tische so hoch, dass man sie sowohl im Stehen als auch im Sitzen auf etwas unbequemen Hockern benutzen kann: Das soll aufmerksamer machen. Das Gebäude wurde nach SAP-Angaben für seine ökologische, ökonomische und funktionale Qualität mit dem US-amerikanischen Gütesiegel Leed in Gold zertifiziert.

„Leuchtturm der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche in der Region"

Über die Investitionssumme für den Neubau hält man sich bei SAP bedeckt. Für den ersten SAP-Bau betrug sie nach damaligen Unternehmensangaben 17,5 Millionen Euro, das Land Brandenburg schoss 2,7 Millionen Euro zu. Brandenburgs Wirtschaftsminister feierte das Innovationszentrum am Donnerstag als „Leuchtturm der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche in unserer Region“. Er sei überzeugt, dass mit dem neuen Innovationszentrum Potsdams Magnetwirkung als erfolgreicher IT-Standort weiter wächst. In der gemeinsamen Innovationsstrategie mit Berlin sei der Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien, Medien und Kreativwirtschaft als ein Branchenschwerpunkt festgeschrieben. Das sogenannte Cluster umfasst in der Hauptstadtregion laut Gerber rund 47 800 Unternehmen mit etwa 245 000 Beschäftigten.

Weiter wachsen könnte der Standort künftig, wenn SAP-Gründer Hasso Plattner auf einer benachbarten Fläche wie angekündigt für sechs Millionen Euro ein Gründerzentrum errichten lässt.

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