• So feiert Deutschland in Potsdam die Einheit: Das Programm rund um die Einheits-Expo
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So feiert Deutschland in Potsdam die Einheit : Das Programm rund um die Einheits-Expo

Auf der Festmeile zum Flanieren feiern Potsdamer und Gäste mit Maske das Einheits-Jubiläum. Dort präsentieren sich alle Bundesländer. Doch es gibt noch mehr zu sehen - darunter auch bunten Protest. Ein Überblick.

Ein Mann und eine Frau machen vor einem schwarz-rot-goldenen Herz mit der Aufschrift "30 Jahre" ein Selfie mit Maske.
Ein Mann und eine Frau machen vor einem schwarz-rot-goldenen Herz mit der Aufschrift "30 Jahre" ein Selfie mit Maske.Foto: Christoph Söder/dpa

Potsdam - Von Festakt bis Festmeile: Potsdam hat trotz Corona-Pandemie am Einheits-Wochenende ein vielfältiges Programm zu bieten. Nach dem offiziellen Teil am Samstagvormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Peter und Paul-Kirche am Bassinplatz und dem Festakt in der Metropolishalle mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlagert sich die Feier nun und auch am Sonntag in die Innenstadt. Dort lockt die Einheits-Expo, zudem gibt es zahlreiche weitere Veranstaltungen. Besucher und Bewohner müssen allerdings am Samstag und Sonntag zur Verhinderung von Coronainfektionen in bestimmten Bereichen auch im Freien eine Maske tragen. Das hat die Landeshauptstadt Potsdam in Abstimmung mit dem Land verfügt. Hier der Programmüberblick:

  • Der Landtag öffnet am 3. und 4. Oktober jeweils ab 11 Uhr für das Publikum. Besucher können unter anderem den Plenarsaal und die Dachterrasse besichtigen und sich eine Fotoausstellung über bauliche Bezüge zwischen Landtag und früherem Stadtschloss anschauen. Geöffnet ist am Samstag bis 17 Uhr, am Sonntag bis 18 Uhr. Im Innenhof steht eine interaktive Installation des Künstlers Mikos Meininger zum Thema „Einheit, Vielfalt, Toleranz“. Jeweils zur vollen Stunde soll es am Fortunaportal kurze Konzerte geben, abends wird die Fassade illuminiert.
Eine Familie schaut sich die Trabi-Skulptur «Quo Vadis» des tschechischen Künstlers David Cerny an.
Eine Familie schaut sich die Trabi-Skulptur «Quo Vadis» des tschechischen Künstlers David Cerny an.Foto: Christoph Söder/dpa
  • Eine kritische Perspektive auf die Einheit will am Samstag ab 11 Uhr im Lustgarten das "Komitee für preußische Leichtigkeit" einnehmen. Bis 15 Uhr wird zum "#Wendedankfest - es ist Zeit für Dankbarkeit!" eingeladen. Man wolle der Potsdamer Stadtbevölkerung die Möglichkeit geben, "sich endlich öffentlich für die Deutsche Einheit und deren Kollateralfolgen zu bedanken", hieß es in der Einladung.
Protest gegen die Einheitsfeierlichkeiten beim "Wendedankfest".
Protest gegen die Einheitsfeierlichkeiten beim "Wendedankfest".Foto: Andreas Klaer
  • Ganz in der Nähe - am Baufeld des Turms der Garnisonkirche - werden am Samstag ab 14 Uhr die Zeitzeugen Thomas Wernicke, Katarina Witt und Barbara Kuster zu Wort kommen. "Neben dem Infostand der Fördergesellschaft sowie einem Dialogzelt, das die Möglichkeit zum Gespräch mit den beteiligten Künstler*innen bietet, wird auch für das kulinarische Wohl der Besucher*innen gesorgt sein", heißt es auf der Webseite der Wiederaufbaustiftung.
  • Bereits seit Freitagabend kann die Ausstellung  „Blickwinkel 1.0“ im Rohbau des Turmes der Garnisonkirche besichtigt werden. Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Manja Schüle (SPD) hat sie am Freitagabend eröffnet.  Initiatoren der Ausstellung ‘Blickwinkel 1.0 – Stadträume, Sichtachsen und Positionen‘ sind Lars Kaiser und Jeanne van Dijk, die im Rechenzentrum ihre Ateliers haben. Mehr als 40 Werke von 35 Künstlern und Künstlerinnen aus Potsdam und Umgebung werden auf drei Etagen des Rohbaus zu sehen sein. „Die drei Leitmotive der Ausstellung ‘Stadträume, Sichtachsen, Positionen‘ im Rohbau der Garnisonkirche stehen symbolisch für die brandenburgische Landeshauptstadt. Die kreativen und unkonventionellen Werke der mehr als 30 Künstler*innen lenken den Blick auf die kontroverse Geschichte des Ortes", sagte Schüle.
Das "Hausboot" aus Brandenburg auf dem Alten Markt. 
Das "Hausboot" aus Brandenburg auf dem Alten Markt. Foto: Peter Raddatz
  • Viele Bundesländer planen zum Feiertag an ihren und um ihre Cubes - also Ausstellungskästen - besondere Angebote. Sachsen will mit Musik und Tanz aufwarten, Bremen seine Stadtmusikanten-Darbietungen vervielfältigen und Berlin will einige Hertha-Spieler auflaufen lassen.

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  • Ist die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte? Haben wir in den „neuen“ Bundesländern „blühende Landschaften“, wie einst von Helmut Kohl prophezeit? Über diese Fragen diskutieren am Samstag ab 14 Uhr Lothar de Maizière (CDU), der letzte Ministerpräsident der DDR, Richard Schröder, ehemaliger Vorsitzender der SPD-Fraktion in der DDR-Volkskammer und Linda Teuteberg, FDP-Bundestagsabgeordnete. Es moderiert Jürgen Engert, Gründungsdirektor des ARD-Hauptstadtstudios. Der Eintritt zur Debatte im Treffpunkt Freizeit ist frei, eine Platzreservierung vorab möglich, aber nicht notwendig. Auch ein Livestream über Youtube auf dem Kanal des Vereins Deutsche Gesellschaft wird angeboten.
  • Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße lädt am Samstag von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zum Tag der offenen Tür ein. An diesem Tag wird auch die Wanderausstellung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU), „Feind ist, wer anders denkt“, eröffnet. Roland Jahn, Leiter der Behörde, führt ab 15 Uhr mit einem Gespräch mit der Historikerin Irmgard Zündorf in die Ausstellung ein. 
  • Geplant ist auch ein musikalisches Rahmenprogramm. Das Bundespolizeiorchester besteigt am Samstag um 15 Uhr eines der Schiffe der Weissen Flotte. Bis 17 Uhr gibt das 18 Musiker starke Orchester ein Havelkonzert. Im Belvedere auf dem Pfingstberg finden am Nachmittag zwei kostenlose Konzerte statt. Ab 14 Uhr spielt das Potsdamer Duo Morô Lieder und vertonte Gedichte. Ab 15.30 Uhr tritt das Consortium Duelli mit einer Mischung aus Barock- und Renaissancemusik mit Rock, Jazz und Funk auf.
  • Ab 19 Uhr erinnert die Aktion „Deutschland singt“ an die Friedliche Revolution – mit zehn Liedern, die in ganz Deutschland auf Marktplätzen oder auch auf dem heimischen Balkon mit einer Kerze in der Hand intoniert werden. Die Aktion, unterstützt von den Kirchen, aber auch von vielen Chören, soll ein Zeichen der Gemeinschaft setzen. Hunderte Gruppen und Chöre beteiligen sich, unter 3oktober.org findet sich eine Karte aller Orte, an denen gesungen wird. Übertragen wird die Aktion live auf die Bildschirmsäulen der Einheits-Expo in der Innenstadt.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit Mund-Nasen-Schutz patrouillieren auf dem Stadtplatz Neuer Lustgarten.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit Mund-Nasen-Schutz patrouillieren auf dem Stadtplatz Neuer Lustgarten.Foto: Christoph Söder/dpa
  • Einen Stream hat auch der SG Fanfarenzug Potsdam organisiert. Mit der „Einheits-Fanfare“ sollen um 20 Uhr über den Youtube-Kanal des Vereins Videos verschiedener Fanfaren aus Deutschland gezeigt werden, die sich mit Konzerten und Shows an dem Format beteiligt haben.
  • Am 4. Oktober klingt die Einheits-Expo aus. „An diesem Tag wollen wir danke sagen“, sagte Thomas Braune, Projektleiter bei der Staatskanzlei, den PNN. Die illuminierte Wasserfläche um den Brandenburg-Hausboot-Pavillon auf dem Alten Markt soll dann zu einer Bühne werden - mit kleineren Auftritten von Musikern und der Rückgabe von ausgeliehenen besonderen Stücken. Am Ende des Nachmittags holt sich Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel sein Gewinnerkanu ab und paddelt damit auf der Havel davon.

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Das Einheits-Herz im Stadtkanal.
Das Einheits-Herz im Stadtkanal.Foto: Peter Raddatz
  • Im Awo-Kulturhaus in Babelsberg ist eine Fotoausstellung zum Thema Aufbruch, Aufbruch, Mauerfall und Deutsche Einheit zu sehen. Betrachtet werden können unter anderem bisher unveröffentlichte Potsdam-Bilder aus den Jahren 1988 bis 1992 des Fotografen Klaus D. Fahlbusch. Der Eintritt ist frei, aber nur nach Voranmeldung unter Tel.: (0331) 7049264 möglich. Am 3. Oktober führt der Fotograf zwischen 13 und 15 Uhr persönlich durch die Ausstellung. 
  • Über drei Tage erstrecken sich die Konzerte des Europäischen Orgelfests in der Nikolaikirche. Organisten aus verschiedenen Ländern Europas sind zu Gast und spielen in sieben Konzerten vom 1. bis 3. Oktober. Der Eintritt ist frei, wer sich einen Platz sichern will, kann dies für fünf Euro unter www.konzerte-potsdam.de tun.
  • In Anspielung auf das Motto „Wir“ der Einheits-Expo läft die Ausstellung „Ihr“ im Kunstraum. Unter dem Motto „Sentimentalitäten in Deutschland" setzen sich 13 Künstler mit der Geschichte des Landes auseinander, darunter Tom Korn, Via Lewandowsky und Marc Brandenburg. Die Schau ist bis 1. November zu sehen.
Die Protestinitiative "Re:Kapitulation" positioniert sich auf dem Luisenplatz gegen die Einheitsfeierlichkeiten.
Die Protestinitiative "Re:Kapitulation" positioniert sich auf dem Luisenplatz gegen die Einheitsfeierlichkeiten.Foto: Christoph Söder/dpa
  • Ein Kongress gegen die Einheitsfeier findet drei Tage lang im Jugendkulturzentrum Freiland statt.  Der Kongress ist ausgebucht, unter https://www.re-kapitulation.org/ soll es aber einen Stream geben. 
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