• Skulpturen in Potsdam: Adler für den Landtag

Skulpturen in Potsdam : Adler für den Landtag

Die Adlergruppe des Stadtschlosses kehrt zurück nach Potsdam, die umstrittenen Attika-Figuren sollen restauriert werden.

Adler gesichtet. Die Figurengruppe, im Original aus Sandstein, kehrt Ende Mai auf die Marktseite des Fortunaportals zurück.
Adler gesichtet. Die Figurengruppe, im Original aus Sandstein, kehrt Ende Mai auf die Marktseite des Fortunaportals zurück.Foto: Verein Potsdamer Stadtschloss

Innenstadt - Ein Adler für das Landtagsschloss: 100 000 Euro hat die Restaurierung der rund fünf Meter hohen Adlergruppe aus Sandstein gekostet, die am 29. Mai zurück auf das Fortunaportal gesetzt wird. Sie sind ein Teil des Figurenensembles, das einst das Potsdamer Stadtschloss zierte. Früher befanden sich 76 Skulpturen auf dem Dach des Potsdamer Stadtschlosses, insgesamt 34 davon – jene an der Außenfassade – kommen oder sind bereits zurück. Im Innenhof soll das Dachgesims leer bleiben, das hatte Landtagsarchitekt Peter Kulka so verfügt.

Mit der Rückkehr der Adlergruppe, die derzeit in der Berliner Bildhauerwerkstatt Fabbrica den letzten Schliff erhält, kommt auch die Frage des Verbleibs um acht Attika-Figuren wieder auf, die bereits seit 50 Jahren auf dem Dach der Berliner Humboldt-Universität stehen. Zuvor standen sie jahrhundertelang auf dem Potsdamer Stadtschloss, bis es 1959/1960 gesprengt und abgetragen wurde. Danach gingen die unzerstörten Figuren als Dauerleihgabe nach Berlin. Um ihr Schicksal wird seit Jahren gestritten.

Rückkehr der Attika-Figuren nach Potsdam unwahrscheinlich

Die Humboldt-Uni will die Figuren in den kommenden Jahren restaurieren. Zuerst hatte die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) darüber berichtet. Einen genauen Zeitplan zur Restaurierung gebe es indes noch nicht, hieß es am Freitag von der Humboldt-Universität. Mit der Restaurierung der Figuren wird ihre Rückkehr nach Potsdam immer unwahrscheinlicher, befürchtet Hans-Joachim Kuke vom Verein Potsdamer Stadtschloss. „Dass die Figuren restauriert werden sollen, ist allerdings erfreulich“, betonte er am gestrigen Freitag. „Wie es dann für Potsdam weitergeht, hängt nicht an uns.“ Die Entscheidung über die Attika-Figuren werde auf politischer Ebene gefällt. Er wolle die Schärfe aus der Debatte nehmen. „In erster Linie wird so ein Stück Kulturgeschichte wiederhergestellt“, so Kuke. Das sei erstmal das, was zähle.

Hergeben wollen die Berliner die Figuren keinesfalls. „Die Attika-Figuren sollten nach Ansicht des Präsidiums auf dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität bleiben“, sagte Universitätssprecher Hans-Christoph Keller den PNN. An ihrem jetzigen Platz stünden sie seit 1975 gemeinsam mit dem Hauptgebäude der Uni unter Denkmalschutz.

40 000 Euro kostete die Restaurierung 

Die rechtliche Lage um die Figuren ist komplex: Zwar hat die Vorgängerin der Schlösserstiftung, die Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, die Figuren nach dem Abriss der Stadtschlossruine in den 1960er Jahren verliehen. Wirbel machte im April 2017 ein Antrag der Fraktion von Bürgerbündnis/FDP in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung, in dem es hieß, dass die Stadtverwaltung Eigentümerin der Figuren sei. Sie könne damit, so die Fraktion, den Leihvertrag auflösen. Das hatte die Verwaltung damals gegenüber den PNN zurückgewiesen. Seitdem hat sich an der Vereinbarung zwischen Schlösserstiftung und Humboldt-Uni nichts geändert.

Neben der Wiederaufstellung der Adlergruppe sollen außerdem die mythologischen Figuren der Ariadne und des Theseus auf das Stadtschloss zurückkehren. Eigentlich war ihre Aufstellung für den 2. Juni geplant, sagte Kuke. Wegen der technischen Voraussetzungen – unter anderem Fragen der Statik, der Installation von Blechabdeckungen und des Taubenschutzes – könne sich das nun aber nochmal verzögern. 40 000 Euro kostete die Restaurierung der einzelnen Figuren, bis zu 14 000 Euro kommen noch einmal für Kran und Gerüst hinzu. Letzteres muss der Verein aus eigenen Mitteln stemmen. „Am liebsten wäre es uns, wenn Ariadne und Theseus an einem Freitag oder Samstag aufgestellt werden“, sagt Kuke. Dann hätten alle Potsdamer die Möglichkeit zuzusehen, wie ein Stück Stadtgeschichte wieder zurück an seinen Platz findet.

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