• Serie „Prost, Potsdam!“: Wo Gin auf Tonic trifft

Serie „Prost, Potsdam!“ : Wo Gin auf Tonic trifft

In unserer Serie „Prost, Potsdam!“ testen wir Bars in der Stadt. Zum Auftakt: Bar 54. In der Bar 54 in der Hebbelstraße hat Inhaber Daniel Margraf eine kleine, gut ausgewählte Karte zusammengestellt. Die Spezialität: Longdrinks.

Gut Überlegt. Daniel Margraf war eigentlich nr auf der Suche nach Büroräumen, dann eröffnete er die Bar 54. Hier sollen Bargänger auf Künstler treffen. Auf der Karte stehen nur Getränke, die Margraf selbst getestet hat. Bei ihm werden Gin, gute Whiskys, Wein und "slow coffee" serviert und wer mag, kann Live-Konzerten lauschen.
Gut Überlegt. Daniel Margraf war eigentlich nr auf der Suche nach Büroräumen, dann eröffnete er die Bar 54. Hier sollen Bargänger...Foto: Ronny Budweth

Potsdam - Das Logo hat Daniel Margraf selbst entworfen: Weiße Schrift auf schwarzem Grund, die aus rund 25 Metern Schnur und Nägeln die Buchstaben formt. Hier an der beige gestrichenen Wand der Bar 54 in der Hebbelstraße vereint sich, was Margraf ausmacht. Der Modedesigner hatte eigentlich gemeinsam mit seiner Frau, die Make-up-Artistin ist, nach Büroräumen gesucht. Dabei stolperte das Paar über die denkmalgeschützten Räume im Holländischen Viertel. Und die Idee zu einem Café mit Bar, in der sich Kunst, Design und Musik vereinen, war geboren. Seit November hat die Bar 54 geöffnet. „Noch müssen wir auf uns aufmerksam machen“, erzählt Besitzer Margraf. Denn ein wenig ab vom Schuss sei man in der Hebbelstraße schon.

Margraf hat aus der alten Kneipe eine gemütliche Bar gemacht: Das Holz der alten Theke hat er aufgearbeitet, die alten Backsteine im Innern weiß gestrichen. Naturtöne dominieren den Raum, geradlinig sind die Möbel. In den Wandnischen stellt gerade die Künstlerin „Laflanela“ ihre schwarz-weiß Fotografien aus. Abends finden in der Bar 54 neben dem normalen Thekenbetrieb Lesungen und Live-Konzerte statt, derzeit werden außerdem die WM-Spiele auf der Terrasse im Innenhof und bei schlechtem Wetter drinnen gezeigt. Eine Symbiose soll es sein, erklärt Margraf: von seinem Publikum, Künstlern, die es vielleicht noch nicht in eine Galerie geschafft haben und jungen Musikern.

„Guter Kaffee ist wie ein guter Gin oder Wein“

44 Sitzplätze bietet die Bar, die man auch mieten kann. Spezialisiert hat sich die Bar auf Longdrinks: Hier gibt es eine feine und gut überlegte zusammengestellte Auswahl an Gin & Tonic, außerdem den Klassiker Cuba Libre und auch Aperol Spritz. Wer mag, bekommt hier auch einen guten Whisky vorgesetzt.

Die Preise für Gin & Tonic bewegen sich zwischen 7 Euro und 10,50. Serviert wird Monkey 47 aus dem Schwarzwald und Hendricks Gin aus Schottland mit Thomas Henry Tonic mit Gurke und Pfeffer oder frisch und kräuterig mit Zitrone und Rosmarin. Die Bar 54 bietet ihren Gästen keine Getränke-Überraschungen – will sie aber auch nicht. Inhaber Margraf setzt auf gute Qualität von Spirituosen und Wein. Er testet seine Getränke selbst – sein Geschmack entscheidet, was auf die Karte kommt. Wenn die Gäste sich einen bestimmten Drink wünschen, könnte er aber auch auf der Karte landen: „Wir hören genau hin“, betont er. Feststehen tut seine Karte keinesfalls.

Punkten will die Bar bei ihren Gästen abgesehen von den Getränken mit Live-Konzerten und mit ihrem Kaffee-Konzept. „Guter Kaffee ist wie ein guter Gin oder Wein“, sagt Margraf. In einer immer hektischer werdenden Gesellschaft wolle er zurück zum Konzept des „slow coffee“ – also bewusst und nachhaltig konsumieren. Deshalb kommen die Bohnen auch aus einer Rösterei in Potsdam, der Kaffee wird in Glastassen serviert, damit man sehen kann, was man trinkt. Und wer mal was anderes probieren mag, bestellt einfach einen Gin & Tonic Coffee: Bombay Sapphire Gin, Bad Liebenwerder Tonic und Kaffee auf Eis.

Bar 54, Hebbelstraße 54, dienstags bis donnerstags 17-23 Uhr, freitags bis samstags 17-1 Uhr. Veranstaltungen werden auf der Facebookseite der Bar angekündigt.

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