• Serie | Krisentagebuch: Claire Dörfer (43) wird nicht resignieren

Serie | Krisentagebuch : Claire Dörfer (43) wird nicht resignieren

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Das erzählen sie im Krisentagebuch der PNN. Heute berichtet Claire Dörfer (43). Sie lebt in der Nauener Vorstadt und arbeitet im Marketing der Kammerakademie.

Claire Dörfer.
Claire Dörfer.Foto: privat

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Wie kommen sie im neuen Alltag zurecht? Was bewegt sie - und was macht ihnen Freude? Wir führen ein Krisentagebuch und fragen nach, wie es den Menschen in unserer Stadt geht.

Wie sieht Ihr neuer Alltag aus?
Anfang Mai erhielten wir für unsere Kinder die Zusage für eine Notbetreuung. Ein halbwegs normaler Familienalltag kehrte ein. Dagegen waren die ersten Wochen nach dem Shutdown sehr anstrengend, denn mein Mann und ich versuchten im Schichtdienst zwei äußerst lebhafte Söhne zu Hause zu beschulen, zu verköstigen und bei Laune zu halten sowie unseren beruflichen Verpflichtungen nachzukommen. Ich war froh, dass ich täglich für ein paar Stunden in das Büro der Kammerakademie Potsdam fahren konnte. Dort arbeite ich nun meist mit ein, zwei Kollegen, die anderen acht sind im Home Office. Man könnte denken, da keine Konzerte stattfinden dürfen, gäbe es bei uns wenig zu tun. Das Gegenteil ist der Fall! Wir versuchen so viele Konzerte wie möglich zu verschieben, für geplante Live-Konzerte digitale Formate zu entwickeln sowie die Kommunikation mit unserem Publikum auf digitalen Kanälen wachzuhalten.

Was fällt Ihnen in der momentanen Situation am schwersten?
Nicht zu wissen, wie es weitergehen wird. Wann können wieder Veranstaltungen und Konzerte stattfinden und unter welchen Bedingungen? Ich hoffe, dass unsere Planungen der letzten Monate nicht umsonst waren und das Publikum ab September wieder unsere Konzerte sowie die Winteroper ohne große Einschränkungen besuchen kann. Privat stellen sich Fragen zum geplanten Sommerurlaub im Ausland oder wie wir den Geburtstag der Kinder feiern können.

Was ärgert Sie am meisten?
Ich verstehe die Menschen nicht, die hinter all den Coronamaßnahmen an eine mögliche Verschwörung glauben. Ungerecht finde ich, dass zahlreiche freischaffende Künstler – ohne die Kultur nicht existieren kann – keinen ausreichenden Ausgleich für die monatelangen Einnahmeausfälle erhalten. Das betrifft leider auch viele unserer Orchestermusiker.

Worüber haben Sie sich in den letzten Tagen gefreut?
Zum Muttertag bekam ich von meinem achtjährigen Sohn eine selbstgenähte Mund-Nasen-Schutzmaske und wir haben mit der Familie eine Paddeltour auf dem Griebnitzsee gemacht.

Ihr persönlicher Tipp zum Umgang mit der Krise?
Nicht resignieren und sich an den kleinen Dingen erfreuen. Es kommen wieder leichtere Zeiten. Bestimmt!

Sie möchten selbst mitmachen oder kennen jemanden, den wir für unser Krisentagebuch befragen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an [email protected], wir freuen uns über Ihre Nachrichten!

Alle Teile unserer Serie zum Nachlesen

Teil 1: Christian Neusser über kleine Freuden im Corona-Alltag

Teil 2: Bei Eszter Kalmár ist bisher alles entspannt

Teil 3: Jann Jakobs über nervige Ignoranten und Panikmacher

Teil 4: Jihan Alam nutzt die Zeit mit ihren Töchtern

Teil 5: Ute Parthum freut sich über Kulturangebote im Internet

Teil 6: Wolfgang Bivour ärgert sich über Hamsterkäufer

Teil 7: Uta Gerlant freut sich über Menschen mit Improvisationstalent

Teil 8: Susanne Halke (41) tut der Dank der Kunden gut

Teil 9: Julien Norman Melke (26) meistert den harten Alltag

Teil 10: Jenny Gartemann (32) hat endlich Zeit zum Planen

Teil 11: Christine Anlauff (49) entdeckt Park Sanssouci neu

Teil 12: Ariane Füchtner (53) setzt auf Hüpfen und Yoga

Teil 13: Sven Stricker (49) bleibt ruhig und freundlich

Teil 14: Susanne Fienhold Sheen (53) wünscht sich mehr Contenance

Teil 15: Matthias Michel (49) behält seinen Galgenhumor

Teil 16: Lydia Poppe (59) geht gegen Ängste vor

Teil 17: Gisela Rüdiger (72) beschäftigt sich viel im Garten

Teil 18: Mathias Selbach (43) wünscht sich Licht am Ende des Tunnels

Teil 19: Björn O. Wiede (58) fehlen die Proben mit dem Nikolaichor

Teil 20: Marie-Luise Glahr (48) hat gut zu tun

Teil 21: Renate Schmidt-Reichstein hört auf das Glockenläuten

Teil 22: Marcus Golter (54) freut sich über Selfies und Spargel

Teil 23: Mytran Xhyra (44) hofft, dass weniger gemeckert wird

Teil 24: Else Vösgen (92) fehlen Umarmungen

Teil 25: Simon Plate (33) blickt zum Himmel

Teil 26: Anna Tauschke (38) geht raus in die Natur

Teil 27: Jenne Baule-Prinz (53) hat eine Liste zum Freuen

Teil 28: Christoph Freytag (37) ärgert sich über Panikmache

Teil 29: Jan Kretzschmar (49) versucht Ruhe zu bewahren

Teil 30: Carolin Huke (33) engagiert sich vielseitig

Teil 31: Nadja von Saldern (53) übt sich in Selbstliebe

Teil 31: Julia Förster (26) kommen die Belange der Kinder zu kurz

Teil 32: Fabian Vallone ruft zu Unterstützung auf

Teil 33: Erich Benesch (57) radelt in Ruhe

Teil 34: Nina Gummich (28) hat ihre letzte Gage gespendet 

Teil 35: Andrea Peters (56) freut sich, wenn es wieder losgehen kann

Teil 36: Matthias Müller (56) ist im Tiefschlaf

Teil 37: Anne Braun (34) gestaltet den Balkon opulent

Teil 38: Christine Handke (53) fehlt die Mimik

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