• Serie | Krisentagebuch: Christoph Freytag (37) ärgert sich über Panikmache

Serie | Krisentagebuch : Christoph Freytag (37) ärgert sich über Panikmache

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Das erzählen sie im Krisentagebuch der PNN. Heute berichtet Christoph Freytag, Fotograf und Mediengestalter, der im Wohngebiet "Am Stern" lebt.

Christoph Freytag, Fotograf aus Potsdam
Christoph Freytag, Fotograf aus PotsdamFoto: privat

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Wie kommen sie im neuen Alltag zurecht? Was bewegt sie – und was macht ihnen Freude? Wir führen ein Krisentagebuch und fragen nach, wie es den Menschen in unserer Stadt geht.


Wie sieht Ihr neuer Alltag aus?
Soviel hat sich eigentlich gar nicht verändert. Als Fotograf und Mediengestalter kann ich vieles von zu Hause erledigen wie die Bildbearbeitung. Durch die Kontaktsperre und andere Maßnahmen wurde es aber sehr schwer, Fotoshootings durchzuführen. Viele Leute halten sich aktuell zurück, obwohl es im kleinen Rahmen möglich ist Bilder zu machen. Befreiend war das Gefühl bei einer Hochzeit am Samstag. Eine normale Trauung, nur das eben keine Gäste außer die Kinder dabei waren.

Was fällt Ihnen in der momentanen Situation am schwersten?
Es fehlt mir sehr, Freunde zu besuchen und mal unbeschwert direkt miteinander zu reden. Das kann man nur bedingt durch Telefonate oder Videokonferenzen ersetzen. Auch Netzwerktreffen, wo mich oft der Zufall mit interessanten Leuten zusammenführt, gibt es aktuell nicht. Den Austausch mit anderen Leuten finde ich enorm wichtig. Schade, dass das jetzt so leidet. Ich hoffe auf eine baldige Möglichkeit sich wieder treffen zu können.

Was ärgert Sie am meisten?
Am meisten ärgert mich die Maskenpflicht und die Panikmache einiger Medien. Die Maskenpflicht kam etwas spät. Ok, wir sind anscheinend durch den Shutdown glimpflich davongekommen bisher. Ärgerlich ist auch, dass aktuell nur der Impfstoff als Lösung genannt wird, wie ein heiliger Gral. Allerdings helfen Vitamin C, D und Zink dem Körper beispielsweise, eine Coronainfektion besser zu überstehen. Darüber wird aber zu selten berichtet. Damit könnten die Leute aktiv etwas für Ihre Gesundheitsvorsorge tun.

Worüber haben Sie sich in den letzten Tagen gefreut?
Sehr gefreut habe ich mich über die Ruhe der letzten Wochen. Es war fast schon wie ein Urlaub an einigen Tagen. Das schöne Wetter hat bisher viele Fahrradtouren ermöglicht. Auch in Werder oder Petzow war ich ab und zu unterwegs. Das war immer erholsam, da derzeit weniger Leute unterwegs sind. Toll ist auch der Zusammenhalt in der Familie, wir haben zum Beispiel zu Ostern gemeinsam Essen bestellt und sind spazieren gegangen.

Ihr persönlicher Tipp zum Umgang mit der Krise?
Auf jeden Fall nicht jeden Tag Coronanachrichten schauen. Diese Fülle an Informationen erzeugt nur Panik und Angst bei vielen. Natürlich sollte man die Epidemie ernstnehmen. Und die wirtschaftlichen Folgen sind ja auch real. Aber die Sorgen können einen auch krank machen, bevor das Virus einen überhaupt erwischt hat. Daher lieber den Fokus im Leben den schönen Dingen im Leben zuwenden, wo man Spaß hat und was bewegen kann. Zeit mit der Familie an der frischen Luft verbringen und einfach leben halte ich für sinnvoll.


Alle Teile unserer Serie zum Nachlesen

Teil 1: Christian Neusser (42) über kleine Freuden im Corona-Alltag

Teil 2: Bei Eszter Kalmár (44) ist bisher alles entspannt

Teil 3: Jann Jakobs (66) über nervige Ignoranten und Panikmacher

Teil 4: Jihan Alam (44) nutzt die Zeit mit ihren Töchtern

Teil 5: Ute Parthum (54) freut sich über Kulturangebote im Internet

Teil 6: Wolfgang Bivour (70) ärgert sich über Hamsterkäufer

Teil 7: Uta Gerlant (54) freut sich über Menschen mit Improvisationstalent

Teil 8: Susanne Halke (41) tut der Dank der Kunden gut

Teil 9: Julien Norman Melke (26) meistert den harten Alltag

Teil 10: Jenny Gartemann (32) hat endlich Zeit zum Planen

Teil 11: Christine Anlauff (49) entdeckt Park Sanssouci neu

Teil 12: Ariane Füchtner (53) setzt auf Hüpfen und Yoga

Teil 13: Sven Stricker (49) bleibt ruhig und freundlich

Teil 14: Susanne Fienhold Sheen (53) wünscht sich mehr Contenance

Teil 15: Matthias Michel (49) behält seinen Galgenhumor

Teil 16: Lydia Poppe (59) geht gegen Ängste vor

Teil 17: Gisela Rüdiger (72) beschäftigt sich viel im Garten

Teil 18: Mathias Selbach (43) wünscht sich Licht am Ende des Tunnels

Teil 19: Björn O. Wiede (58) fehlen die Proben mit dem Nikolaichor

Teil 20: Marie-Luise Glahr (48) hat gut zu tun

Teil 21: Renate Schmidt-Reichstein hört auf das Glockenläuten

Teil 22: Marcus Golter (54) freut sich über Selfies und Spargel

Teil 23: Mytran Xhyra (44) hofft, dass weniger gemeckert wird

Teil 24: Else Vösgen (92) fehlen Umarmungen

Teil 25: Simon Plate (33) blickt zum Himmel

Teil 26: Anna Tauschke (38) geht raus in die Natur

Teil 27: Jenne Baule-Prinz (53) hat eine Liste zum Freuen

Teil 28: Christoph Freytag (37) ärgert sich über Panikmache

Teil 29: Jan Kretzschmar (49) versucht Ruhe zu bewahren

Teil 30: Carolin Huke (33) engagiert sich vielseitig

Teil 31: Nadja von Saldern (53) übt sich in Selbstliebe

Teil 32: Julia Förster (26) kommen die Belange der Kinder zu kurz

Teil 33: Fabian Vallone (24) ruft zu Unterstützung auf

Teil 34: Erich Benesch (57) radelt in Ruhe

Teil 35: Nina Gummich (28) hat ihre letzte Gage gespendet 

Teil 36: Andrea Peters (56) freut sich, wenn es wieder losgehen kann

Teil 37: Matthias Müller (56) ist im Tiefschlaf

Teil 38: Anne Braun (34) gestaltet den Balkon opulent

Teil 39: Christine Handke (53) fehlt die Mimik

Teil 40: Claire Dörfer (43) wird nicht resignieren

Teil 41: Ludger Brands (63) steigt aufs Rennrad

Teil 42: Marianne Seibert (71) fehlt der Kontakt zu anderen Menschen

Teil 43: Thomas Drachenberg (57) bleibt gelassen

Teil 44: Jörg Schröder (60) freut sich über die kleinen Dinge des Lebens

Teil 45: Max Schäfer (17) empfiehlt, sich ein Projekt zu suchen

Teil 46: Annette Paul (49) will mehr lachen

Teil 47: Raimund Jennert (59) genießt die Pausen im Garten

Teil 48: Jaro Samuel Abraham (17) vermisst den politischen Protest

Teil 49: Antje Michel (46) simuliert ihren Arbeitsweg

Teil 50: Karin Junkel (69) bleibt gelassen

Teil 51: Werner Ruhnke (73) handelt tatkräftig

Teil 52: Herrmann A. Kremer (76) freut sich über die neue Atmosphäre

Teil 53: Daniel Vetter (39) genießt die kleinen Momente

Teil 54: Gunnar Belden (46) kann wieder mit den Kollegen Mittag essen

Teil 55: Matthias Noack (33) grüßt täglich das Murmeltier

Teil 56: Julia Ziemann (26) bringt die Tropenwelt ins Netz


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