• Seniorin aus Potsdam zahlte 54 000 Euro für Saft: Verbraucherschützer gehen gegen Saftwucher vor

Seniorin aus Potsdam zahlte 54 000 Euro für Saft : Verbraucherschützer gehen gegen Saftwucher vor

Verbraucherzentrale geht gegen Berliner Firma vor, die auch Potsdamer Kunden übervorteilt haben soll.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Potsdam - Nachdem eine ältere Dame aus Babelsberg für Saftlieferungen mehrere zehntausend Euro an eine zwielichtige Firma aus Berlin gezahlt hat, warnt die Verbraucherzentrale dringlich vor solchen windigen Haustürgeschäften. „Es ist wichtig, dass man von Vertretern vorgelegte Verträge nicht sofort unterzeichnet und bezahlt, sondern zunächst mit Angeboten im Handel vergleicht“, sagte die Rechtsreferentin in der Verbraucherzentrale Brandenburg, Sabine Fischer-Volk, am Donnerstag auf PNN-Nachfrage.

Wie berichtet hatte die ältere Dame mit der Berliner Firma Saftoase die Lieferung von Saft vereinbart, den PNN liegen diverse Rechnungen über jeweils mehrere Tausend Euro vor. Die Bezahlung sei bar erfolgt, hatte ein Helfer der Seniorin geschildert – insgesamt summiere sich der Verlust auf mehr als 54 000 Euro. Der Firmeninhaber hatte die Vorwürfe bestritten. Allerdings hatte die Verbraucherzentrale bereits vor einem Jahr vor den Methoden des Anbieters öffentlich gewarnt. So hatten auch damals schon mehrere Potsdamer überteuerte Verträge zur Lieferung von Obstsäften unterzeichnet.

Haustürgeschäfte bei hochbetagten Menschen als Wuchermasche

Als sie sich danach von den teuren Verträgen lösen wollten, warteten sie vergeblich auf eine Kaufpreisrückzahlung, berichtete Fischer-Volk: „Denn die Briefe konnten wegen falscher Adressangaben in der Widerrufsbelehrung nicht zugestellt werden.“ Damals riet man, die Widerrufe an die im Handelsregister angegebene Adresse zu schicken. Bei solchen Problemen könne die Verbraucherzentrale helfen, so die Referentin: „Wichtig ist es, alle Unterlagen mitzubringen.“ Zugleich warnte sie, die Firma Saftoase habe sich inzwischen in die Organic Superfruits GmbH umfirmiert. Das Vorgehen – also Haustürgeschäfte bei hochbetagten Menschen – habe sich aber nicht verändert, so die Verbraucherschützerin.

Wie berichtet, ermittelt in Berlin auch das Landeskriminalamt wegen der Methoden der Firma. Auch bei der Verbraucherzentrale sind Aktenzeichen zu Ermittlungen der dortigen Staatsanwaltschaft bekannt. Zudem habe die Verbraucherzentrale bereits ein Schreiben an das Bezirksamt Berlin-Zehlendorf gesendet, um auf den groben Verstoß gegen gewerberechtliche Vorschriften aufmerksam zu machen und die weitere Geschäftstätigkeit zu untersagen. Eine Antwort aus Berlin liege allerdings noch nicht vor, bedauerte die Verbraucherschützerin. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.