• Seniorengerechte Wohnungen: IG Bau befürchtet Wohnungsnot für Ältere

Seniorengerechte Wohnungen : IG Bau befürchtet Wohnungsnot für Ältere

Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert stärkere Förderung für barrierefreie Neubauten und den seniorengerechten Umbau bestehender Wohnungen

Nachgerüstetete Barrierefreiheit durch einen neuen Außenaufzug an einem Haus in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee.
Nachgerüstetete Barrierefreiheit durch einen neuen Außenaufzug an einem Haus in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee.Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) warnt vor einem Mangel an Seniorenwohnungen in Potsdam und Potsdam-Mittelmark: In der brandenburgischen Landeshauptstadt könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035 auf 45.700 anwachsen, 33 Prozent mehr als im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 23 Prozent. Dazu beruft sich die Gewerkschaft auf eine Demografie-Prognose des Cima Instituts für Regionalwirtschaft. Im Fall von Mittelmark würde der prognostizierte Zuwachs  noch stärker ausfallen: um 49 Prozent gegenüber 2017. Damit würden 2035 im Landkreis rund 69.600 Menschen der Generation 65+ angehören.

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Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Wohnungswirtschaft diesem Trend hinterherhinkt und fordert mehr Anstrengungen bei der Schaffung seniorengerechter Wohnungen: „Lift statt Treppe, breitere Türen für Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen – nur ein kleiner Teil der Wohnungen in Potsdam und Mittelmark ist für die Generation der Über-65-Jährigen geeignet. Das muss sich ändern“, sagt Rudi Wiggert, der Bezirksvorsitzende der IG Bau. Wiggert spricht von einer „demografischen Notwendigkeit“ solcher Baumaßnahmen, sonst drohe vielen Älteren in den kommenden Jahren Wohnungsnot.

Auch bei der altersgerechten Sanierung bestehender Wohnungen sei der Nachholbedarf groß. Die IG Bau fordert hier nicht nur die Kommunen zu mehr Anstrengungen auf, auch der Bund müsse handeln: Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet im Programm „Altersgerecht Umbauen“ Zuschüsse und Kredite in Höhe von 150 Millionen Euro an – diese Fördersumme müsse aus Sicht der Gewerkschaft mindestens verdoppelt werden, um den Bedarf an seniorengerechten Wohnungen zu erfüllen. Danach sieht es derzeit aber nicht aus: Laut Etat stehen 2021 für altersgerechte Sanierungen  nur 130 Millionen Euro zur Verfügung.

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