• Seniorenclub ohne Quartier: Dahlweid-Stiftung übt Kritik an der Stadt Potsdam

Seniorenclub ohne Quartier : Dahlweid-Stiftung übt Kritik an der Stadt Potsdam

Babelsberg - Der Seniorenclub der Alfred-und-Toni-Dahlweid-Stiftung ist künftig ohne festes Domizil. Grund sind Verzögerungen bei der Bewilligung von Fördergeldern der Stadt Potsdam, ohne die die Stiftung ihre bisherigen Räume in der Garnstraße nicht mehr bezahlen konnte. Einen Seniorenclub mit regelmäßigen Veranstaltungen wie Singkreisen oder Spielenachmittagen soll es künftig nicht mehr geben, stattdessen will die Stiftung alle zwei Monate größere Veranstaltungen und Ausflüge für Senioren organisieren.

Es war ein bewegtes Jahr für die Dahlweid-Stiftung: Kurz nach dem 20-jährigen Jubiläum des Seniorenclubs musste die gemeinnützige Einrichtung aus ihren Räumen im Zentrum-Ost in zwei Nebenräume des indischen Restaurants „Kashmir-Haus“ in der Garnstraße umziehen. Nur drei Monate später war klar, dass auch dieses Domizil aufgegeben werden musste, weil das Restaurant seinen Standort wechselte (PNN berichteten). Mit der Paul-Neumann-Straße war schon ein neues Quartier zu den gleichen Konditionen gefunden worden, im Herbst sollte der Umzug erfolgen.

Mit jedem Ortswechsel musste jedoch die Förderwürdigkeit des Seniorenclubs neu bei der Stadt beantragt werden. In den Jahren zuvor hatte das Rathaus die Einrichtung mit einem Mietzuschuss von monatlich 500 Euro gefördert. Schon nach dem Umzug in die Garnstraße hing die Stiftung deshalb finanziell in der Luft und hielt sich mit Eigenmitteln und einer internen Geldsammlung über Wasser, mit dem erneuten Standortwechsel verzögerte sich die Bewilligung des Zuschusses noch einmal. Um die Förderwürdigkeit zu ermitteln, mussten die neuen Räume in der Paul-Neumann-Straße vom Fachbereich Verwaltungsmanagement besichtigt werden. „Weder im Mai noch im Juni kam ein Terminvorschlag“, kritisiert Ingrid Püschel, Chefin der Dahlweid-Stiftung. Erst am 22. September habe eine Besichtigung stattfinden können.

Eine Hängepartie, die für Püschel nicht mehr tragbar war: Sie kündigte den Mietvertrag mit den Besitzern des Kashmir-Hauses. „Ich kann keinen Mietvertrag so lange halten, ohne zu wissen, dass ich mir den leisten kann“, sagt Püschel. Im Juli hatte die Stiftung zwar auf Betreiben des neuen Sozialbeigeordneten Mike Schubert (SPD) einen kurzfristigen Abschlag von 1200 Euro zur Begleichung der drei Monatsmieten seit April erhalten, dennoch wollte sich Püschel nicht auf weitere Unsicherheiten einlassen: „Ich weiß ja nicht, ob wir nach der geplanten Besichtigung als förderwürdig beurteilt worden wären. Wenn die neuen Räume den Anforderungen nicht entsprochen hätten, hätten wir den Abschlag vielleicht wieder zurückzahlen müssen.“ Abgesehen davon fühle sie sich auch von dem Ton gekränkt, in dem der Bereich Verwaltungsmanagement mit ihr kommuniziert habe: „Da gab es nie ein Wort der Anerkennung für die über 20-jährige erfolgreiche Arbeit, die wir ehrenamtlich geleistet haben.“

Neue Fördermittel bei der Stadt zu beantragen, ist nicht geplant. Stattdessen solle es fortan einzelne Veranstaltungen in angemieteten Räumen geben, zum Beispiel ein Konzert der A-Cappella-Band Die Bogarts am 4. Oktober im Kabarett Obelisk. Die letzte offizielle Veranstaltung im Kashmir-Haus ist das Herbstfest des Seniorenclubs am 26. September um 14 Uhr. Erik Wenk

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