• Schwimmhalle: Brauhausberg-Halle ist am teuersten

Schwimmhalle : Brauhausberg-Halle ist am teuersten

In Potsdam soll die Sanierung 13 Millionen Euro kosten. Erfurt und Leipzig haben den baugleichen Badtyp billiger saniert, auch Dresden plant weniger Geld ein.

Jan Brunzlow
Die Sanierung der Schwimmhalle am Brauhausberg wird wohl deutlich teurer als die der drei anderen DDR-Bäder gleichen Bautyps in Erfurt, Leipzig und Dresden.
Die Sanierung der Schwimmhalle am Brauhausberg wird wohl deutlich teurer als die der drei anderen DDR-Bäder gleichen Bautyps in...Foto: Manfred Thomas

Teltower Vorstadt - Die Sanierung der Schwimmhalle am Brauhausberg wird wohl deutlich teurer als die der drei anderen DDR-Bäder gleichen Bautyps in Erfurt, Leipzig und Dresden. Deren Sanierungskosten liegen zum Teil unter der Hälfte der 13 Millionen Euro, die Finanzdezernent und Interims-Stadtwerkechef Burkhard Exner (SPD) jüngst als Aufwand für die Herrichtung der Brauhausberg-Halle angegeben hat.

Die Schwimmhallen aus der DDR-Zeit in den vier Städten sind baugleich. Errichtet zwischen 1968 und 1972, wurden sie in den letzten Jahren teilweise saniert. Der Prototyp in Dresden steht seit 2008 unter Denkmalschutz, seine Sanierung ist geplant. Als einzige der vier Hallen steht die Brauhausberg-Halle zur Disposition. Ursprünglich sollte sie bereits für das Niemeyerbad abgerissen werden, dann integrierte sie der brasilianische Stararchitekt in seine Kuppelbadewelt, die bekanntlich an den Kosten scheiterte. 2009 planten die Stadtwerke eine Sanierung, nach dem Beschluss zum Badneubau im Bornstedter Feld soll sie nun wieder abgerissen werden und einer Wohnbebauung weichen. Kritiker werfen der Stadt allerdings vor, die Sanierungskosten zugunsten eines geplanten Neubaus im Bornstedter Feld absichtlich hochzurechnen. Interims-Stadtwerkechef Burkhard Exner widerspricht dem allerdings. Es würde derzeit an einer Matrix gearbeitet, um die Kosten vergleichbar darzustellen. Dazu werde von einem „anerkannten Berater“, so Exner, ein Gutachten für die Sanierung der Schwimmhalle gefertigt. Es ist jener Gutachter, der in einer Stellungnahme von 13 Millionen Euro Sanierungskosten geschrieben hat.

Als deutlich zu hoch bezeichnet Uwe Horn diese Kosten. Der Bauingenieur war an der Sanierung der Leipziger Halle beteiligt, die nach seinen Angaben fünf Millionen Euro teuer war. „Ich bin mir sicher, dass Ihr baugleicher Schwimmhallentyp in einem ähnlichen Kostenrahmen saniert werden könnte“, schreibt Horn der Bürgerinitiative Brauhausberg. Allerdings, schränkte Horn gegenüber den PNN ein, als reines Sportbad, ohne zusätzliche Einbauten oder Wellnesselemente. So sei auch die Halle in Leipzig modernisiert worden. Die fünf Millionen Euro umfassen Horn zufolge alle Instandsetzungsarbeiten seit 1993 sowie die eigentliche Sanierung, die sich in zwei Bauabschnitte zu jeweils 2,1 Millionen Euro aufteilte. Sie wurde 2007 abgeschlossen. Dafür bekam die Halle unter anderem eine Abstützung der Tragkonstruktion des Hängedachs, eine neue Glasfassade sowie ein Edelstahlschwimmbecken.

Deutlich mehr haben die Stadtwerke Erfurt für die Sanierung der ehemaligen Südschwimmhalle ausgegeben, die heute den Namen von Olympiasieger Roland Matthes trägt. Das Unternehmen erklärte auf PNN-Anfrage, der Umbau habe rund zehn Millionen Euro gekostet. Allerdings wurde dafür nicht nur die Halle saniert, es kamen auch ein Attraktionsbecken, eine 62-Meter-Rutsche sowie eine Sauna- und Wellnesslandschaft hinzu.

Der Hallen-Prototyp in Dresden soll einen Anbau bekommen, das Gesamtprojekt kostet rund 24 Millionen Euro. Rund 8,5 Millionen Euro davon seien reine Sanierungskosten für die DDR- Halle, sagte Sven Mania vom Dresdner Eigenbetrieb Sport- und Bäderstätten den PNN. Damit liegt Dresden immer noch 4,5 Millionen Euro unter der Kostenschätzung für die Brauhausberg- Halle.

Exner rechtfertigte die Höhe der Kosten mit den gestiegenen Anforderungen der Energieeinsparverordnung sowie dem allgemein schlechten Zustand der Halle. Der Gutachter soll nun auch den Beton analysieren, um die Festigkeit zu ermitteln. Ziel sei es, erklärte Exner, eine „seriöse Kostenschätzung der Sanierung und der Folgekosten“ zu erhalten. Er sei optimistisch, dass die im kommenden Jahr auslaufende Betriebserlaubnis für die Halle von der Bauaufsicht verlängert werde.

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