• Gymnasien und Gesamtschulen bei Schulwahl in Potsdam am meisten gefragt

Schulwahl in Potsdam : Trend zu Gymnasium und Gesamtschule

Bei der Wahl der weiterführenden Schulen in Potsdam konnte vier von fünf Eltern der Erstwunsch erfüllt werden. Aber es gibt auch 25 Widersprüche und eine Klage.

Vier von fünf Siebtklässlern können nach den Sommerferien in ihrer Wunschschule in Potsdam starten.
Vier von fünf Siebtklässlern können nach den Sommerferien in ihrer Wunschschule in Potsdam starten.Foto: Daniel Karmann/dpa

Potsdam - Der Trend zu Gesamtschule und Gymnasium in Potsdam hält an: Oberschulen waren in diesem Schuljahr weniger gefragt, an Gesamtschulen und Gymnasien gibt es hingegen mehr Nachfrage als Plätze. Dort mussten teilweise Klassen vergrößert werden und einige Siebtklässler bekamen zum Schulstart am 5. August keine Zusage ihrer Wunschschule. Vereinzelt wurden Schüler durch das Schulamt gegen ihren Wunsch an Oberschulen zugewiesen.

Das geht aus den Zahlen zum sogenannten Ü7-Verfahren, also dem Übergang von den Grundschulen an die siebte Klasse einer weiterführenden Schule, hervor, die das brandenburgische Bildungsministerium auf PNN-Anfrage bekanntgab. Bei sieben der insgesamt 17 weiterführenden Schulen in Potsdam habe es mehr Bewerber als Plätze gegeben. Bei zwei der drei Oberschulen gab es weniger Anmeldungen als Plätze, so Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Zahlen zu einzelnen Schulen, wie sie das staatliche Schulamt noch bis 2016 veröffentlicht hatte, gebe man grundsätzlich nicht mehr heraus, erklärte der Sprecher. Man wolle keine Rankings möglich machen.

Besonders viele Plätze sind an Oberschulen frei geblieben

Von den insgesamt 1465 Plätzen an Potsdamer Schulen seien mit Stand Mitte Juli 1394 Plätze vergeben. Von den 150 Oberschul-Plätzen blieben 52 frei. An den Gymnasien und Gesamtschulen bleiben hingegen kaum freie Kapazitäten: Von den 588 Schulplätzen an den sechs Gymnasien sind 586 vergeben, von den 727 an den acht Gesamtschulen sind 710 vergeben. An einigen Gesamtschulen und Gymnasien seien die Klassengrößen teilweise erhöht worden. Freie Plätze gebe es aktuell noch an zwei Gesamtschulen und an zwei Oberschulen.

Vier von fünf Eltern bekamen im Ü7-Verfahren ihren Erstwunsch erfüllt: An Potsdams Oberschulen waren es 76 Schüler, an Gymnasien 483 und an Gesamtschulen 571 Schüler, die an ihre erste Wunschschule kamen. Bei acht angehenden Oberschülern konnte immerhin der Zweitwunsch berücksichtigt werden, ebenso wie bei 69 angehenden Gymnasiasten und 99 angehenden Gesamtschülern. Für weitere 64 Schüler seien im Rahmen der Ausgleichkonferenz freie Plätze gefunden worden. 24 Schüler müssen mit einer Zuweisung durch das staatliche Schulamt leben – davon zehn an einer Oberschule, elf an einer Gesamtschule und drei an einem Gymnasium.

Nicht alle Eltern sind mit der Ü7-Entscheidung für ihr Kind zufrieden: Laut Ministerium haben bislang 25 Potsdamer Eltern beim Schulamt Widerspruch eingelegt. In einem Fall sei ein Eilverfahren eingeleitet und gegen den Widerspruchsbescheid des Schulamts Klage erhoben worden.

Zahlen können sich bis Schuljahresbeginn noch ändern

Genaue Aussagen dazu, wie viele Potsdamer Schüler ihren Wunsch erfüllt bekommen haben, seien aber nicht möglich, betont das Ministerium. Denn an den Potsdamer Schulen meldeten sich auch Schüler aus anderen Landkreisen oder – im Fall der Sportschule – anderen Bundesländern an. Die Zahlen seien auch deshalb mit Vorsicht zu genießen, weil sich Potsdamer Eltern parallel noch an freien Schulen oder Schulen in Berlin beworben haben könnten, erklärte der Ministeriumssprecher. Daher komme es noch bis zum Schuljahresbeginn zu Veränderungen – etwa, wenn Eltern ihre Kinder nach der Aufnahme an eine freie Schule vom bereits festen Platz an der staatlichen Schule wieder abmelden. Dann könnten die Schulen weitere Schüler über Nachrückerlisten aufnehmen.

Insgesamt haben laut Ministerium 1129 Potsdamer Schüler am Ü7-Verfahren teilgenommen. Für 766 Schüler hatten Potsdamer Grundschulen eine Abiturempfehlung gegeben. An 33 Schüler gab es Einladungen zum Probeunterricht, da sie nicht die Eignung für die von den Eltern gewünschte Abi-Laufbahn vorwiesen. 25 Schüler nahmen am Probeunterricht teil, davon haben sechs bestanden. Fünf Schülerinnen seien nicht zum Probeunterricht angetreten, drei weitere waren erkrankt.