• Schulen in Potsdam im Vergleich: Wo die Leistungen besser sind – und wo schlechter

Schulen in Potsdam im Vergleich : Wo die Leistungen besser sind – und wo schlechter

Prüfungsergebnisse, Abiturquoten, PC-Ausstattung: Zwischen den Potsdamer Schulen gibt es erhebliche Unterschiede. Ein Überblick.

An Potsdamer Gymnasien, Gesamt- und Oberschulen werden sehr unterschiedliche Prüfungsergebnisse erreicht. Das ist ein zentrales Ergebnis einer von den PNN vorgenommenen Gegenüberstellung von Daten, die auf dem Bildungsserver-Internetportal des Landes Brandenburg bisher nur einzeln für sich stehen – und die dort unter www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de nur mit Mühsal und vielen Mausklicks miteinander vergleichbar sind. Die PNN geben einen Überblick (für die Grafik HIER klicken).

Prüfungsergebnisse

Als ein zentraler Indikator sind auf dem Bildungsserver die durchschnittlichen Prüfungsergebnisse in der zehnten Klasse und in den Leistungskursen zum Abitur aufgelistet – im Vergleich zum Landesschnitt. Dort erreicht zum Beispiel bei den Gesamtschulen die Steuben-Schule 2017 nur unterdurchschnittliche Werte. So liegt bei der Zehnt-Klassenprüfung der Landesschnitt im Fach Mathe bei der Note 2,8, an der Steuben-Schule dagegen nur bei 3,7.

Bildungspolitisch brisant: Wie berichtet, will die Stadt Potsdam gerade die Steuben-Schule Mitte 2020 mit Unterrichtscontainern provisorisch von fünf auf sieben Züge erweitern, um dort vor allem Kinder aus dem Potsdamer Süden zu beschulen, weil für diese erst noch eine neue Schule am Bahnhof Rehbrücke gebaut werden muss (PNN berichteten). Bisher hat die Stadt die Pläne verteidigt. Das Bildungsministerium als Aufsicht über das zuständige Schulamt erklärte über seinen Sprecher Ralph Kotsch auf PNN-Anfrage zurückhaltend, man gewährleiste für die Schule den Fachlehrkräftedarf. Zur Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit an den Schulen würden diese auch visitiert, also begutachtet. Der aktuelle Bericht zur Steuben-Schule werde gerade ausgewertet, so der Ministeriumssprecher. Zugleich habe es in den vergangenen Jahren im Ü7-Verfahren, bei dem sich Sechstklässer an weiterführenden Schulen bewerben können, für die Steuben-Schule stets mehr Plätze als Erstwünsche gegeben – im vergangenen Jahr lag das Verhältnis bei 130 zu 63. Eine Anfrage an die Steuben-Schule, wie diese die Erweiterungspläne sieht, blieb ohne Antwort. Potsdams Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) hatte erst Anfang des Monats erklärt, man müsse mit dem Schulamt darüber sprechen, wie sich die Qualität an der Schule verbessern lasse und wie die Stadt mit Jugendhilfe-Angeboten helfen könne.

Generell werte das Ministerium regelmäßig die vorliegenden schulischen Daten – etwa zu den Prüfungsergebnissen – mit dem Schulamt aus, sagte Sprecher Kotsch. Ein Ergebnis könne dann sein, dass einzelne „auffällige“ Schulen vorübergehend engmaschiger schulaufsichtlich begleitet würden. Deutlich schlechter als an anderen Gesamtschulen in Brandenburg schnitten im vergangenen Jahr auch die Schüler im Leistungskurs Deutsch der Lenné-Schule ab, auch die Ergebnisse der Zehntklässler in den Potsdamer Oberschulen lagen mit Ausnahme der Montessori-Oberschule unter den Landeswerten. Durchgängig bessere Leistungen erreichten 2017 die Schüler in der Voltaire-Gesamtschule, am Helmholtz- sowie am Humboldt-Gymnasium. Unter den privaten Schulen stach besonders das Evangelische Gymnasium der Hoffbauer-Stiftung hervor.

Abiturberechtigung

Erhebliche Unterschiede gibt es auch bei dem Indikator, wie viel Prozent der Zehntklässler an einer Schule überhaupt die Berechtigung schaffen, in der Sekundarstufe II das Abitur abzulegen. Gerade bei den Gesamtschulen waren die Abweichungen 2017 groß: Während an der Voltaire- und der Lenné-Schule überdurchschnittlich viele Schüler die Sekundarstufe II erreichten, lagen diese Anteile an der Gesamtschule am Schilfhof und wiederum der Steuben-Schule unter den Landeswerten. Bei den Oberschulen hatte einzig wieder die Montessori-Schule überdurchschnittlich gute Daten.

Computerausstattung

Differenzen gibt es auch bei der Computerausstattung in den Schulen. Die meisten Computer pro Schüler kann die Elite-Sportschule anbieten: Dort können sich drei Schüler einen mit dem Internet verbundenen Rechner teilen. Erhebliche Unterschiede gibt es bei den Oberschulen: Kollwitz- und Cobertin-Schule sind laut den Daten des Bildungsservers gut ausgerüstet, die Fontane- und besonders die Montessori-Oberschule dagegen wesentlich schlechter. Zuständig für die IT-Technik ist bei den öffentlichen Schulen die Stadt Potsdam. Für den aktuellen Doppelhaushalt hatte die Stadt Millionen-Ausgaben für die Digitalisierung angekündigt, wovon auch die Schulen profitieren sollen (PNN berichteten). Auch das Land will ausgewählte weiterführende Schulen ab dem Sommer mit mindestens 20 000 Euro für Investitionen in das digitale Lernen unterstützen.

Ausfallstunden

Laut den Daten des Bildungsserver gab es im vergangenen Jahr die wenigsten Ausfallstunden – keine – an der Montessori- und am neuen Arendt-Gymnasium. Vergleichsweise hoch war derAnteil an der Lenné- und der Coubertin-Schule. Die Schulen in privater Trägerschaft veröffentlichten diese Daten nicht. Die Selbsteinträge der Schulen auf dem Bildungsserver Brandenburg sind freiwillig.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.