• Schule in Potsdam: Schulbau im Schnellverfahren

Schule in Potsdam : Schulbau im Schnellverfahren

Die Grundschule an der Roten Kaserne Ost muss im Sommer 2019 fertig sein. Die Zeit ist knapp, wetterbedingte Verzögerungen darf es praktisch nicht geben. Mit der Grundsteinlegung beginnt ein Bau im Schnellverfahren.

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22.03.2018 20:00

Potsdam/Bornstedter Feld - Da war Quetschen nötig: Denn in die Grundsteinrolle für die neue Grundschule an der Roten Kaserne Ost mussten nicht nur der Bauplan und die Tageszeitung passen. Die Schüler hatten auch noch Zeichnungen und ein Wünschebuch vorbereitet, die in die Rolle gepackt werden sollten. Bei der Grundsteinlegung am gestrigen Donnerstag durften sie selbst mit anpacken und Betonmischung in den vorbereiteten Pfeiler spateln. An der Baustelle an der Fritz-von-der-Lancken-Straße übernahmen Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) und Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis) den offiziellen Teil.

Für 24 Millionen Euro, davon 7,7 Millionen aus Mitteln des Kommunalen Infrastrukturprogramms (Kip) des Landes, entsteht auf dem Gelände bis zum Sommer 2019 die zweistöckige Grundschule mit Hort und Turnhalle für rund 500 Kinder. Im Oktober begannen die Erdarbeiten, inzwischen sind bereits die Fundamente für das Hauptgebäude zu sehen. Mit der Schule entstehe ein weiterer wichtiger Standort im stark wachsenden Bornstedter Feld, sagte Aubel. Dass der Bau pünktlich fertig werde, sei wichtig.

Bauverzögerungen durch Wind und Wetter dürfen nicht eintreten

Denn noch sind die Grundschüler übergangsweise seit dem Schuljahr 2016/2017 in den Bedarfscontainern neben der Leonardo-da-Vinci-Schule an der Esplanade untergebracht. „Und wir brauchen die Container“, sagte Aubel – ab dem Schuljahr 2019/2020 müssen dort die Schüler der geplanten Gesamtschule an der Pappelallee vorübergehend unterkommen. Dafür kommen auch noch zusätzliche Container aus Bornim an die Esplanade, die bisher den Grundschülern dort als Übergang gedient hatten. Die Grundschule in Bornim soll im Februar fertig werden – mit einem halben Jahr Verzögerung, nachdem der Kis länger auf die Baugenehmigung warten musste.

Bauverzögerungen durch Wind und Wetter dürfen also an der Fritz-von-der-Lancken-Straße praktisch nicht vorkommen, denn dann geht der Plan der Verwaltung nicht auf. Laut der Kis-Projektleitung sei man aber optimistisch bis zum Winter bereits den Innenausbau des Gebäudes angehen zu können.

Der Schulneubau soll sich mit einer Klinkerfassade an die umliegenden Gebäude anpassen und öffnet sich zu einem Vorplatz an der Fritz-von-der-Lancken-Straße. Im Erdgeschoss befinden sich der Mehrzweckraum, die Schulverwaltung und die Horträume. Im Untergeschoss soll die Sporthalle entstehen. Die neuen Klassenräume der dreizügigen Schule sind im Obergeschoss des dreiflügeligen Gebäudes untergebracht. Der Schulhof wird im Südosten des Komplexes zwischen Friedrich-Klausing-Straße und der Vogelweide liegen. Auf dem Dach der Schule soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden, damit dort ein Teil der Energie für die Stromversorgung gewonnen werden kann. Dafür wird noch ein Investor gesucht – ab Herbst soll es eine Ausschreibung geben.

Bis 2021 sollen insgesamt rund 206 Millionen Euro investiert werden

Im Containerprovisorium lernen derzeit 77 Schüler in fünf jahrgangsübergreifenden Gruppen. Die Grundschule Rote Kaserne Ost nimmt außerdem am Landesprojekt „Gemeinsames Lernen“ teil, gemeinsam mit 102 weiteren Grundschulen in Brandenburg, 11 davon in Potsdam. In den Lerngruppen sollen Schüler mit und ohne Förderbedarf zusammen lernen.

2016 hatte der Kis für die Schule erstmals einen Architekturwettbewerb ausgerichtet – unter den 18 Bewerbern setzte sich der Entwurf der Architekten vom Berliner Büro SEHW Architektur durch.

Insgesamt plant der Kis in diesem Jahr 65,3 Millionen Euro zu investieren. Der größte Anteil davon fließt in Schulen, Kitas, Horte und Sportstätten. Bis 2021 sollen insgesamt rund 206 Millionen Euro investiert werden. Gerade der Neubau von Kitas im Potsdamer Norden ist bitter nötig. Denn laut einer Ende Januar von der kommunalen Bauholding Pro Potsdam vorgestellten Sozialraumstudie der Berliner Firma slapa&die raumplaner, fehlen im Bornstedter Feld bis 2021 292 Kindergärten- und 171 Krippenplätze. Statt der erwarteten 12 500 Einwohner im Jahr 2021 werden bis zu diesem Zeitpunkt nämlich laut der aktualisierten Prognose 14 496 Einwohner in Potsdams schon jetzt viertgrößtem Stadtteil leben. Wo die benötigten Kitas und Krippen gebaut werden können, ist derzeit noch offen. Eine mögliche Baufläche sei laut Pro Potsdam Geschäftsführer Bert Nicke die Fläche nördlich der provisorischen Schule an der Esplanade.

Konkreter werden die Pläne laut Kis-Werkleiter Richter für die geplante Schule an der Pappelallee: Das Grundstück für den Schulstandort gehört noch dem Land. Richter versicherte gestern aber, die Gespräche zum Grundstückserwerb vom Brandenburgischen Betrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) stünden kurz vor dem Abschluss. Laut dem Entwurf der Verwaltung soll dort eine weiterführende Schule mit sechs Zügen für die 7. bis 10. Klasse und drei Zügen für die Oberstufe mit Sport- und Freiflächen für etwa 897 Schüler errichtet werden. Es wäre eine der größten Schulen der Stadt. Im Jahr 2022 soll sie den Betrieb aufnehmen – die Zeit drängt also.