• Schülerprojekt „TrinkWasser!“ bekommt Klimapreis Potsdam: Schicke Flasche statt Plaste-Müll

Schülerprojekt „TrinkWasser!“ bekommt Klimapreis Potsdam : Schicke Flasche statt Plaste-Müll

Geburtstag. Der „kleine König Zukunft“, so der Name der Trophäe für den Potsdamer Klimapreis, wurde am Donnerstag zum mittlerweile fünften Mal vergeben.
Geburtstag. Der „kleine König Zukunft“, so der Name der Trophäe für den Potsdamer Klimapreis, wurde am Donnerstag zum mittlerweile...Foto: A. Klaer

Ökologische Trinkwasser-Flaschen, ein energiesparendes Jugendgästehaus und getanzter Klimaschutz: Diese und andere Ideen wurden am gestrigen Donnerstag beim 5. Potsdamer Klimapreis ausgezeichnet. Aus den insgesamt 18 Bewerbungen wurden sechs Preisträger in den zwei Kategorien „Schüler“ und „Bürger“ ausgewählt und mit jeweils 1000 Euro bedacht.

Die kann Lennart Lind von der Sportschule Potsdam vermutlich gut für das von ihm angestoßene Projekt „TrinkWasser!“ gebrauchen, für dass es den ersten Preis in der Kategorie „Schüler“ gab: Der 19-Jährige hatte beobachtet, dass viele seiner Mitschüler immer wieder Plastik-Flaschen aus dem nächsten Supermarkt kaufen, um ihren Durst zu stillen. „Da kamen manchmal große Tüten von leeren Einwegflaschen zusammen“, so Lind. Da viele der Jugendlichen ohnehin meist Wasser tranken, wie eine Umfrage von „TrinkWasser!“ ergab, fragte er sich, warum man immer wieder eine neue Plastik-Flasche kaufen sollte, wenn man stattdessen eine einzige Flasche wiederverwenden konnte? So würden Rohstoffe und Transportkosten gespart.

Daher können sich die Schüler der Sportschule Potsdam künftig eine stabile Flasche aus Edelstahl mit einem individuellen Logo für jeden Jahrgang kaufen. „Es soll eine Flasche sein, aus der man gerne trinkt“, so Lind. Davon musste erst mal die Schule überzeugt werden: Zusammen mit seinen Mitstreitern machte Lind eine Präsentationstour durch die Klassen, um auf die hohe Qualität des Leitungswassers in Potsdam hinzuweisen – mit Erfolg. Doch einen Haken gab es noch: „Etwa die Hälfte der Wassertrinker mag Wasser mit Sprudel“, sagt Lind. „Daher wird es demnächst einen Trinkwasserspender für stilles Wasser und Wasser mit Kohlensäure geben.“

In der Kategorie „Bürger“ erhielt das Architekturbüro „Pha Design“ den zweiten Preis: Bereits im Jahr 2014 entstand am Holzmarkt 11 an der Humboldtbrücke ein klimaneutrales Jugend-Gästehaus, das unter anderem mit energiesparenden Materialien und recycelten Ziegelsteinen erbaut wurde. Geheizt wird mit passiver Wärme und Pellets, das Treppenhaus wird von Tageslicht erhellt und eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für Strom. „Wir haben damit eine ehemalige Stadtbrache wiederbelebt und einen neuen Kommunikationsort geschaffen“, sagt Sonja Hermann von Pha Design.

Zu den weiteren Preisträgern in der Kategorie Bürger gehörte die Tanzakademie Erxleben mit der Tanzperformance „Bitter Earth“: In dem Projekt setzten sich Tänzerinnen und Tänzer auf künstlerische Weise mit ökologischen Probleme der Erde auseinander. Den ersten Preis erhielt die BUND Jugend und der Botanische Garten Potsdam für ihr „Klimafrühstück“ im grünen Klassenzimmer: Bei dem interaktiven Projekt geht es darum, Schülern Themen wie Transport, Regionalität, Saisonalität, Verpackung und ökologische Produktion von Lebensmitteln direkt beim Frühstück näherzubringen.

Den dritten Preis in der Kategorie Schüler erhielt die Internationale Grundschule Potsdam für ihren Naturkunde-Geocaching Pfad in den Ravensbergen: Bei der Naturwanderung für die Klassen 1 bis 4 müssen neun Stationen per GPS-Gerät gefunden werden, darunter ein Insektenhotel im Schulgarten, ein Fledermauskasten, das Institut für Klimafolgenforschung auf dem Telegrafenberg oder der Falkenhof. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Grundschule am Humboldtring mit dem Projekt „Klimaspuren, Wir können was tun!“, bei dem über alle Klassenstufen und Fächer hinweg das Thema Klimaschutz im Unterricht behandelt wurde.

Gefördert wird der Klimapreis von der Landeshauptstadt, dem Energie-Forum Potsdam, den Stadtwerken Potsdam und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Erik Wenk