• Schlösserstiftung in Potsdam: Ermittlungen wegen Untreueverdacht

Schlösserstiftung in Potsdam : Ermittlungen wegen Untreueverdacht

Die Stiftung stellte selbst eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Angeblich geht es um Unregelmäßigkeiten im Beschaffungswesen. 

Revier der Schlösserstiftung: Weg durch den Park Sanssouci zum Neuen Palais.
Revier der Schlösserstiftung: Weg durch den Park Sanssouci zum Neuen Palais.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die für Brandenburger und Berliner Unesco-Welterbestätten verantwortliche Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) muss sich mit einem Korruptionsfall in den eigenen Reihen befassen.

Im vergangenen November habe man eine Strafanzeige bei der für Korruptionsdelikte zuständigen Staatsanwaltschaft in Neuruppin gestellt, bestätigte ein Stiftungssprecher den PNN am Montag auf Nachfrage. Es bestehe der Verdacht der Untreue. Weitere Details nannte er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht. 

Unregelmäßigkeiten rund um den Schirrhof?

Nach PNN-Informationen geht es um Unregelmäßigkeiten im Beschaffungswesen rund um den sogenannten Schirrhof der Stiftung, der im Bereich Baudenkmalpflege und Liegenschaften angesiedelt ist und zum Beispiel eine Tischlerei, eine Maurerei und eine Metallbauabteilung umfasst. Auslöser für die Ermittlungen soll eine Rechnung gewesen sein, die aber keinem konkreten Projekt zugeordnet werden konnte. Zu möglichen Schadenssummen gibt es noch keine Angaben.

Die Rede ist von jahrelanger Kungelei

Allerdings sind nach PNN-Informationen inzwischen auch externe Wirtschaftsprüfer eingeschaltet. In zuletzt auch an die PNN versendeten anonymen Hinweisen war von zahlreichen Beteiligten innerhalb der Stiftung die Rede, von jahrelanger Kungelei, auch bei Vergaben, woran auch externe Firmen aus Brandenburg beteiligt gewesen sein könnten. Ein Mitarbeiter hatte den PNN zuletzt auch Fotos zugespielt, die angeblich zeigen, dass Vergabeunterlagen der Stiftung an deren Wirtschaftszentrum ungeschreddert im Papiermüll gelandet waren. 

Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.Foto: Ottmar Winter


Die 1994 gegründete Stiftung wird vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg getragen und hat rund 500 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Potsdam. Sie verwaltet die früheren preußischen Herrscherschlösser und Gartenanlagen von internationaler Bedeutung, wie etwa das Schloss Sanssouci in Potsdam.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.