Satire-Aktion : Demo fürs Mercure

Achtung: Spaß! "Die Partei" will am Mittwoch für den Erhalt des Hotel Mercure demonstrieren.

Achtung: Spaß! "Die Partei" wirbt für den Erhalt des Hotel Mercure. Grafik: Die Partei Potsdam
Achtung: Spaß! "Die Partei" wirbt für den Erhalt des Hotel Mercure. Grafik: Die Partei Potsdam

Innenstadt - Mit einem provokanten Aufruf wirbt die Satire-Partei „Die Partei“ dafür, dass die Potsdamer am morgigen Mittwoch gegen den Abriss des Hotel Mercure demonstrieren. Das gewählte Motto verweist dabei auf die Terroranschläge des 11. September 2001 vor genau 12 Jahren: „9/11? Never Again! – Gegen die Barbarei der Reaktion!“ Damals hatten Terroristen unter anderem Flugzeuge in die zwei Türme des World Trade Centers in New York gelenkt. 3000 Menschen starben.

Auf den Plakaten zur Demonstration am Mittwoch ist nun das 2009 abgerissene Haus des Reisens, das in den oberen Stockwerken brennt, neben das Hotel Mercure montiert. Darüber schwebt ein Flugzeug, auf dem Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sitzt, auf seinem Kopf trägt er einen Turban. In dem Aufruf der Partei heißt es dazu, das ehemalige Interhotel müsse verteidigt werden. Dazu solle der „halbe Ground Zero“ am ehemaligen Haus des Reisens an der Yorckstraße als „Versöhnungszentrum gegen Extremismus, Hass, Gewaltherrschaft und das SPD-Regime“ ausgebaut werden.

Im Internet wird der Aufruf derzeit zum Beispiel in dem sozialen Netzwerk Facebook verbreitet und sorgt dort für Diskussionen. So sei es geschmacklos, die Diskussion um das Mercure mit den Anschlägen in New York zu assoziieren, heißt es von zwei Nutzern. Andere verteidigen die Aktion: Satire dürfe Grenzen überschreiten.

In ihrem Aufruf spannt „Die Partei“ den Bogen weiter: Generell sei Potsdam in Gefahr, heißt es da. „Terroristen, bekannt aus Film und Journal, sind in die Mitte unserer Stadt vorgedrungen.“ Gemeint sind etwa Altbischof Wolfgang Huber, der den Wiederaufbau der Garnisonkirche vorantreibt – oder der „Multi-Zillionär“ Hasso Plattner. Diesen Herren seien Gebäude wie das Mercure, „welche von der Schaffenskraft des modernen Menschen künden“, ein Dorn im Auge, heißt es weiter. Wie berichtet wird in der Stadtpolitik derzeit diskutiert, ob und wie das Mercure – möglicherweise finanziert mit öffentlichen Geldern – abgerissen werden kann.

Verfasst hat den Aufruf der Potsdamer Kreisverband der „Partei“, die Demonstration soll nach Polizeiangaben gegen 18 Uhr am Platz der Einheit beginnen. In der Potsdamer Ortsgruppe sind nach PNN-Informationen inzwischen auch bekannte Aktivisten der linken Szene in Potsdam engagiert, die schon seit Jahren gegen die aktuelle Stadtentwicklung protestieren. Der Bundesvorsitzende der „Partei“, der Satiriker Martin Sonneborn, sagte den PNN, er werde zur Aktion der Potsdamer nicht kommen können – die Bundespartei habe am Mittwoch bereits eine Aktion am Brandenburger Tor in Berlin geplant. (HK)