Potsdam : Rückkehr der Barmherzigkeit

Heute Abend wird die Statue der Caritas auf das Waisenhaus gehoben

Erhart Hohenstein

Heute Abend wird die Statue der Caritas auf das Waisenhaus gehoben Innenstadt - Heute Mittag trifft die Göttin der Barmherzigkeit in Potsdam ein. Um 18.30 Uhr soll die Skulptur der Caritas dann auf den wiederhergestellten Monopteros (Tempelturm) des Großen Militärwaisenhauses an der Lindenstraße gehoben werden. Bereits ab 17 Uhr sind alle Potsdamer zur Einweihungsfeier eingeladen – mit einer Videovorführung zur Geschichte des Waisenhauses, den Turmbläsern, den Langen Kerls, Glühwein und Imbiss. Gleichzeitig finden im Friedenssaal eine Festveranstaltung und ab 19 Uhr ein Empfang für geladene Gäste statt. Die Skulptur wird aus dem sächsischen Ottendorf-Okrilla herangeschafft, wie sie nach einem Gipsmodell des Berliner Bildhauers Andreas Hoferick durch die Spezialfirma „Fa. Fuchs und Girke“ in Kupfer getrieben und vergoldet wurde. Die einschließlich des erhobenen Arms mit Ölzweig und flammendem Herz 4,78 Meter hohe Statue war von dem Bildhauer Rudolf Kaplunger geschaffen, aber am Kriegsende 1945 vernichtet worden. Sie versinnbildlicht den vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. bei der Gründung des Waisenhauses 1724 vorgegebenen Stiftungszweck, verwaisten oder verelendeten Kindern und Jugendlichen Betreuung, Erziehung und Ausbildung zu geben. Die Figur wird von einem Kran auf die Kuppel gehoben und 42 Meter über dem Straßenniveau auf einer mit zwölf Bohrungen versehene Stahlplatte befestigt. Von dort blickt sie nicht geradeaus zur Lindenstraße, sondern im leichten Winkel etwa Richtung Neues Palais. Die Monteure hoffen auf Windstille, denn bei stärkeren Böen könnte die am Kranarm schwebende Skulptur nicht in die richtige Lage gebracht werden. Die Stiftung Großes Waisenhaus feiert mit dem Aufsetzen der Caritas die Wiederherstellung des 1945 kriegszerstörten Monopteros, der mit dem Neubau des Komplexes durch Carl von Gontard 1773/74 entstanden war. Die mehr als zwei Millionen Euro teure Erneuerung des Kuppelbaus ist durch Förderung seitens Bund, Land und Stadt, die Brandenburgische Schlösser GmbH, Eigenmittel der Stiftung und zahlreiche Spenden ermöglicht worden. In den Jahren 1999 bis 2001 waren bereits die erhaltenen Gebäude des Komplexes mit einem Aufwand von 8,7 Millionen Euro saniert und modernisiert worden. Dabei wurden 150 Büroräume und mit dem 270 Quadratmeter großen Friedenssaal ein Festraum geschaffen.Erhart Hohenstein