• Römische Werke in Potsdam: Alte Meister im Museum Barberini

Römische Werke in Potsdam : Alte Meister im Museum Barberini

Das Museum Barberini zeigt im Sommer 2019 eine Barock-Ausstellung mit berühmten Leihgaben aus Rom. Gezeigt werden insgesamt 54 Meisterwerke aus den Nationalgalerien der Palazzi Barberini und Corsini.

Potsdam - Nach Picasso kommen die Alten Meister: Im Potsdamer Museum Barberini wird im nächsten Jahr erstmals eine Ausstellung mit Werken des Barock zu sehen sein. Gezeigt werden insgesamt 54 Meisterwerke aus den Nationalgalerien der Palazzi Barberini und Corsini in Rom. Entsprechende PNN-Recherchen bestätigte Museumsdirektorin Ortrud Westheider am Dienstag auf Anfrage. Unter den Gemälden befindet sich auch eines der bedeutendsten Werke von Caravaggio, nämlich sein Ende des 16. Jahrhunderts entstandenes Bild „Narziss“.

Weitere Höhepunkte sind unter anderem zwei Bilder von Guido Reni und eine Marmorbüste Papst Urbans VIII., die dem berühmten Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini zugeschrieben wird.

Von Juli bis Oktober 2019

Die Ausstellung mit dem Titel „Wege des Barock“ wird vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 gezeigt und folgt damit auf die Schau mit Spätwerken von Pablo Picasso im Frühjahr. Deren Leihgaben stammen aus der Sammlung von Jacqueline Picasso, der Frau des spanischen Malers. „Wege zum Barock“ werde sich mit den Themen und den stilistischen Entwicklungen des römischen Barocks beschäftigen, erklärte Museumschefin Westheider. Die Ewige Stadt sei im 17. Jahrhundert nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Bildenden Kunst das kulturelle Zentrum Europas gewesen.

Den Grundstock für die Sammlung des Palazzo Barberini legte eins der prominentesten Mitglieder der Barberini-Familie, Papst Urban VIII., im 17. Jahrhundert. „Wir freuen uns, dass wir unser Museum und einen Teil der Sammlung gerade in Potsdam vorstellen können, einer Stadt mit so zahlreichen Anknüpfungspunkten an Kunst und Architektur Roms“, sagte Flaminia Gennari Santori, Direktorin der Nationalgalerien Barberini-Corsini.

Einer der augenfälligsten Anknüpfungspunkte betrifft die Kultureinrichtungen selbst: Das Museum Barberini am Alten Markt ist bekanntlich eine äußerliche Rekonstruktion des im Krieg zerstörten Palastes Barberini, der seinerseits nach dem Vorbild des römischen Palazzo Barberini auf Geheiß Friedrichs II. errichtet wurde. Heute beherbergt der Palazzo Barberini eine der bedeutendsten Sammlungen italienischer Malerei und bildet gemeinsam mit den Sammlungen der Galleria Corsini die unter einem Label vereinten Nationalgalerien Barberini-Corsini.

Die Schlösserstiftung gestaltet Begleitprogramm

Es sei eine „große Ehre“ für das noch junge Museum Barberini, mit der traditionsreichen Nationalgalerie kooperieren zu können, sagte Westheider. „Es war von Anfang an unser Wunsch, mit der Sammlung, die den gleichen Namen wie unser Gebäude trägt, eine Ausstellung realisieren zu können.“

Wegen der zahlreichen Bezüge Potsdams zu Italien, nicht zuletzt in den Welterbeschlössern und -parks, wollen die Schlösserstiftung, die Stadt und weitere Partner die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm begleiten. Der Sommer 2019, so das Museum, solle zu einer „Feier italienischer Kunst und Kultur“ in Potsdam werden. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte, er freue sich auf einen „inspirierenden Kultursommer“.

Am 17. Oktober dieses Jahres soll die Ausstellung mit einem Symposium vorbereitet werden, an dem neben internationalen Barockexperten auch Vertreter der Schlösserstiftung teilnehmen.