• Restaurierung der Pfingstkirche: Bedeutende Glasmalereien sollen in neuem Glanz erstrahlen

Restaurierung der Pfingstkirche : Bedeutende Glasmalereien sollen in neuem Glanz erstrahlen

In dem Gotteshaus am Fuße des Pfingstberges ist der vorläufig letzte Bauabschnitt gestartet. Potsdamer Bürger spendeten für die Finanzierung des Projekts.

Restaurator Michael Görlach zerlegte das Fenster in seine 21 Einzelteile. 
Restaurator Michael Görlach zerlegte das Fenster in seine 21 Einzelteile. Foto: Ottmar Winter

Potsdam - In der evangelischen Potsdamer Pfingstkirche an der Großen Weinmeisterstraße hat am Dienstagmorgen (09.06.2020) der vorläufig letzte Bauabschnitt der aufwendigen Restaurierung begonnen. Die sogenannte Apsis, das Gewölbe über dem Altarraum, soll in neuem Glanz erstrahlen – insbesondere das kulturhistorisch bedeutende, dreigliedrige Glasmalereifenster mit dem Motiv „Jesus segnet die Kinder”.  

Bis zum Abend hatten Diplom-Restauratorin Kathrin Rahfoth und ihr Ehemann Michael Görlach das rund 120 Kilogramm schwere Fenster in seine 21 Einzelteile zerlegt und für den Transport in ihre Erfurter Werkstatt vorbereitet.

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Die Potsdamer Pfingstkirche befindet sich unweit des Heiligen Sees.
Die Potsdamer Pfingstkirche befindet sich unweit des Heiligen Sees.Foto: Ottmar Winter

Kosten in Höhe von 155.000 Euro veranschlagt

Die Restaurierung der 1894 von Kaiserin Auguste Victoria eingeweihten Kirche im Stil der märkischen Backsteingotik wird mit Kosten in Höhe von 155.000 Euro veranschlagt. Die Frau von Wilhelm II., des letzten deutschen Kaisers, hatte den Bau am Fuß des Pfingstbergs initiiert und weitere Gebäude auf dem großen Areal unweit des Heiligen Sees für benachteiligte Kinder und Witwen errichten lassen.

Die Restauratoren Michael Görlach und Kathrin Rahfoth nehmen eines der Fensterteile ab.
Die Restauratoren Michael Görlach und Kathrin Rahfoth nehmen eines der Fensterteile ab.Foto: Ottmar Winter

Der Potsdamer Michael Lunberg, Oberkonsistorialrat der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Vorsitzender des Kirch-und Orgelbauvereins der Pfingstkirchengemeinde, berichtete im Beisein von Pfarrer Stephan Krüger, dass die Finanzierung so gut wie gesichert sei. Der Kirchenkreis Potsdam werde 45.000 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 30.000 Euro bereitstellen und bei der Landeshauptstadt habe der Verein einen Zuschuss von 30.000 Euro beantragt. Für die rund 2100 Mitglieder der Kirchengemeinde verbleibe ein Eigenanteil von etwa 45.000 Euro, der durch Spenden aufgebracht werde. 

Im Innenraum der Kirche soll Überdecktes wieder sichtbar werden. 
Im Innenraum der Kirche soll Überdecktes wieder sichtbar werden. Foto: Ottmar Winter

Bunte Ornamente werden unter weißer Kalkfarbe freigelegt

Lunberg fühlt sich der Pfingstkirche seit seiner Kindheit verbunden. Er wuchs auf dem Gelände auf – sein Vater Günter Schalinksi, der heute in einem Potsdamer Seniorenheim lebt, wurde 1976 Seelsorger der Gemeinde und blieb es 27 Jahre lang bis 2003.

Die Restaurierungsarbeiten sind nicht nur an den historischen Fenstern fordernd. In den 1950er-Jahren war die Kirche wie es vielerorts geschah, im Innenraum mit weißer Farbe gestrichen worden. Darunter verschwanden zahlreiche Ornamente in bunten Farben. Mühsam wird die weiße Kalkfarbe nun abgewaschen, bis die Ornamente wieder zum Vorschein kommen. Diese Arbeit erledigt eine Potsdamerin: die Restauratorin Anne Charlotte Schlüter aus Babelsberg. 

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