Potsdam : Restaurant „Barokoko“ schließt

Inhaber Florentine Joop und Heinrich Beckmann akzeptieren Mietvertrag nicht

Aus am Nauener Tor: Das „Barokoko“ gibt es nicht länger.
Aus am Nauener Tor: Das „Barokoko“ gibt es nicht länger.Foto: Manfred Thomas

Innenstadt - Florentine Joop und ihr Mann Heinrich Beckmann müssen ihr Nobel-Restaurant „Barokoko“ am Nauener Tor aufgeben. Das kommende Wochenende, der 18. und 19. Juli, wird das letzte für das vor zehn Jahren von Nico Gehn gegründete „Barokoko“ sein. Den vier festen Mitarbeitern wurde gekündigt. Grund für die Entscheidung ist ein „Knebelmietvertrag“, den der Vermieter per E-Mail vorgelegt hat, erklärte Beckmann gestern den PNN: „Diesen Mietvertrag darf man nicht unterschreiben.“ So hätte das Restaurant den Pizza-Ofen aufgeben müssen – undenkbar wäre es jedoch für einen Edel-Italiener, einen Elektroofen zu verwenden, erklärte der Restaurant-Betreiber. Beckmann interpretiert die vom Vermieter, ein Hedgefonds, vorgelegten Vertragsklauseln als Versuch, ihn und seine Frau zu vertreiben. Mögliches Motiv: Es werde gezockt mit der Hoffnung, noch höhere Einnahmen zu erzielen.

Florentine Joop ist die Tochter des Star-Designers Wolfgang Joop. Sie und ihr Mann hatten das „Barokoko“ erst vor einem Jahr von ihrem berühmten Vater erworben. Das Paar schmiedete Pläne und wollte in die Gastronomieräume neben dem Café Heider investieren. Nun werden sie sich Beckmann zufolge in Berlin-Mitte nach neuen Möglichkeiten für ein Restaurant umsehen.

Durch die Forderungen des neuen Mietvertrages wäre eine Rentabilität in weite Ferne gerückt. Bereits jetzt zahlt das Paar etwa 10 000 Euro Miete pro Monat. Allein für die Bar würden 40 Euro pro Quadratmeter und Monat verlangt. „Potsdam ist doch nicht Hamburg oder München“, ärgert sich Beckmann, der sich wundert, dass in der Brandenburger Straße bereits 60 Euro pro Quadratmeter verlangt werden. „Bei aller Liebe zur Arbeit“ – Beckmann steht selbst in der Küche – „muss am Ende auch etwas übrig bleiben“. gb

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