• Rechtsextremismus: Erneut Neonazi-Fackelzug in der Waldstadt

Rechtsextremismus : Erneut Neonazi-Fackelzug in der Waldstadt

Rund 20 Rechtsextremisten sind bereits am vergangenen Freitagabend durch die Potsdamer Waldstadt marschiert, bestätigte die Polizei am Montag.

Fackelzug: Ihren Marsch durch die Waldtstadt haben die Neonazis bereits im Internet dokumentiert.
Fackelzug: Ihren Marsch durch die Waldtstadt haben die Neonazis bereits im Internet dokumentiert.

In der Potsdamer Waldstadt haben Rechtsextreme erneut einen Fackelzug veranstaltet. Der Aufmarsch fand bereits am vergangenen Freitagabend statt, wie Polizeisprecherin Ingrid Schwarz den PNN am Montagvormittag bestätigte. Es werde wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Anwohner hätten die Polizei gegen 21.30 Uhr gerufen, weil rund 20 Personen mit weißen Masken vor ihren Gesichtern und Fackeln in den Händen durch das Viertel gezogen seien. Bereits vor drei Monaten hatten sich Potsdamer Rechtsextreme am 9. November 2011, dem Gedenktag der Reichspogromnacht 1938, zu einem Fackelzug durch die Waldstadt formiert - ebenfalls mit weißen Masken, wie es in der so genannten „Volkstod“-Kampagne deutscher Neonazis propagiert wird. Damals wie heute brüsteten sich die Rechtsextremen auf einer einschlägigen Internetseite mit dem Aufmarsch.
Aber anders als noch im November hat die Polizei dieses Mal bereits mutmaßliche Teilnehmer noch vor Ort antreffen können. Die Personalien von vier polizeibekannten Personen seien aufgenommen worden, sagte Schwarz - man gehe davon aus, dass sie sich an dem Aufmarsch beteiligt hätten, sagte Schwarz. Allerdings hätten die Männer keine Masken oder Fackeln bei sich gehabt. Dafür sei bei einem 29-Jährigen ein verbotener Totschläger gefunden worden. Auch deswegen werde nun ermittelt, sagte Schwarz. Mitte Januar hatte es zudem eine Hausdurchsuchung bei einem 26 Jahre alten Potsdamer gegeben, der laut Polizei im dringenden Tatverdacht stehen soll, sich an dem Fackelzug im November beteiligt zu haben. Bei dieser Aktion seien „zahlreiche Beweismittel sichergestellt“ worden, nach PNN-Informationen unter anderem Computertechnik.
Wie berichtet rüsten sich Brandenburgs Rechtsextreme derzeit ohnhin für eine Frühjahrsoffensive: Drei Demonstrationen sind nach Szeneinformationen bis Anfang Mai landesweit angemeldet - in Cottbus, Frankfurt (Oder) und in Wittstock.

HK

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.