• Potsdam: Wäldchen an der Rudolf-Breitscheid-Straße in Babelsberg bleibt

Reaktion auf Proteste : Wäldchen in Babelsberg soll bleiben

Der Wald an der Rudolf-Breitscheid-Straße in Potsdam bleibt nach langer Diskussion nun doch. Die Antragsteller zogen überraschend einen entsprechenden Vorschlag zurück.

Um diese Waldfläche in der Rudolf-Breitscheid-Straße wurde gestritten.
Um diese Waldfläche in der Rudolf-Breitscheid-Straße wurde gestritten.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der seit Monaten umstrittene Vorstoß von CDU/ANW und SPD, ein Wäldchen an der Rudolf-Breitscheid-Straße möglicherweise als Sportanlage zu entwickeln, ist vom Tisch. Die Antragsteller zogen das Vorhaben noch vor der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch zurück – offenbar auch als Reaktion auf die Proteste von Anliegern. Auch politisch hatte es immer mehr Gegenwind gegeben. So hatte die Linke-Fraktion zuletzt einen Änderungsvorschlag gemacht, das gesamte Stadtgebiet nach möglichen Sportflächen abzusuchen – mit Ausnahme des Babelsberger Wäldchens. Die Fraktion Die Andere und die Grünen hatten sogar sämtliche wichtige Waldflächen von dieser Suche ausschließen wollen.

Eine neue Idee

Allerdings hat der CDU/ANW-Stadtverordnete und Sportausschussvorsitzende Clemens Viehrig, der den Vorstoß und nun auch den Rückzug mitverantwortete, nun eine andere Idee: Das Wäldchen könnte zu einem Stadtwald entwickelt werden, also etwa mit einem Fitnesspfad oder Sportgeräten versehen werden. Dazu werde es im Januar einen entsprechenden Vorstoß geben, kündigte er gegenüber den PNN an. Zudem soll die Verwaltung im kommenden September der dann neu gewählten Stadtverordnetenversammlung vorstellen, wo noch Sportplatzstandorte möglich wären, fordert Viehrig – das sei im Sportentwicklungsplan so vorgesehen.

Sportflächen dringend benötigt

Wie dringend nötig zusätzliche Sportflächen sind, macht Stadtsportbundchefin Anne Pichler in einer aktuellen Stellungnahme deutlich. Es gehe auch um einen „Beitrag für die Gesunderhaltung durch regelmäßige Bewegung“, um Fettleibigkeit und exzessiver digitaler Beschäftigung bei Kindern entgegenzuwirken – doch dafür seien attraktive Freizeitangebote nötig. Gleichwohl sollten die Defizite hinsichtlich wettkampfgerechter Fußballfelder nicht auf Kosten von Waldgebieten reduziert werden, so Pichler: „Der Vorwurf einiger Naturschützer, die Sportler seien für die Abholzung von Waldflächen, hat uns enttäuscht.“ Allerdings könne man Potsdams Wälder durch den sinnvollen Einsatz von Sportgeräten aufwerten, so Pichler. Dazu gebe es auch in anderen Kommunen gute Erfahrungen.

Sport auf dem Dach

Auch über andere Wege für neue Sportflächen wird nachgedacht: Die Stadtverordneten beschlossen einen von den Grünen eingebrachten und auf Initiative der SPD geänderten Vorstoß, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, ob möglicherweise auch Dachflächen von kommunalen Gebäuden für Sportplätze geeignet sein können – gerade bei Neubauvorhaben wie dem Sportcampus am Schlaatz.

Nutzungspotenziale sollen geprüft werden

Im Geschäftsgang der Stadtverordneten ist auch ein Antrag von Die Andere: Die Fraktion will prüfen lassen, welche zusätzlichen Nutzungspotenziale und Trainingszeiten auf den vorhandenen städtischen Sportplätzen noch erschlossen werden können – etwa durch den Neubau von Bolzplätzen am Rand, zusätzliche Beleuchtungsanlagen oder durch die Umwandlung von Rasen- in strapazierbarere Kunstrasenplätze. 

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Der Umweltausschuss hat das bereits beschlossen, der Bauausschuss lehnte mit knapper Mehrheit ab. Am kommenden Dienstag berät der Bildungsausschuss den Antrag.

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