• Querelen in Potsdamer CDU: Fraktionsgeschäftsführer erhebt Vorwürfe

Querelen in Potsdamer CDU : Fraktionsgeschäftsführer erhebt Vorwürfe

In der Potsdamer CDU treten die internen Spannungen nach außen: Mobbing, chronische Überlastung, Streit um Urlaub, ausbleibende Lohnzahlungen - der Fraktionsgeschäftsführer erhebt schwere Vorwürfe. 

(Symbolbild)
(Symbolbild)Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Potsdam - Bei der Potsdamer CDU eskaliert die Lage zusehends. Der aktuelle Fraktionsgeschäftsführer Jan Jacobi hat sich am Montag an die PNN gewandt und schwere Vorwürfe erhoben. So stünden ihm noch mindestens 18.000 Euro noch nicht überwiesener Lohnzahlungen zu, sagte er. Ferner habe sich gerade die Fraktionsspitze nicht adäquat reagiert, als er bereits im Sommer eine Mobbing-Anzeige absendete. So hätten ihn seine Arbeitgeber – also die Fraktion und ihre Mitglieder - mehrfach auch öffentlich mit unbewiesenen Behauptungen und Vorwürfen konfrontiert. Später habe er auch eine chronische Überlastung anzeigen müssen. Selbst Urlaubsansprüche seien ihm in der Folge verweigert worden. Nun sei er wieder krankgeschrieben, ergänzte der 49 Jahre alte Fraktionsmitarbeiter, der auch Vorsitzender der Christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) in Potsdam ist.

Rücktritt mit Folgen

Seit vergangener Woche, als die bisherige Fraktionschefin Anna Lüdcke zurückgetreten ist, haben sich die internen Machtkämpfe in der CDU offensichtlich wieder zugespitzt – so ist die Frage ungeklärt, wer die Spitze des Kreisverbands nach dem bisher nur angekündigten Rücktritt von Kreischef Götz Friederich führen soll. Friederich ist auch Fraktionsvorsitzender, das Gremium trifft sich heute. Von den Vorwürfen Jacobis zeigte sich Friederich gegenüber den PNN überrascht.  Es gelte aber für ihn der Grundsatz, dass aus laufenden Personalangelegenheiten nicht berichtet werden. Die CDU komme aber allen ihren Rechten und Pflichten nach, betonte er.

Götz Friederich
Götz FriederichFoto: Henri Kramer

Lüdcke hatte als Grund für ihren Rücktritt angegeben, man müsse sich auch in der „politischen Arbeit für sich klare Grenzen bezüglich des menschlichen Umgangs setzen und notfalls diese Grenze auch mit einem so entscheidenden Schritt ziehen“. Nach PNN-Informationen waren sie und Jacobi zuletzt mehrfach aneinandergeraten.

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Lüdcke ist bereits die dritte Frau, die in diesem Jahr Ärger mit der Fraktion hatte. So war zwei Mitarbeiterinnen mit Billigung des Fraktionsvorstands gekündigt worden, beide zogen nach PNN-Informationen vor das Arbeitsgericht. In einem Fall musste die Fraktion nach einem Vergleich mehr als 4000 Euro zahlen. Der zweite Rechtsstreit ist noch nicht entschieden. Jacobi hatte die Fraktionsgeschäfte offiziell im Frühjahr übernommen.


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