• Prozess gegen mutmaßlichen Kindermörder in Potsdam: Silvio S. wird nichts sagen

Prozess gegen mutmaßlichen Kindermörder in Potsdam : Silvio S. wird nichts sagen

Der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter und auch Staatsanwalt Peter Petersen forderten den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. immer wieder auf, sich vor Gericht zu äußern. Doch der Angeklagte wird offenbar weiter schweigen.

Der Prozess gegen Silvio S. geht in die entscheidende Phase.
Der Prozess gegen Silvio S. geht in die entscheidende Phase.Foto: R. Hirschberger/dpa

Potsdam - Alle Appelle nützen nichts: Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. wird beim Prozess am Potsdamer Landgericht voraussichtlich nicht aussagen. Sein Potsdamer Anwalt Mathias Noll bestätigte auf PNN-Anfrage, sein Mandant werde sich nicht einlassen und auch bis zum Prozessende nicht mehr mit Gerichtspsychiater Matthias Lammel sprechen.

Dabei hatte sich beim zurückliegenden Prozesstag am Dienstag der Druck auf S. weiter erhöht. Sowohl der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter als auch Staatsanwalt Peter Petersen hatten S. erneut aufgefordert, sich zu den ihm zur Last gelegten Verbrechen zu äußern. Auch Lammel, der ein psychiatrisch-forensisches Gutachten über S. erstellen soll, hatte angekündigt, noch einmal das Gespräch im Gefängnis zu suchen. Doch das kam laut Noll nicht zustande. Der Angeklagte hatte mit dem Sachverständigen bereits gesprochen – nur nicht über die Taten.

Am Dienstag könnten bereits die Plädoyers folgen

Am kommenden Montag soll Lammel, der S. in einer vorläufigen Expertise bereits für schuldfähig erklärt hat, vor Gericht sein psychologisches Gutachten vorstellen. Dann wäre die Beweisaufnahme geschlossen, falls nicht doch noch ein Beweisantrag der Verteidiger kommt. Am Dienstag könnten bereits die Plädoyers folgen. Mit einem Urteil wird am 26. Juli gerechnet, ihm droht eine lebenslange Haftstrafe und je nach Urteil des Gutachters auch eine Sicherungsverwahrung für gemeingefährliche Straftäter.

Der 33-Jährige soll die beiden Kinder Elias aus Potsdam und Mohamed aus Berlin im vergangenen Jahr entführt, missbraucht und getötet haben. Ihn belasten zahlreiche DNA-Spuren und Gutachten zu den obduzierten Kinder-Leichnamen. Dazu hatte er nach seiner Festnahme Ende Oktober 2015 ein Teilgeständnis abgelegt, berichtete nur umfangreich über die Taten an Mohamed. Seitdem schweigt er auf Anraten seiner Anwälte. Selbst weitere Opfer waren zuletzt von der Potsdamer Staatsanwaltschaft nicht ausgeschlossen worden.