• Proteste gegen Garnisonkirche in Potsdam: „Es war wie Krieg!“ Mitteschön erstattet Anzeige

Proteste gegen Garnisonkirche in Potsdam : „Es war wie Krieg!“ Mitteschön erstattet Anzeige

Auf die Proteste gegen den Gottesdienst zum Baustart der Garnisonkirche in Potsdam folgen weitere Strafanzeigen: Die Inititative "Mitteschön" hatte mit einem martialischem Vergleich für Aufsehen gesorgt.

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Wegen des Protests gegen den Gottesdienst zum Baustart der Garnisonkirche am vergangenen Sonntag gibt es offenbar weitere Strafanzeigen. Mehrere Personen, unter anderem Mitglieder der Initiative „Mitteschön“, hätten Strafanzeige gestellt, da man sie an der Ausübung ihres Glaubens gehindert habe. Dies teilte Mitteschön mit. Damit reagieren die Befürworter der Garnisonkirche auf den lautstarken Protest während des Festgottesdienstes, bei dem unter anderem Stinkbomben gezündet wurden.

Die Polizei konnte am Donnerstag noch nicht bestätigen, dass entsprechende Anzeigen gestellt wurden. Mit den drastischen Worten „Es war wie Krieg!“, kritisierte die Initiative auf ihrer Webseite die Störung des Gottesdienstes und die verbalen Attacken der Wiederaufbaugegner. Bereits am Sonntag hatten drei Protestierende einen Platzverweis erhalten. Eine Person bekam laut Polizei eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ermittelt wird auch wegen Sachbeschädigung aufgrund der Stinkbomben.

Martin-Niemöller-Stiftung fordert Reflektion über die historische Belastung der Garnisonkirche

Unterdessen hat die Martin-Niemöller-Stiftung, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche mehrfach kritisiert hatte, aufgerufen, über den „Bau und die Art seiner Ausführung noch einmal gründlich nachzudenken“. Die Stiftung begrüßte, dass der Turm nicht, wie ursprünglich geplant, zum 500. Reformationsjubiläum fertiggestellt wurde.

Dies gebe Gelegenheit zur Reflektion, insbesondere über die Aufarbeitung der historischen Belastung des Bauwerks. „Ein Neustart der inhaltlichen Arbeit mit breiter Beteiligung und vertieften Fragestellungen ist nötig. Die Martin-Niemöller-Stiftung ist gerne bereit, sich daran zu beteiligen.“