• Projekt "Wohnen gegen Hilfe": Bislang wenig Resonanz auf studentisches Mitwohn-Programm

Projekt "Wohnen gegen Hilfe" : Bislang wenig Resonanz auf studentisches Mitwohn-Programm

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ soll in Potsdam günstige Zimmer an Studenten vermitteln, im Gegenzug sollen die jungen Leute den Inhabern im Alltag helfen. Doch bisher ist die Resonanz noch gering.

Bezahlbares Wohnen für Studierende ist in Potsdam Mangelware (Symbolbild).
Bezahlbares Wohnen für Studierende ist in Potsdam Mangelware (Symbolbild).Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Potsdam - Eigentlich klingt es nach einer sinnvollen Idee: Studenten leben mit hilfsbedürftigen Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammen und unterstützen sie, müssen dafür aber weniger Miete zahlen. Dieses auch aus andere Kommunen bekannte Projekt "Wohnen für Hilfe" erfährt in Potsdam bisher nur eine geringe Resonanz. Am Dienstag erneuerte das Studentenwerk daher seinen Aufruf, dass man Potsdamer mit freiem Wohnraum sucht, die Studierende bei sich aufnehmen möchten.

Aktuell keine Angebote von Wohnraumgebern

Ende Januar war das Projekt gestartet, auch vor dem Hintergrund der seit Jahren steigenden Mieten in der Stadt. Potsdam ist die erste Kommune in Brandenburg, die dieses Projekt versucht umzusetzen. Doch bisher sind erst zwei solcher Modelle in der Stadt zustande gekommen, bestätigte Sprecherin Julia Sammler vom Studentenwerk den PNN auf Nachfrage - und eines davon muss noch unterschrieben werden. Einmal sei als Bedingung Hundesitting angegeben, einmal Unterstützung im Haushalt, Englisch lernen und gemeinsames Frühstücken. Weitere Anbieter für Wohnraum gebe es aktuell nicht. Auf der Sucher-Seite seien bisher rund 30 Studenten registriert, sagte die Sprecherin. Ein Grund für die bisher geringe Resonanz seien auch mangelnde Werbemöglichkeiten im Zuge der Corona-Pandemie. "Wir hatten uns zu Projektbeginn darauf gefreut, auf Stadtteilfesten und ähnlichen Veranstaltungen mit Potsdamern in Kontakt zu treten – leider mussten wir das Netzwerken dann aber auf den digitalen Raum beschränken", so Sammler. Sie betonte ferner: "Viele der registrierten Zimmersuchenden, die im Oktober oder November in das neue Semester starten, sind sozial engagiert und möchten sich nun auf eine ganz neue Form des Zusammenlebens einlassen." 

Ein längeres Bewerbungsverfahren

Das Auswahlverfahren läuft laut Studentenwerk so ab: Nach dem Einsenden eines Bewerbungsbogens und einem Telefonat werden die Studierenden auf Zimmersuche  registriert. Interessierte Wohnraumgeber besucht das Studentenwerk direkt zuhause. Nach einem Kennenlernen zwischen Studierenden und Zimmeranbietern fällt auf beiden Seiten die Entscheidung, ob eine Wohnpartnerschaft eingegangen wird. Weitere Informationen gibt es unter www.studentenwerk-potsdam.de/wohnen/wohnen-fuer-hilfe. Die Stadt Potsdam hatte zuletzt mit einer Wohnungstauschbörse eine ähnliche Idee gegen den Wohnungsmangel vorgestellt.

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