• Potsdams Jugendhilfeausschuss will mehr Geld für Kinder: Zusätzlich 800 000 Euro für Kitas gefordert

Potsdams Jugendhilfeausschuss will mehr Geld für Kinder : Zusätzlich 800 000 Euro für Kitas gefordert

Der Jugendhilfeausschuss will Extrageld im Haushalt - und zwar für Kitakinder mit besonderem Betreuungsbedarf. Doch woher das Geld kommen soll, das ist noch ungewiss.

Kinderbetreuung in Corona-Zeiten - für besondere Bedarfe in solchen Zeiten fordern Potsdamer Kita-Träger mehr Geld.
Kinderbetreuung in Corona-Zeiten - für besondere Bedarfe in solchen Zeiten fordern Potsdamer Kita-Träger mehr Geld.Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Potsdam - Der Jugendhilfeausschuss der Stadtverordneten hat für die Potsdamer Kitas 800 000 Euro mehr pro Jahr gefordert – trotz der angespannten Haushaltslage und der Vorgabe von Kämmerer Burkhard Exner (SPD), dass es keine zusätzlichen Ausgaben geben dürfe. Gleichwohl beschloss der Ausschuss jetzt bei einer Digitalsitzung, dass gerade für Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf jedes Jahr zusätzlich 800 000 Euro ausgegeben werden sollten – so soll sich die Stadtspitze in den laufenden Etatverhandlungen Gedanken machen, woher dieses Geld kommen kann. Auch die Stadtverordnetenversammlung müsste noch in Gänze zustimmen.

Arbeiterwohlfahrt: Eine Pflichtleistung der Stadt

Den Antrag in dem Ausschuss, in dem neben Stadtverordneten auch Vertreter von privaten Sozial- und Jugendträgern sitzen, hatte Sabine Frenkler gestellt, Chefin der Kinder-und Jugendhilfe-Tochterfirma der Arbeiterwohlfahrt. Es handele sich um eine pflichtige Leistung für Kinder, sagte sie – es dürfe also keine Debatte darüber geben, ob sich Potsdam das leisten kann. Exner hingegen machte deutlich, dass angesichts der absehbaren Millionen-Verluste in den kommenden Jahren, die Potsdam nur über seine Rücklagen ausgleichen kann, keine weiteren Zusatzkosten möglich seien. Sei eine solche Leistung gewünscht, müsse anderswo gespart werden. Laut Awo-Frau Frenkler bestehe der besondere Betreuungsbedarf in elf Kitas und sei in der Pandemie noch gewachsen. An diesen Standorten würden zum Teil mehr als 50 Prozent der Kinder aus Familien „in besonderen Lebenslagen“ betreut. Deshalb müssten Gruppengrößen verringert werden, um die notwendige Zuwendung zu gewährleisten – was eben extra Personalbedarf bedeutet, so Frenkler.

Zuletzt hatten Kitaträger in Potsdam auch zunehmende Personalengpässe beklagt und vor verkürzten Betreuungszeiten gewarnt. Das sei noch immer so, hieß es im Ausschuss. Lobend wurde aber erwähnt, dass die Stadt extra Impfstrecken für Kita-Erzieher ermögliche – damit diese sich boostern lassen können.

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