• Potsdams bunte Nachrichten 2019: Von Omas Küche und Sandmännchens Reisen

Potsdams bunte Nachrichten 2019 : Von Omas Küche und Sandmännchens Reisen

Prominente Geburtstagskinder, Filmsterne, königlicher Besuch und eine neue Adresse für Gourmets: Das waren die bunten Nachrichten des Jahres.

Starkoch Tim Raue.
Starkoch Tim Raue.Foto: Andreas Klaer

Haus am See. Jahrelang stand die Villa Kellermann am Heiligen See leer – für viele Potsdamer eine legendäre Adresse, verknüpft mit guten Erinnerungen. Seit September ist das Haus wieder geöffnet, als Restaurant. „Wie früher bei der Oma“ soll es schmecken, versprach Eigentümer Günther Jauch, der mit dem Berliner Star-Gastronom Tim Raue einen Partner fand. Der Gourmetführer „Gault & Millau“ kürte Jauch prompt zum „Gastgeber des Jahres“. Überregional Schlagzeilen machte die Villa noch einmal im Dezember, als im Garten ein Skelett gefunden wurde – mutmaßlich ein Rotarmist aus dem Zweiten Weltkrieg, wie Patronenhülsen nahelegten.


Sterneköche. In Potsdam leuchten seit diesem Jahr zwei Michelin-Sterne. Alexander Dressel vom Restaurant Friedrich Wilhelm im Hotel Bayrisches Haus konnte die Tester des Guide Michelin erneut überzeugen. Neu hinzu kam das Kochzimmer am Neuen Markt mit Chefkoch David Schubert und den Gastgebern Jörg und Claudia Frankenhäuser.


Abschied vom Zauberlehrling. Im März endete in der Caligarihalle im Filmpark die große Harry-Potter-Ausstellung: Auf bemerkenswerte 190.000 Besucher kam die Schau in sechs Monaten.


Prominente Geburtstagskinder. Der Potsdam-Mäzen Hasso Plattner feierte im Januar seinen 75. Geburtstag, Oscar-Preisträger und Regisseur Volker Schlöndorff wurde im März 80 Jahre alt, der Modeschöpfer Wolfgang Joop im November 75 Jahre. Joop erklärte in seinem Erinnerungsbuch „Die einzig mögliche Zeit“ seiner Heimatstadt Potsdam seine Liebe, im PNN-Interview mahnte er zu Nachhaltigkeit und warnte vor der AfD: „Wenn diese Primitivität über uns hereinfällt, dann gnade uns Gott.“

Hasso Plattner.
Hasso Plattner.Foto: Sebastian Gabsch

Royaler Besuch. Im Mai war das niederländische Königspaar Máxima und Willem-Alexander zu Gast. Sie besuchten das Studio Babelsberg, das Schloss Sanssouci und den Telegrafenberg, wo sie eine Forschungskooperation unterschrieben. Im Dezember weilte Fürst Albert II. von Monaco in der Stadt – im Hasso-Plattner-Institut beging er mit 150 Gästen bei einer Tagung das zehnte Jubiläum des Vereins der Freunde der seiner Stiftung. Thema: Mehr Klimaschutz wagen.

Das niederländische Königspaar in einer Kulisse des „Grand Budapest Hotel“ im Studio Babelsberg.
Das niederländische Königspaar in einer Kulisse des „Grand Budapest Hotel“ im Studio Babelsberg.Foto: dpa

Mit Gundermann auf Gewinnerkurs. Der Potsdamer Regisseur Andreas Dresen konnte im Mai mit seinem Drama „Gundermann“ über den gleichnamigen ostdeutschen Liedermacher und Braunkohlebaggerfahrer beim Deutschen Filmpreis sechs Lolas holen. Im Herbst wurde Dresen beim Festival „Berlin & Beyond“ in San Francisco für sein Lebenswerk geehrt.


Bewegte Zeiten in der Traumfabrik. Studio Babelsberg feierte im Mai beim Filmfestival in Cannes endlich Premiere für „A Hidden Life“ – der Antikriegsfilm von Terrence Malick war bereits 2016 gedreht worden. Und Hollywood war wieder in der Medienstadt aktiv: Gedreht wurde unter anderem für den Frauen-Action-Thriller „Gunpowder Milkshake“ mit Lena Headey („Game of Thrones“) und für den Thriller „Without Remorse“ mit Michael B. Jordan („Black Panther“), zudem für „Jim Knopf und die Wilde 13“ sowie die dritte Staffel der TV-Serie „Babylon Berlin“. Bei letzterer ist Babelsberg auch Tatort, es geht um einen Kriminalfall in den Studios 1929. Ins Fernsehen kommt die Serie 2020. Im Juni startete die Babelsberg-Produktion „Traumfabrik“, eine Liebesgeschichte in den Defa-Studios, im Kino – der Ideengeber und Produzent, Babelsberg-Partner Tom Zickler, starb im September überraschend nach kurzer Krankheit.


Mit Feuer an die Spitze. Marie Schumann von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Glienicke erkämpfte bei den Firefighter Games im Juni in Hamburg den Titel „Deutschlands härteste Feuerwehrfrau“. Im Oktober konnte sie bei der WM im US-amerikanischen Montgomery noch eins draufsetzen: Sie kam unter die ersten zehn und schaffte es damit als erste deutsche Frau in den Eliteclub der besten Feuerwehrleute der Welt, den „Lion’s Den“.

Marie Schumann holte sich den Titel "Härteste Feuerwehrfrau Deutschlands"
Marie Schumann holte sich den Titel "Härteste Feuerwehrfrau Deutschlands"Foto: Andreas Klaer

Heiße Party. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad feierten im Juni rund 34.000 Gäste beim Stadtwerkefest. Auf der Bühne im Lustgarten standen unter anderem Adel Tawil und Christina Stürmer.


In die Knie gezwungen. Der zehnjährige Potsdamer Nachwuchsturner Elyas Nabi konnte im Juli in der ARD-Show „Klein gegen Groß“ Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier im Kniebeugeduell schlagen: Dabei galt es, in einer Minute so viele einbeinige Kniebeugen wie möglich zu absolvieren. Nabi schaffte 46 – ganze sieben mehr als Dahlmeier.

Elyas Nabi mit den Spezial-Kniebeugen.
Elyas Nabi mit den Spezial-Kniebeugen.Foto: NDR/Thorsten Jander

Die geflohene Klasse. Der Potsdamer Einstein-Schüler Julius Klingemann recherchierte eine bemerkenswerte Geschichte: Eine komplette Klasse seiner heutigen Schule floh 1950 nach West-Berlin. Mit seiner Arbeit wurde er einer von fünf Bundessiegern beim Geschichtswettbewerb der Körberstiftung, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete den 15-Jährigen dafür im November aus.


Beziehungsstatus: kompliziert. Der Potsdamer Schauspieler und Musiker Christian Näthe („Hasenscheisse“) besang seine Heimatstadt im Oktober mit einem bittersüßen Liebeslied, das sich in den sozialen Medien schnell verbreitete und viel Zustimmung erfuhr: „Kleines saubres Städtchen, du bist wunderschön/Aber bist du noch mein Mädchen. Ich weiß es nicht, mal sehn“, singt Näthe und macht damit sein Unbehagen mit der Entwicklung der geliebten Stadt deutlich. Auch die vom Potsdamer Medienmacher Peter Effenberg angestoßene Heimatdebatte darüber, wie sich Potsdam seit der Wende verändert hat, wurde weitergeführt: Beim PNN-Talk tauschte er sich mit TV-Moderator Günther Jauch und Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) aus.


Kurven mit Stil. Die zweifache Eiskunstlaufolympiasiegerin Katarina Witt hat im November ihr Fitnessstudio „Kurvenstar“ in der Schiffbauergasse eröffnet. Im PNN-Interview sprach sie auch über ihr Verhältnis zu Ostdeutschland und Fehler nach der Wende. Sie vermisse eine Auseinandersetzung zwischen Ost und West auf Augenhöhe: „Wir Ostdeutschen werden einfach wegignoriert.“ Im November ging Witt im Filmpark sogar wieder aufs Eis: Sie eröffnete die Saison der Eisbahn in der Caligarihalle.

Olympiasiegerin Katarina Witt eröffnete ein Fitnessstudio.
Olympiasiegerin Katarina Witt eröffnete ein Fitnessstudio.Foto: Andreas Klaer

Sandmann, lieber Sandmann. Den weißen Bart trägt er zwar schon immer – aber erst in diesem Jahr ist das Sandmännchen tatsächlich 60 Jahre alt geworden. Das Filmmuseum widmet der beliebten Hauptfigur des TV-Abendgrußes noch bis Ende 2020 die Ausstellung „Mit Sandmann auf Zeitreise“. Seit Eröffnung Mitte November bis in die Vorweihnachtswoche hatten die schon 9000 Besucher gesehen – ein überaus erfolgreicher Auftakt.

Das Filmmuseum widmet Sandmann zum 60. Geburtstag eine Schau.
Das Filmmuseum widmet Sandmann zum 60. Geburtstag eine Schau.Foto: Andreas Klaer