• Potsdamer Suppenküche und Tafel an einem Ort?: SPD-Fraktion will Sozialangebote bündeln

Potsdamer Suppenküche und Tafel an einem Ort? : SPD-Fraktion will Sozialangebote bündeln

Der Vorstoß wird auch mit der aktuellen Ausnahmesituation begründet. Derzeit befinden sich mehr als 2000 Flüchtlingen aus der Ukraine in der Stadt.

Die Potsdamer Tafel in der Drewitzer Straße.
Die Potsdamer Tafel in der Drewitzer Straße.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die SPD-Fraktion will dafür sorgen, dass die Suppenküche und die Potsdamer Tafel einen gemeinsamen Standort erhalten. Ein entsprechender Antrag, diese beiden Hilfseinrichtungen für Bedürftige an einem Ort zu bündeln, steht am Mittwoch auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Bis Anfang 2023 soll das Rathaus möglichst fündig werden und auch die Kosten benennen, heißt es in dem Antrag.

Begründet wird dieser Vorstoß auch mit der aktuellen Ausnahmesituation mit weit mehr als 2000 Flüchtlingen aus der Ukraine in der Stadt. Dadurch sei der jetzige Standort der Tafel-Hilfsorganisation in der Drewitzer Straße der hohen Nachfrage an mittlerweile sechs Tagen in der Woche nicht mehr gewachsen, so die SPD-Fraktion. „Gebäude und Außengelände sind maximal ausgereizt, reichen aber nicht aus, um 150 Ehrenamtliche unter akzeptablen Rahmenbedingungen arbeiten zu lassen“, heißt es in dem Antrag. Auch die Suppenküche komme immer stärker an ihre Belastungsgrenze.

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Der Vorstoß hat eine Vorgeschichte: Unter der früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Imke Eisenblätter – auch Chefin der Potsdamer Tafel – hatten die Sozialdemokraten die Idee eines Sozialzentrums mit diversen Hilfsangeboten an einem zentralen Standort verfolgt. Das hatte aber das Sozialdezernat im Rathaus – nach Beratungen in einer Arbeitsgruppe mit Wohlfahrtsverbänden – als anachronistisch abgelehnt. 

Imke Eisenblätter.
Imke Eisenblätter.Foto: Andreas Klaer

Noch kein passendes Areal gefunden

Stattdessen brauche es mehr dezentrale Hilfeangebote, hieß es in einer Mitteilung an die Stadtverordneten im Februar. Allerdings hatte das Dezernat darin eine Zusammenlegung der Tafel und der Suppenküche angeregt. Jedoch sei dafür noch kein Areal gefunden worden, so die Stadtverwaltung damals.

Darauf bezieht sich die SPD nun auch in dem neuen Antrag – und will Suche nach einem geeigneten Ort intensivieren. Das würde auch eine effizientere Nutzung der Lebensmittelspenden ermöglichen. Vieles davon könne gerettet werden, wenn es sofort von der Suppenküche verkocht werden könne. Ferner fordert die SPD in einem weiteren Antrag eine Sozialarbeiterstelle, die sich Tafel und Suppenküche teilen sollen – für die Beratung der Klienten vor Ort. 


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