• Potsdamer Stadtwerkefest: Open Air kostet dieses Jahr wohl erstmals Eintritt

Potsdamer Stadtwerkefest : Open Air kostet dieses Jahr wohl erstmals Eintritt

Potsdams kommunaler Unternehmensverband bereitet das beliebte Open Air vor – allerdings ist auch noch eine Absage möglich.

Das Stadtwerkefest - hier eine Aufnahme von 2015
Das Stadtwerkefest - hier eine Aufnahme von 2015Foto: A. Klaer

Potsdam - Nach zwei corona-bedingten Absagen in Folge soll in diesem Jahr wieder ein Stadtwerkefest gefeiert werden – erstmals aber mit Eintrittspreisen und nicht mehr kostenlos. Als Termin ist der 8. und 9. Juli vorgesehen. Das geht aus einer aktuellen EU-weiten Ausschreibung des kommunalen Stadtwerkeverbunds hervor, mit der ein Sicherheitsdienst für das Fest gefunden werden soll. Zugleich behält der Stadtkonzern sich angesichts des Kriegs in der Ukraine, der schnell steigenden Energiekosten und der Pandemielage eine Absage durchaus noch vor.

Konkret heißt es in der Ausschreibung, man rechne mit bis zu 40 000 Besuchern für das Wochenende. Wie bereits 2019 solle das Gelände umzäunt werden. Das sei auch notwendig, da „erstmals ein Ticketing für die Veranstaltung etabliert“ werde – also eine Eintrittspflicht und „zwei dafür geplante Abendkassen“. Das Konzept sehe aktuell eine Obergrenze von 30 000 verkauften Tickets am Tag vor. Es handele sich um das „größte jährlich wiederkehrende Open-Air-Fest in der brandenburgischen Landeshauptstadt“. Mit einer Mischung aus Rock, Pop und Klassik sei es „Garant für gute Unterhaltung der Potsdamer und ihrer Gäste“. Bis 23. März können sich interessierte Firmen nun melden.

Stadtwerke: Entscheidung noch nicht gefallen

Allerdings betonten die Stadtwerke auf PNN-Nachfrage am Montag, eine Entscheidung zur Durchführung des Stadtwerkefestes sei damit noch nicht gefallen. „Sie soll aber noch vor Ostern getroffen werden“, sagte Stadtwerke-Sprecher Stefan Schulz. Und: „ Aktuell können wir keine Auskunft zum Stand der Planungen geben, da nicht alle relevanten Informationen zur Realisierbarkeit vom Markt vorliegen.“ Gleichwohl müsse man zur Planung der Veranstaltung Aufträge ausschreiben. „Dazu gehört auch die mögliche Umsetzung eines Ticketings, ob es kommt oder nicht.“ Sobald eine Entscheidung gefallen ist, werde die Öffentlichkeit informiert, versprach Sprecher Schulz.

Stadtwerke-Chefin Sophia Eltrop
Stadtwerke-Chefin Sophia EltropFoto: Ottmar Winter

Das Stadtwerkefest gehört zu Potsdams beliebtesten Open Airs – unter den früheren Stadtwerke-Spitzen waren im Lustgarten Weltstars wie Joe Cocker oder ZZ Top kostenlos aufgetreten. Es hatte aber stets auch Debatten über Sinn und Angemessenheit dieses Vorgehens gegeben. Mitte 2019 hatte dann die heutige Stadtwerke-Chefin Sophia Eltrop den PNN bereits erklärt, man werde mit der Stadt Potsdam auch über eine mögliche „Kostenbeteiligung der Besucher“ reden – also über Eintrittspreise. Eigene Kunden wolle man davon aber ausnehmen. 2020 und 2021 war das Festival dann wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

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In der Vergangenheit hatten insbesondere die Linken im Stadtparlament stets auf die möglichst kostenfreie Festvariante gepocht – während zum Beispiel die Potsdamer FDP Sinn und Angemessenheit der Veranstaltung anzweifelte. Auch in den zuständigen Aufsichtsgremien der Stadtwerke, besetzt unter anderem mit Kommunalpolitikern, soll es nach PNN-Informationen noch keine finale Entscheidung zu einem Eintrittsmodell und auch zu den möglichen Preisen geben. 

Auch insofern hielten sich die Stadtwerke auf PNN-Nachfrage zu möglichen Eintrittspreishöhen für dieses Jahr bedeckt. Zur Frage, ob Rabatte für Stadtwerke-Kunden geplant seien, machte das Unternehmen noch keine Angaben. Auch zum Festprogramm und möglichen Bands gab es keine Auskunft.

Sängerin Christina Stürmer beim Stadtwerkefest 2019 - danach wurde das Open Air zweimal wegen Corona abgesagt. 
Sängerin Christina Stürmer beim Stadtwerkefest 2019 - danach wurde das Open Air zweimal wegen Corona abgesagt. Foto: Carlos Alberto Rodriguez

Unklarheit zu Folgen der steigenden Energiekosten

Zu den Stadtwerke gehören die Müllabfuhr Step, die Verkehrs- und Bäderbetriebe sowie die Energie und Wasser Potsdam (EWP) mit einem Gaskraftwerk im Potsdamer Süden – allesamt Betriebe, die von den gerade deutschlandweit steigenden Preisen für Sprit und Erdgas besonders betroffen sind. Wie stark sich das konkret auswirkt und womit Kunden künftig rechnen müssen, dazu können die Stadtwerke derzeit keine Angaben machen. Sprecher Schulz sagte lediglich: „Wir werden mit steigenden Energiekosten umgehen müssen.“ Man prüfe noch, welche Folgen das genau auf die Tochterunternehmen des Stadtwerke-Verbunds habe.

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