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Potsdamer Stadtverordnetenversammlung : Marie Schäffer legt Mandat nieder

Die grüne Stadtverordnete Marie Schäffer gibt ihr Amt auf, um sich auf ihr Landtagsmandat zu konzentrieren. Die Potsdamer Fraktion muss sich nun neu aufstellen. 

Marie Schäffer will sich auf ihr Landtagsmandat konzentrieren. 
Marie Schäffer will sich auf ihr Landtagsmandat konzentrieren. Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Marie Schäffer ist nicht länger Stadtverordnete in Potsdam: Die grüne Politikerin legt ihr Amt nieder. Das gab die Fraktion Dienstagfrüh bekannt. Die 29-Jährige hatte als erste grüne Kandidatin bei der Landtagswahl im Herbst 2019 ein Direktmandat gewonnen und saß seither sowohl im Landtag als auch im Potsdamer Stadtparlament. "Ich habe das nun etwa ein Jahr lang parallel gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich auf eines davon konzentrieren muss", sagte Schäffer den PNN auf Anfrage. "Der Landtag hat jetzt Vorrang, darauf möchte ich meine volle Kraft verwenden." 

Sie habe sehr ernsthaft versucht, ihre beiden Mandate auszufüllen, aber der Aufwand der Stadtverordnetenversammlung sei nun einmal sehr groß. Hat sie diesen unterschätzt? "Vorher weiß man nie genau, was einen erwartet. Aber irgendwann muss man auch so ehrlich sein, zu sagen, wenn es zu viel wird", so Schäffer. Gerade die Menge an Abendterminen, die mit beiden Funktionen verbunden seien, seien sich teils in die Quere gekommen. 

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Überraschende Entscheidung

Nach PNN-Informationen kam die Entscheidung für die Fraktion überraschend und recht kurzfristig. Auch sind nicht alle glücklich darüber, dass Schäffer als gewählte Stadtverordnete nun ihr Mandat nicht bis zum Ende der Amtszeit ausübt. Es sei den Wählern gegenüber unfair, die Marie Schäffer gewählt haben, denn diese könnten den Eindruck bekommen, das Amt sei nur ein Trittbrett für die höhere Politik gewesen, sagte ein grüner Stadtverordneter, der nicht namentlich zitiert werden möchte. Er wertet die Entscheidung als Wermutstropfen für die Fraktion, die Lücke werde nicht leicht zu schließen. 

Fraktionsvorsitzende Saskia Hüneke lobte gegenüber den PNN Schäffers Urteilsvermögen und ihr rechtlich orientiertes Denken. "Marie Schäffer war immer hoch engagiert", so Hüneke. Mit der Amtsniederlegung werde man nun umgehen müssen. 

Für die Nachfolge als grüne Stadtverordnete wird nun zunächst die Nachrückerin im Wahlkreis vier, Mechthild Rünger, angefragt. Sie hat zwei Wochen Zeit, zu reagieren. Unklar ist noch, wer Schäffers Nachfolge als stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung und als Vorsitzende im Ausschuss für Partizipation, Transparenz und Digitalisierung übernehmen soll. "Wir werden uns in der Fraktion neu aufstellen müssen", sagte der grüne Stadtverordnete Andreas Walter. 

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