• Potsdamer Stadtkanal: „Randstädtische Brache“ in der Innenstadt

Potsdamer Stadtkanal : „Randstädtische Brache“ in der Innenstadt

Ab Montag entwickeln Studenten Ideen zum Stadtkanal. Das historische Vorbild steht dabei aber nicht im Fokus.

So wie 1961 wird der Stadtkanal laut Aufgabenstellung wohl nicht mehr aussehen.
So wie 1961 wird der Stadtkanal laut Aufgabenstellung wohl nicht mehr aussehen.Foto: Potsdam Museum

Potsdam - Ökologischer, ansprechender und zeitgemäß: Mit dieser Zielsetzung startet in der kommenden Woche die studentische Ideenwerkstatt zur Wiederherstellung des Stadtkanals. In einem zehnwöchigen Prozess sollen 16 Studierende gemeinsam mit Experten Gestaltungsideen für den Bereich zwischen Platz der Einheit und Berliner Straße entwickeln.

Auftakt der Werkstatt von Stadt, Fachhochschule und kommunalem Sanierungsträger bildet am Montag (4.4.) ab 10 Uhr eine Veranstaltung mit Architekten, Künstlern und Landschaftsgestaltern im Potsdam Museum. Im Juni sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte die Wiedergewinnung des Kanals 2019 zum Herzensprojekt erklärt – der Ideenwettbewerb war aber coronabedingt verschoben worden.

Komplette Rekonstruktion "nicht absehbar"

Aus der Mitteilung zur Ideenwerkstatt wird deutlich, dass eine umfassender Wiederherstellung nach historischem Vorbild aktuell als nicht realistisch eingeschätzt wird. Diese denkmalgerechte Wiederherstellung sei zwar das „durch Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung“ abgesicherte Ziel, „eine komplette Rekonstruktion ist jedoch auf Jahre und Jahrzehnte vor allem mangels Finanzierungsmöglichkeiten nicht absehbar“, heißt es dort. Vielmehr sei „ausdrücklich die Interpretation und Weiterentwicklung des Motivs Stadtkanal gewünscht, auch als Alternative zu dessen denkmalgerechter Wiederherstellung“. Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos) erklärte zu seinen Erwartungen: „Mit der Auseinandersetzung durch eine junge Generation erhoffen wir uns frische Impulse für eine klimaangepasste Revitalisierung.“

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Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf dem Bereich vor der Ladenzeile östlich der Stadt- und Landesbibliothek. Die „dominierende Nutzung als Parkplatz“, so heißt es in der Aufgabenstellung, erscheine „der Lage des Ortes unangemessen“. Der Ort wirke wie eine „randstädtische Brache“ und sei zudem in einem „desolaten Zustand“. Die Studenten sollen nun überlegen, wie der Raum attraktiver gestaltet werden kann. Auch sollen die Wohngebiete beiderseits der Straße besser verbunden werden.

Welche Bedeutung der in der DDR-Zeit zugeschüttete und nach der Wende teilweise wieder freigelegte Kanal in seiner Ursprungsform spielen soll, bleibt offen formuliert: So soll dem Thema „Wasser in der Innenstadt“ eine besondere Bedeutung zukommen, allerdings, so die Ergänzung, ohne dass „das Kanalbett zwingend in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen beziehungsweise wieder zu öffnen ist“. 

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