• Potsdamer Schulen im Pandemie-Modus: Gesamte Sekundarstufe in Quarantäne

Potsdamer Schulen im Pandemie-Modus : Gesamte Sekundarstufe in Quarantäne

Alle Klassen 7 bis 10 am Filmgymnasium Babelsberg sind wegen eines Corona-Falls bei einer Lehrkraft in häuslicher Isolation. Auch in anderen Potsdamer Schulen ist die Unruhe wegen drohender Schließungen spürbar.

Lernen mit Maske und Abstand. Die Corona-Pandemie und die Regeln in den Schulen machen Lehrkräften wie auch Schülern zu schaffen.
Lernen mit Maske und Abstand. Die Corona-Pandemie und die Regeln in den Schulen machen Lehrkräften wie auch Schülern zu schaffen.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Erstmals sind in Potsdam nach einem Corona-Fall in einer Schule gleich mehrere Klassenstufen komplett unter Quarantäne gestellt worden. Die Stadt gab am Sonntag bekannt, dass sich eine Lehrkraft des Filmgymnasiums Babelsberg mit dem Virus infiziert hat. Das Potsdamer Gesundheitsamt entschied daraufhin, alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 in Quarantäne zu schicken. Wie viele Schüler und Lehrer betroffen sind, konnte die Stadtverwaltung am Sonntag nicht ermitteln. Wann die Abstriche der betroffenen Schüler erfolgen, konnte die Stadt auf PNN-Anfrage bislang auch nicht beantworten.

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Damit sind aktuell zwölf von 50 Potsdamer Schulen von Corona-Fällen betroffen, in Potsdam-Mittelmark sind es noch mehr. Nach PNN-Informationen hat das Gesundheitsamt am vergangenen Donnerstag mit den Schulleitungen der Potsdamer Bildungseinrichtungen das weitere Vorgehen besprochen. So soll es zunächst bei der aktuellen Praxis bleiben, Schüler und Lerngruppen erst in Quarantäne zu schicken, wenn es positiv getestete Personen gibt. Verdachtsfälle allein würden bisher nicht ausreichen, um Quarantäne anzuordnen. Amtsärztin Kristina Böhm soll bei dem Termin auch deutlich gemacht haben, dass allein die hohe Inzidenz in Potsdam bislang nicht ausschlaggebend für flächendeckende Schulschließungen ist. Hintergrund sei, so heiß es, dass es noch keine klaren Daten darüber gebe, ob und wie Schulen als Orte der Übertragung des Coronavirus gelten.

Schulen rechnen rechnen jederzeit mit Schließungen 

Doch die Unruhe unter Schülern und Lehrkräfte aufgrund der Pandemie-Situation in den Schulen ist spürbar. Das wurde nach PNN-Informationen auch in der Runde der Schulleitungen mit der Amtsärztin offenbar. Schulen und Klassen rechnen damit, jederzeit nach Hause geschickt zu werden, hieß es. In Bildungseinrichtungen werden bereits wieder Wochenpläne für mögliche Quarantäne-Situationen, Teilzeit-Unterricht oder Homeschooling aufgestellt, Videokonferenzen per Schul-Cloud getestet. Das brandenburgische Bildungsministerium hatte Ende vergangener Woche versichert, dass die Schulen mit Notfallplänen ausreichend gerüstet seien, wenn nach Infektionen auf Homeschooling umgeschaltet werden müsse.

Darüber hinaus gelten die brandenburgweiten Regelungen für Schulen: So müssen Schüler laut der Verordnung des Landes die Alltagsmaske in allen gemeinschaftlich genutzten Bereichen der Schulen wie Fluren und Essensräumen tragen. Für Schüler der Oberstufen in Gymnasien und der Oberstufenzentren gilt auch die Maskenpflicht im Unterricht. Mehrmals täglich, mindestens nach jeder Unterrichtsstunde, ist eine Stoß- oder Querlüftung der Räume vorgesehen.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).Foto: Soeren Stache/dpa

Außerdem hat sich Brandenburgs Bildungsminister Britta Ernst (SPD) am Freitag mit einem Brief an alle Eltern und Erziehungsberechtigte im Land gewandt. „Die pandemische Entwicklung des Infektionsgeschehens verlangt uns allen weiterhin ein hohes Maß an Einsicht in die Notwendigkeit der aktuellen Maßnahmen und an Disziplin ab“, so die SPD-Politikerin. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind. Eltern, Großeltern, Erziehungsberechtigte haben ihre Kinder und Enkel nach Kräften unterstützt; Schulleitungen und Lehrkräfte haben Großartiges geleistet, schulische Bildung zu gewährleisten.“ Um die Schulen auch weiterhin offen zu halten seien die verschärften Vorsichtsmaßnahmen wichtig, erklärte Ernst.

Seit dem Start des Schuljahres im August mussten demnach 14 Schulen im Land Brandenburg zeitweise ganz geschlossen werden. Diese Schließungen seien mittlerweile teilweise aufgehoben, heißt es. Aktuell sind den Angaben zufolge vier Schulen geschlossen. 110 Klassen oder Lerngruppen in Brandenburg sind, Stand Freitag, unter Quarantäne und im Fernunterricht. (mit dpa)

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