• Potsdamer Luxusherberge: Tage des Hotels Bayrisches Haus wohl gezählt

Potsdamer Luxusherberge : Tage des Hotels Bayrisches Haus wohl gezählt

Das Hotel soll zu einer Privatklinik umgebaut werden. Doch noch hat das Bauamt den Antrag auf Nutzungsänderung nicht genehmigt.

Das Luxushotel Bayrisches Haus soll in eine Klinik umgewandelt werden.
Das Luxushotel Bayrisches Haus soll in eine Klinik umgewandelt werden.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Noch ist das Romantikhotel Bayrisches Haus jeweils von Mittwoch bis Sonntag geöffnet – aber schon in den nächsten beiden Wochen wird vermutlich die Entscheidung über das endgültige Aus für die Luxusherberge und das weit über die Stadt hinaus bekannte Sterne-Restaurant „Kabinett F.W.“ am Wildpark fallen. Das bestätigte Thomas Dürbeck, Testamentsvollstrecker und Sprecher der im hessischen Frankfurt residierenden Eigentümerfamilie, den PNN auf Anfrage.

Dürbeck ließ keinen Zweifel daran, dass das Hotel zu einer Privatklinik umgebaut wird, sobald das Potsdamer Bauamt den Antrag auf Nutzungsänderung in eine Klinik für psychosomatische Erkrankungen genehmigt hat. Für die Bauexperten der Stadt handelt es nach Angaben der Pressestelle um ein „aufwendiges Verfahren“, weil die Gebäude in der Brandenburgischen Krankenhaus- und Pflegeheim-Bauverordnung als Sonderbau eingestuft werden. An dem neuen Klinik-Standort will die hessische Oberberg Klinikgruppe bis zu 70 vollstationäre Betten und bis zu 20 Plätze in einer Tagesklinik anbieten.

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Noch keine Kündigungen ausgesprochen

Dass die von Chefkoch Alexander Dressel etablierte und mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Gourmetküche keine Zukunft hat, scheint klar. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dort ein für das Publikum offenes Top-Restaurant betreibt, wenn nebenan Burnout-Patenten und Alkoholkranke behandelt werden“, sagt Dürbeck. Das Haus habe während der Corona-Zeit einen Umsatzverlust von rund einer halben Million Euro verkraften müssen. Bisher habe es aber noch für keinen der 25 Mitarbeiter eine Kündigung gegeben. Mit dem Verkauf des Ensembles könnten die Erben mit bis zu zehn Millionen Euro rechnen, sagte Dürbeck den PNN im vergangenen November.

Sternekoch Alexander Dressel.
Sternekoch Alexander Dressel.Foto: Andreas Klaer

Dürbecks 2016 verstorbener Vater Karl hatte das Areal 2001 erworben, seine Lebensgefährtin Gertrud Schmack war lange Zeit Geschäftsführerin. Als bekannt wurde, dass die Eigentümerfamilie die Möglichkeit einer Umwidmung von der Stadt prüfen ließ, war die Unruhe unter den Mitarbeitern groß. Nicht einmal Sterne-Koch Dressel wusste davon. Er lehnte eine Stellungnahme erneut ab. 


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