• Potsdamer Dauerprojekt verschiebt sich: Kita-Navigator verzögert sich weiter

Potsdamer Dauerprojekt verschiebt sich : Kita-Navigator verzögert sich weiter

Ein seit Jahren von Potsdamer Eltern geforderter Kita-Navigator wird noch länger auf sich warten lassen. Erst nächstes Jahr kann die Ausschreibung starten

Der Kita-Navigator - so wie hier in Berlin könnte er aussehen
Der Kita-Navigator - so wie hier in Berlin könnte er aussehenFoto: Kitty Kleist-Heinrich

Potsdam - Eine übersichtliche Plattform, mit der freie Kita-Plätze transparent gemacht und Mehrfachanmeldungen und lange Wartelisten vermieden werden sollen: Darauf warten Potsdamer Eltern schon seit Jahren. Eigentlich hatte das Vergabeverfahren für den Kita-Navigator schon im Dezember abgeschlossen sein sollen, so der Plan vor einem Jahr. Tatsächlich hat noch nicht einmal die Ausschreibung begonnen: Die werde erst 2021 erfolgen, sagte Potsdams Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss. „Wir wollen im ersten Quartal zusammen mit Trägern, Kitaleitungen und Eltern abstimmen, welche Anforderungen der Kita-Navigator haben soll und in die Vergabe einsteigen.“

Eine Markterkundung gab es schon

Bislang wurde von Seiten der Stadtverwaltung lediglich eine Markterkundung durchgeführt, so Aubel: Dabei wurden bekannte Anbieter für ähnliche Kita-Portale angeschrieben, um herauszufinden, ob diese die gewünschten Funktionalitäten für Potsdam programmieren könnten. Ergebnis: Zwei Anbieter gibt es, die entweder einen schon bestehenden Kita-Navigator für Potsdam anpassen oder selbst entwickeln könnten.

Abgesehen davon gibt es auch schon eine Art Prototyp, also ein Konzept für den Kita-Navigator, das von Studierenden der Hasso Plattner School of Design Thinking auf Anregung der Stadtverwaltung erstellt wurde. Dazu wurden auch Potsdamer Eltern und Kita-Leitungen über Wünsche für die Plattform interviewt. Wie und ob das Konzept als Grundlage für einen Kita-Navigator genutzt wird, ist aber noch unklar. Denkbar sei, dass die Studierenden ein Startup gründen, um an der Ausschreibung teilzunehmen, so Stefanie Schwerdtfeger, Sprecherin der HPI School of Design Thinking.

Schon seit mehr als zehn Jahren wird an dem Projekt gearbeitet

Die Einführung eines Kita-Navigators verschiebt sich seit mindestens zehn Jahren: Schon 2009 kündigte die Stadt an, ein Internet-Modellprojekt zu starten, um die Wahl des Kitaplatzes zu vereinfachen. 2013 wurde ein Online-Tool zur Kita-Suche an den Start gebracht, das aber dringend einer Überarbeitung bedarf. 2018 wurde angekündigt, dass der neue Kita-Navigator 2019 starten sollte; schon damals hieß es, dass das Projekt kurz vor einer Ausschreibung stehe. An diesem Zustand hat sich offenkundig bislang nichts geändert.

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