• Potsdamer Bürgerinitiative in Sorge: Streit um Sportplatzplan am Volkspark

Potsdamer Bürgerinitiative in Sorge : Streit um Sportplatzplan am Volkspark

Seit Jahren wird in Potsdam um die Schaffung neuer Sportstätten gerungen. Eine Bürgerinitiative fürchtet nun, dass die Stadtverwaltung im Volkspark vorschnell Fakten schafft.

Die Errichtung von Sportanlagen ist in Potsdam häufig Anlass für langwierige Diskussionen.
Die Errichtung von Sportanlagen ist in Potsdam häufig Anlass für langwierige Diskussionen.Foto: Manfred Thomas Tsp

Potsdam - Die Bürgerinitiative „Remisenpark erhalten“, die eine weitere Verkleinerung des Volksparks zugunsten einer neuen Sportanlage ablehnt, wirft der Stadtverwaltung das vorzeitige Schaffen von Fakten vor. Konkret geht es um die Festlegung der Prioritäten, welche Bebauungspläne zuerst bearbeitet werden sollen und welche nicht – dem sollen die Stadtverordneten am heutigen Donnerstag zustimmen.

Aus Sicht der Initiative soll damit nun kurzfristig die Erarbeitung der nötigen B-Plan-Änderung für den Sportplatz am sogenannten Remisenpark im Norden des Volksparks als höhere Priorität eingestuft werden. „Dabei hat die Stadtverwaltung zugesagt, keine Planungen ohne ein vorheriges ergebnisoffenes Werkstattverfahren voranzubringen, zudem ist diese Fläche aus naturschutzrechtlichen Gründen offensichtlich ungeeignet“, schreibt die Initiative in einem den PNN vorliegenden Brief an die Stadtverordneten. 

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Eine Rathaussprecherin sagte, die Priorisierung eines B-Plans in der Bauleitplanung sei keine Vorwegnahme für die inhaltliche Diskussion. Aber die Priorisierung stelle sicher, dass bei einem eventuell möglichen Sportplatz, über den auch die Stadtverordneten entscheiden müssen, ein B-Plan zügig angegangen werden könnte.

Seit Jahren wird um neue Sportstätten gestritten

Schon mehr als 2000 Potsdamer hätten eine Petition gegen die Sportplatzpläne unterschrieben und auch Naturschutzverbände würden sie kritisieren, heißt es in dem Schreiben weiter. Gewarnt wird darin auch vor einem „sehr hohem Risiko“, dass das Vorhaben von Anwohnern erfolgreich gerichtlich gestoppt wird. Alternativ ließe sich etwa ein Sportplatz an der Kirschallee ausbauen – oder eine Fläche gegenüber des Campus Jungfernsee nutzen, die das Land aber bereits vor Jahren abgelehnt hat, weil diese ein Naturdenkmal ist.

Seit Jahren wird in Potsdam darüber gestritten, wo vor allem im Norden der Stadt neue Sportflächen entstehen können. Ein Standort am Lerchensteig war zuletzt aus Naturschutz- und Kostengründen verworfen worden, nun wird eine Alternative gesucht. Am Volkspark hatten zugleich Anwohner erfolgreich eine Beachvolleyballanlage gerichtlich beerdigen lassen – aus Lärmschutzgründen.


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