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Potsdamer AfD-Politiker : Hohlochs Schwiegervater in spe drohte mit Waffe

In Frankfurt am Main ist der Streit zwischen einem AfD-Helfer und einem Anwohner eskaliert. Auch der Potsdamer AfD-Politiker Dennis Hohloch war mittelbar involviert.

Unterstützen sich gegenseitig im Wahlkampf: Dennis Hohloch mit seiner Freundin Mary Khan in Potsdam.
Unterstützen sich gegenseitig im Wahlkampf: Dennis Hohloch mit seiner Freundin Mary Khan in Potsdam.Foto: Andreas Klaer/PNN

Frankfurt/Potsdam - Der einstige Potsdamer AfD-Oberbürgermeisterkandidat Dennis Hohloch ist im Zusammenhang mit einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung in Frankfurt am Main in Erscheinung getreten. Der Vater seiner Freundin, Zahid Khan, hatte dort AfD-Flyer verteilt und war mit einem Anwohner aneinandergeraten. Schließlich soll er diesen mit einer Pistole bedroht haben, die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und hat die Waffe sichergestellt. Dennis Hohloch kam erst nach dem Vorfall dazu. Zuerst hatte die linke Tageszeitung „Junge Welt“ über den Fall berichtet

Demnach war Khan im Frankfurter Stadtteil Seckbach unterwegs, um Flyer für seine Tochter Mary Khan zu verteilen. Die Freundin von Dennis Hohloch tritt als AfD-Direktkandidatin bei der Wahl am Sonntag antritt. Khan kam Ende der 1980er-Jahre als Flüchtling aus Pakistan nach Deutschland und tritt heute als Islam-Gegner auf. 

Khan habe eine Waffe herausgeholt und durchgeladen

Einer der Anwohner, Güven O., sprach Khan am Sonntag an und forderte ihn auf, keine Flyer mehr zu verteilen und zu gehen. „Ich habe ihm gesagt, dass wir so etwas nicht wollen und ihn gebeten, unsere Siedlung zu verlassen“, so O. gegenüber den PNN. Es habe sich ein Wortgefecht entwickelt, woraufhin Khan plötzlich eine Waffe herausgeholt und durchgeladen habe. „Er hat mich gefragt, ob ich bewaffnet bin. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte er mich sicherlich erschossen“, so Güven O.

 Als später die Polizei kam, um Anzeigen aufzunehmen, sei auch Hohloch dazugekommen, so O.. „Er hat auf die Polizisten eingeredet, wahrscheinlich wollte er, dass die Sache möglichst unter den Tisch gekehrt wird.“ Gekannt habe er Hohloch nicht, ihn aber anschließend als Potsdamer Oberbürgermeister-Kandidaten identifiziert.

Laut Hohloch darf Khan eine Waffe tragen

Hohloch selbst stellt die Sache anders da. Er sei ebenfalls in dem Viertel unterwegs gewesen, um für seine Freundin Flyer zu verteilen, so Hohloch gegenüber den PNN. Als er Nachschub holen wollte, habe er Khan mit Polizisten im Gespräch gesehen und sei dazugekommen. 

Ihm sei berichtet worden, dass Khan und seine Begleiterin - eine Tante von Mary Khan - beim Flyer verteilen von einem "arabischstämmig aussehenden Mann" angesprochen und unter anderem als "Nazidreck" beschimpft worden seien. Später habe er Khan in den Brustkorb geboxt, so dass dieser zu Boden ging. Als der junge Mann Khan erneut angreifen wollte, habe dieser die Waffe gezogen und auf die Füße des Anwohners gerichtet. Als dieser die Hände gehoben habe, habe er die Waffe wieder eingesteckt.

Khan sei eine gefährdete Person und habe daher das Recht, sich in einer Gefahrensituation mit der Waffe zu verteidigen. Er habe mehrmals im Jahr Trainings mit der Polizei und dem Staatsschutz absolviert, um solche Situationen zu üben. 
Die Frankfurter Polizei bestätigte den Vorfall am Sonntag. Es werden gegen beide Männer wegen „wechselseitiger Körperverletzung und Bedrohung“ ermittelt, sagte ein Sprecher den PNN. Die Waffe sei sichergestellt worden, da sie als mögliches Tatmittel in Frage käme. Auch ob das Führen der Waffe rechtmäßig ist, werde überprüft. 

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