Potsdam : Villa Kampffmeyer verkauft

Die Villa Kampffmeyer galt über Jahre als unverkäuflich, jetzt soll sie einen neuen Besitzer haben.

Jan Brunzlow
Am Tiefen See. Die Villa Kampffmeyer am Glienicker Horn.
Am Tiefen See. Die Villa Kampffmeyer am Glienicker Horn.Foto: Manfred Thomas

Ein deutscher Geschäftsmann wolle mit seiner Familie in das 900 Quadratmeter große Haus an der Glienicker Brücke einziehen, heißt es. Angeboten worden ist die Villa für einen Preis von 6,8 Millionen Euro – laut Bild zahlt der neue Eigentümer 4,5 Millionen Euro. Offiziell bestätigt worden ist der Verkauf seitens der Immobilienmakler nicht. Wie es heißt, sei noch nichts beurkundet.

Der seinerzeit bedeutendste Mühlenbesitzer in Brandenburg, Kurt Kampffmeyer, ließ die Villa 1924/25 auf dem ausgedehnten Parkgrundstück am Glienicker Horn gegenüber von Park und Schloss Babelsberg errichten. Das Haus ist in den letzten Jahren immer wieder mit Prominenten in Verbindung gebracht worden – ob aus Marketingzwecken oder aus tatsächlichem Interesse, blieb ungeklärt. So soll die Familie von Michael Jackson sich im Juli 2007 die Villa angeschaut haben, weil sie nach einem Haus für ihren berühmten Sohn Michael gesucht habe. Auch über Tom Cruise oder andere Filmstars ist berichtet worden, die sich angeblich während Dreharbeiten in Babelsberg und Berlin einmieten wollten. Die Meldung, Cruise habe einen Mietvertrag unterschrieben, wurde später dementiert. Fest steht einzig: Der letzte Bewohner war der arabische Militärattaché Achmed al Shaik im Jahr 2004. Und zuvor waren es das Promi-Pärchen Shawne Borer-Fielding und ihr Mann Thomas Borer, der Schweizer Botschafter.

Das Haus, in DDR-Zeiten Jugendklub und Unterkunft der Grenzsicherungseinheiten, haben die Investoren Groth & Graalfs (heute: Groth-Gruppe) Anfang der 1990er Jahre für rund 30 Millionen Mark erworben. Heutiger Besitzer ist die CommerzBank-Tochter Corecd, die auch die Gated-Community „Arkadia“ am Glienicker Horn entwickelte – und bis heute mit der Stadt im Streit über die Bebauung der letzten vier freien Grundstücke liegt. Denn die Bebauung im Welterbe hatte damals die Unesco auf den Plan gerufen und Potsdam einen Rüffel eingebracht. jab

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