Potsdam : Step hat neuen Chef

Im Zuge der Aufarbeitung der Stadtwerke-Affäre kommt ein neuer Geschäftsführer von Remondis zur Step.

Foto: Stadtwerke Potsdam

Potsdam - Eineinhalb Jahre nach der Stadtwerke-Affäre um Begünstigung und Vetternwirtschaft nähert sich die Umstrukturierung des kommunalen Unternehmensverbundes ihrem Ende. Das Tochterunternehmen Stadtentsorgung Potsdam (Step), in dem die Affäre im Mai 2016 ihren Anfang nahm, bekommt ab Januar mit Florian Freitag einen neuen Geschäftsführer. Der 36-Jährige soll das Unternehmen künftig gemeinsam mit Burkhardt Greiff leiten. Wie dieser kommt auch Freitag vom privaten Energieversorger Remondis, der 49 Prozent der Anteile an der Step hält.

Die Neubesetzung war nötig geworden, nachdem die beiden früheren Step-Chefs Holger Neumann und Enrico Munder das Unternehmen im Mai 2016 verlassen mussten. Beiden war vorgeworfen worden, eine frühere Step-Prokuristin an den Kontrollgremien vorbei massiv finanziell begünstigt zu haben. Munder hatte sich danach vor dem Arbeitsgericht gegen seine Entlassung gewehrt, beide Seiten schlossen schließlich einen außergerichtlichen Vergleich.

Bislang hatte neben Greiff Dirk Wolfgramm als Interimsgeschäftsführer fungiert, der zuvor als Bereichsleiter bei der ebenfalls kommunalen Bauholding Pro Potsdam gearbeitet hatte. Zum Jahreswechsel werde er nun auf seinen alten Posten zurückkehren, kündigte Interims- Stadtwerkechef Horst Müller-Zinsius am Donnerstag vor Journalisten an.

Die Einstellung seines Nachfolgers Florian Freitag habe der Hauptausschuss am Mittwochabend bereits abgesegnet, sagte Müller-Zinsius. Auch der Aufsichtsrat habe bereits grünes Licht gegeben. Freitag habe das Gremium mit seiner „Berufs- und Führungserfahrung, seinem jugendlichen Elan und seinem persönlichen Auftreten überzeugt“, hieß es. Der ausgebildete Speditionskaufmann studierte an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin mit dem Fokus Logistik und Supply Management und arbeitete ab 2010 für die Remondis GmbH. Zuletzt leitete er drei Jahre lang die Remondis-Niederlassung im niedersächsischen Gifhorn, laut Freitag eine der größten Dependancen des Unternehmens in Norddeutschland.

Den Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit in Potsdam sieht Freitag in der Bewältigung immer größerer Müllmengen angesichts des Bevölkerungswandels und im Kampf gegen den zunehmenden Fachkräftemangel. Auch wolle er die „Marke Step weiter voranbringen“, sagte Freitag.

Bis zum Sommer 2018 soll auch der neue Stadtwerke-Chef feststehen. Er gehe dann in den Ruhestand, erklärte Interimschef Müller-Zinsius.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!