• Potsdam: Starthilfe für Neu-Potsdamer

Potsdam : Starthilfe für Neu-Potsdamer

Mehr als 10 000 Menschen ziehen pro Jahr neu in die Stadt. Welche Angebote zum Ankommen es gibt.

Josephin Hartwig
Wo geht es lang? Ob Tourist oder Neu-Potsdamer – ein Stadtführer ist in beiden Fällen hilfreich. Aber auch die sozialen Netzwerke liefern Informationen und Kontakte.
Wo geht es lang? Ob Tourist oder Neu-Potsdamer – ein Stadtführer ist in beiden Fällen hilfreich. Aber auch die sozialen Netzwerke...Foto: Johanna Bergmann

Potsdam - 11 988 Menschen sind im vergangenen Jahr neu nach Potsdam gezogen. Doch kümmert sich die Landeshauptstadt, die schon seit 2009 jährlich mehr als 10 000 Zuzügler registriert, eigentlich gut um ihre Neuen? Was gibt es für „Starthilfen“ insbesondere für jene, die allein herziehen, sich schnell in der Stadt zurecht und Anschluss zu finden? Die PNN haben einige Angebote genauer angeschaut.

Die Anmeldung im Bürgeramt im Rathaus in der Friedrich-Ebert-Straße ist für viele Neu-Potsdamer sicher einer der ersten Schritte in der neuen Heimat. Dort bekommen sie, zusätzlich zum Sticker mit neuer Adresse auf dem Personalausweis, auch eine Begrüßungstüte überreicht. Darin finden sich viele Tipps und Tricks für die Anfangszeit – etwa wo man sein Auto ummelden oder den Sperrmüll anmelden muss, erklärt Madlen Köppen, im Rathaus zuständig für Marketing. „Der Behördenwegweiser ,Wer? Was? Wo?’, die Dienstleistungsübersicht für die Verwaltung, ein Gutscheinheft, die Abfallbroschüre und das Leitbild Potsdams sind außerdem in der Tüte enthalten“, sagt Köppen. „Potsdam bekennt sich zum Wachstum der Stadt und gestaltet dieses nachhaltig“, heißt es im neu aufgelegten Leitbild-Heftchen. In den vergangenen Jahren profitierte die Stadt von dem Zuzug. Seit 25 Jahren wächst die Potsdamer Bevölkerung, inzwischen werden die Prognosen fast jährlich sogar noch übertroffen.

Stammtisch für Neuankömmlinge

Auch je eine aktuelle Ausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten und der Märkischen Allgemeinen Zeitung stecken in der Tüte. Zudem lege die Verwaltung Veranstaltungshinweise oder Broschüren mit Terminen zu Stadtführungen dazu. Umfangreich informieren die Potsdamer Stadtwerke in ihrer Broschüre „Zu Hause in Potsdam“, im Internet gibt es sogar detaillierte Stadtteilkarten zum kostenfreien Download. Ganz real in der Begrüßungstüte steckt zudem eine Einladung zum Stammtisch für Neuankömmlinge, der vom Kulturstadt Potsdam e.V. organisiert wird.

Wer dieser folgt, lernt Fides Mahrla kennen. Die Vorstandsvorsitzende sorgt mit anderen ehrenamtlichen Mitgliedern regelmäßig dafür, dass sich die „Neuen“ einleben können. „Die meisten befinden sich in der mittleren Lebenshälfte und fangen in Potsdam noch einmal ganz neu an“, sagt Mahrla. Manchmal komme es zwar vor, dass auch jüngere Menschen an dem Treffen, das an jedem ersten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr stattfindet, teilnehmen, aber das sei nicht die Regel. Inzwischen kämen jedes Mal mindestens zehn Neu-Potsdamer zu den Treffen im Restaurant „Alter Stadtwächter“ in der Schopenhauerstraße 33.

Nach einer Begrüßungsrunde werden dort andere Vereine vorgestellt, um auch deren Nachwuchsarbeit zu unterstützen und den Zugezogenen ihren Interessen entsprechend Freizeitangebote zu präsentieren. Deswegen würden auch einige Neu-Potsdamer mehrmals kommen, sagt Fides Mahrla. Bei jedem Stammtisch werde ein anderer Verein vorgestellt. „Wer Kontakt sucht, kommt einfach vorbei“, ist die Devise des Vereins. Seit mehr als zehn Jahren funktioniert das schon. Dafür sorge auch zum Teil die Stadt. Der Verein wird zwar nicht finanziell unterstützt. Aber durch die Einladung in der offiziellen Begrüßungstüte werde das Angebot bekannt, so die Vereinschefin.

Auch Facebook ist ein Anlaufpunkt für neue Potsdamer

Die jungen Neu-Potsdamer knüpfen ihre ersten Kontakte und Freundschaften womöglich vor allem digital. Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es einige Gruppen, die zum Teil von ehemaligen Neuankömmlingen in der Stadt initiiert worden sind. Die Gruppe „Neu in Potsdam/Potsdam-Mittelmark-Mädelsgruppe“ soll den Kontakt mit anderen Zugezogenen erleichtern – Männer bleiben hier außen vor. Frauen dagegen können einfach eintreten und stellen sich dann meist kurz vor. Immer wieder posten einige der derzeit 376 Mitglieder Ideen für Ausflüge oder Einladungen, wie etwa zu einem gemeinsamen Kinobesuch.

Die Facebook-Gruppe „Neu in Potsdam“ richtet sich an Frauen und Männer. Dort werden gemeinsame Unternehmungen angeboten und Fragen gestellt: Wer will mit ins Kino kommen? Wer kennt eine gute Bar, wo man gemütlich sitzen kann? Aktuell 294 Mitglieder geben Antworten und finden neue Kontakte in der für sie neuen Stadt. Doch aufgenommen wird bei „Neu in Potsdam“ nicht automatisch jeder. Hat man einmal den „Beigetreten“-Button geklickt, kommt wenig später von Administratorin Verena die Frage, was man denn mit Potsdam zu tun habe, sofern es nicht im Facebook-Profil offensichtlich ist. „Wir wollen die Gruppe auf Neu-Potsdamer und jene, die es werden wollen, beschränken“, erklärt sie. Seit 2015 gibt es die Gruppe. Ähnliches bietet „PCT – Potsdam Come together“, ebenfalls eine Facebook-Gruppe für Neu-Potsdamer mit derzeit 274 Mitgliedern. Virtuell trifft sich dort, wer Lust auf kreativen Austausch hat – und neu in der Stadt ist.