• Potsdam: Pogida-Müller muss wieder vor Gericht

Potsdam : Pogida-Müller muss wieder vor Gericht

Wegen mehrerer Vergehen steht der einstige Pogida-Gründer Christian Müller im April wieder vor dem Potsdamer Amtsgericht. Er muss mit einer Haftstrafe rechnen.

Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter Christian Müller hatte 2016 in Potsdam mehrere rechte Pogida-Aufmärsche organisiert.
Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter Christian Müller hatte 2016 in Potsdam mehrere rechte Pogida-Aufmärsche organisiert.Foto: Andreas Klaer (Archiv)

Potsdam - Der rechte Pogida-Gründer Christian Müller muss sich wieder vor dem Potsdamer Amtsgericht verantworten – und erneut mit einer Haftstrafe rechnen. In seiner Prozessvorschau kündigte das Gericht das für den 17. April angesetzte Verfahren am Dienstag an.

Es geht unter anderem um Gewaltvorwürfe, wegen denen sich der 35-Jährige im Mai 2018, als er damals bereits wegen einer anderer Körperverletzung in Haft saß, schon einmal verantworten sollte – was aber wegen eines Formfehlers nicht klappte. So soll er wie berichtet am frühen Morgen des 21. April 2015 in betrunkenem Zustand einen Nachbarn tätlich angegriffen und eine Treppe heruntergeschubst haben. Zudem soll er versucht haben, seinen Kampfhund auf den Mann zu hetzen. In seiner Wut habe Müller zudem seine Lebensgefährtin geschlagen, so der Vorwurf.

Dazu stehen zwei weitere Vorwürfe im Raum: Am 19. November 2016 soll der Angeklagte eine weitere Frau grundlos geschlagen und getreten haben, als diese einen Streit zwischen dem Angeklagten und seiner Lebensgefährtin schlichten wollte, so die Auffassung der Ermittler. Und am 1. April 2017 soll der Angeklagte den Kontakt zu seinem Bewährungshelfer entgegen einer bestehenden Führungsaufsicht abgebrochen haben – wie berichtet hatte sich Müller in dieser Zeit ins spanische Fuerteventura abgesetzt, um nach einer weiteren Gewalttat einer Haftstrafe zu entgehen. Spanische Ermittler stellten ihn schließlich im Sommer 2017

Zuständig am Amtsgericht ist nun ein sogenanntes Schöffengericht – diese sind für Prozesse mit einer Straferwartung zwischen zwei bis vier Jahren verantwortlich.

Derzeit befindet sich Müller wie berichtet wieder auf freiem Fuß. Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter mit Drogen- und Alkoholproblemen hatte 2016 in Potsdam mehrere rechte Pogida-Aufmärsche organisiert.