• Potsdam Museum: Kaum ein Ausweg aus der Platznot

Potsdam Museum : Kaum ein Ausweg aus der Platznot

Das Rathaus hat aktuell kein Geld für die Erweiterung des Potsdam Museums. Die Linke setzt auf eine Ansiedlung im neuen Kreativquartier.

Das Potsdam Museum am Alten Markt.
Das Potsdam Museum am Alten Markt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Seit Jahren wünscht sich das Potsdam Museum mehr Platz für seine Ausstellungsstücke, von denen viele eingelagert sind. Doch Initiativen aus der Stadtpolitik, dieses Problem mit einem Anbau vor Ort oder neuen Räumlichkeiten im geplanten Kreativquartier hinter dem Neuen Markt zu lösen, scheitern zunächst wohl am fehlenden Geld. Das hat das Rathaus in neuen Mitteilungen an die Stadtverordneten deutlich gemacht.

Einmal hat die Stadt nun eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht, dass ein Erweiterungsbau hinter dem Museum am Alten Markt mindestens 13,7 Millionen Euro kosten würde – und so einem Bau auch noch „ein vitaler Baumbestand“ weichen müsste. Doch schon für die Finanzierung sieht das Kulturdezernat schwarz: Eine Berücksichtigung so einer Investition sei „auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Umsetzung im freiwilligen Bereich handelt, auf absehbar Zeit nicht abbildbar“. 

Potsdam drohen Millionendefizite 

Wie berichtet drohen Potsdam wegen der Steuereinbrüche im Zuge der Coronakrise und wegen Kürzungen der Landeszuschüsse in den nächsten Jahren erhebliche Millionendefizite in seinem Haushalt, neue Vorhaben mit großem Finanzbedarf hat die Stadtspitze deswegen faktisch ausgeschlossen.

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Als Alternative hatten gerade auch die Linken zusätzliche Räume für das Museum im neuen Kreativquartier am Turm der Garnisonkirche vorgeschlagen. Doch auch diese Anmietung würde kosten: Allein im ersten Jahr 510 000 Euro plus 212 000 Euro Nebenkosten für 1769 Quadratmeter, wie das Rathaus jetzt erklärte – also pro Monat rund 34 Euro Miete pro Quadratmeter. 

Dazu würden bei einer Anmietung auch einmalige Ausstattungskosten in Höhe von 790 000 Euro fällig, dazu käme eine Erhöhung der Personal- und Sachkosten von ungefähr 330 000 Euro pro Jahr. Dazu stellt das Kulturamt fest, für 2022 sei so eine Finanzierung nicht abbildbar. Für die Zeit danach müsste man das neu bewerten. 

„Es ist jedoch zu beachten, dass eine Kompensation zur Finanzierung im freiwilligen Bereich als nicht realistisch angesehen wird“, so das Dezernat – was so viel heißt, dass man so viel Geld kaum durch eine Umschichtung von Mitteln zusammenbringt. Allerdings könnte man das Angebot gegebenenfalls nachverhandeln, so die Behörde.

Linke: Projektentwickler warten auf Signal der Stadt

Darauf setzt nun der Linken-Stadtverordneten Sascha Krämer – hat für die Sitzung des Kommunalparlaments am 2. Juni beantragt, die Option einer Ansiedlung des Potsdam Museums im Kreativquartier „weiter voranzutreiben“. 

Sascha Krämer.
Sascha Krämer.Foto: Ottmar Winter

Denn: der Projektentwickler für das Kreativquartier, die Firma Glockenweiß, würde die Vermarktung der Flächen für das Potsdam Museum auch zurückstellen – nötig sei aber ein eindeutiges Zeichen der Stadtverordneten, dass die Ansiedlung des Museums im Kreativquartier noch gewollt sei, heißt es in dem Antrag der Linken. Das Quartier soll bekanntlich bis Ende 2023 fertiggestellt werden.


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