• Potsdam: Mehrere Drogendealer vor Gericht

Potsdam : Mehrere Drogendealer vor Gericht

Die Potsdamer Polizei kündigte verstärkt Kontrollen im Drogenmilieu an. Und das zeigt nun Wirkung.

Foto: Arne Dedert/dpa (Symbolbild)

Potsdam - An den Potsdamer Gerichten finden in diesem Monat ungewöhnlich viele Prozesse gegen mehrere mutmaßliche Drogendealer statt. Das geht aus den Presserollen von Amts- und Landgericht hervor. Schon am Dienstag muss sich ein 29 Jahre alter Potsdamer vor dem Amtsgericht verantworten, weil er zwischen Ende 2016 und Ende 2017 jede Woche ein Gramm Marihuana für zehn Euro an einen 17-Jährigen verkauft haben soll.

Nicht nur Cannabis

Ab Freitag stehen dann ein Mann und eine Frau vor dem Potsdamer Landgericht. Bei mehreren Durchsuchungen in der Wohnung der Potsdamerin sollen 2017 und auch im vergangenen Jahr unter anderem 84 Gramm Cannabis zum Verkauf sowie als Taschenlampen getarnte Elektroschocker gefunden worden sein. Der Mann soll zudem eine Marihuanaplantage mitbetrieben und Cannabis an bislang noch unbekannte Potsdamer verkauft haben, bei einer Festnahme wurden knapp 100 Gramm der Droge bei ihm gefunden. Ein weiterer Mittäter soll an dem Tag 780 Euro Bargeld bei sich gehabt und im Juli 2018 zudem eine Zeugin eingeschüchtert haben.

Am 16. Januar ist am Amtsgericht außerdem ein 31 Jahre alter Potsdamer vorgeladen, weil er 2015 und 2016 in 25 Fällen mit Drogen gehandelt haben soll. Am selben Tag muss sich ein russischstämmiger Potsdamer wegen des Herstellens von Betäubungsmitteln im Jahr 2016 verantworten. Bei ihm hatte die Polizei 800 Gramm Cannabis sichergestellt. Auch einem in Potsdam lebenden Griechen wird vorgeworfen, dass er 20 Gramm Cannabis von einem Feld an einen 17-Jährigen weitergegeben habe. Sein Prozess findet am 23. Januar statt. Am 30. Januar folgt der nächste: Ein 29-jähriger Russe aus Potsdam muss sich vor dem Amtsgericht verantworten, weil in seiner Wohnung 2016 rund 400 Gramm Cannabispflanzen gefunden wurden.

Mehr Kontrollen, mehr Delikte

Die Häufung der Fälle vor Gericht ist möglicherweise auch mit dem gestiegenen Verfolgungsdruck der Polizei in den vergangenen Jahren zu erklären. Im Bereich der Drogenkriminalität hatte die Polizeidirektion West in den vergangenen Jahren stets verstärkte Kontrollen angekündigt und in der Folge auch mehr Delikte vermelden können – allein 816 im Jahr 2017, neuere Zahlen liegen offiziell nicht vor.

Bei einzelnen Festnahmen ergaben sich nach PNN-Informationen auch weitere, vergleichsweise schnell zu erzielende Ermittlungserfolge, weil den Kriminalpolizisten über Handys und Adressbücher weitere Kontakte bekannt wurden. Den mutmaßlichenTätern drohen durchweg Haftstrafen, weil sie gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. Allerdings ist dieses strikte Verbot des Handels, Besitzes oder Anbaus von Drogen wie Cannabis oder Marihuana politisch nicht unumstritten – zumal der Konsum selbst nicht verboten ist. Allerdings gilt die Droge vor allem für das Gehirn als schädlich.