• Potsdam investiert: Millionen für Kitas, Schulen und Sport

Potsdam investiert : Millionen für Kitas, Schulen und Sport

Potsdam wächst. Deswegen wird in den nächsten Jahren kräftig investiert – in Kitas, Schulen und Sportstätten. Die PNN geben einen Überblick.

Die Voltaire-Gesamtschule in der Lindenstraße.
Die Voltaire-Gesamtschule in der Lindenstraße.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Kitas, Schulen, Sportstätten und Verwaltungsgebäude – von all dem braucht die wachsende Stadt mehr. Zuständig dafür ist der Kommunale Immobilienservice (Kis). Der hat dementsprechend viel zu tun. Am Freitag zog dessen Chef, Bernd Richter, sein Fazit für 2019 und gab einen Ausblick auf das nächste Jahr. Auch in den kommenden Jahren wird kräftig investiert. Die PNN geben einen Überblick.

Wieviel wird investiert?


Bis 2022 sieht der Investitionsplan insgesamt 182,2 Millionen Euro vor – über drei Jahre sind das im Durchschnitt also rund 60 Millionen Euro. Das ist etwas weniger als in diesem Jahr. Aber das war mit rund 69 Millionen auch ein absolutes Rekordjahr. „Wir investieren weiter auf hohem Niveau“, so Richter. Von dem Geld fließen 111 Millionen Euro in Schul- und Sportstätten und 17,5 Millionen Euro in den Kita- und Hortbereich. Das sind 70,5 Prozent der Gesamtinvestitionssumme. 

Was wird geplant?


Bevor gebaut werden kann, muss geplant werden. Damit hat der Kis im Jahr 2020 viel zu tun. So muss zum Bespiel geklärt werden, wie es mit dem Verwaltungscampus weitergeht. Das marode Haus 2 muss wie berichtet ersetzt werden. Ein Neubau an der selben Stelle würde für den wachsenden Bedarf allerdings nicht ausreichen. Ein zusätzlicher Standort wäre nötig. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte deshalb dafür plädiert, mit der gesamten Verwaltung an einen neuen Standort umzuziehen. Beide Varianten werden nun auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht. Ein Ergebnis werde frühestens im Sommer erwartet. 


Außerdem beginnen 2020 die Planungen für die neuen Schulstandorte an der Pappelallee und in Waldstadt-Süd. Für Letzteren muss noch das Grundstück vom Land erworben werden. Bei den Verhandlungen sei man gut vorangekommen, so Richter. Außerdem wird die Grundschule am Nuthewinkel, eine Turnhalle mit zwei Feldern und Mensa für die Voltaire-Gesamtschule und eine Erweiterung für die Lenné-Gesamtschule geplant. Für den Sportcampus am Schlaatz läuft ein Wettbewerb. Im April trifft sich das Preisgericht. 

Was wird 2020 gebaut?


Zu den wichtigsten Bauprojekten des Kis gehört der Campus am Stern. Dort soll bis Schuljahresbeginn 2020/21 der Fachraumtrakt im Altbau fertig saniert sein. Zu den Winterferien 2020 wird zudem die Grundschule am Jungfernsee fertig. „Bis auf wenige Abnahmen sind wir dort fertig“, so Richter. Eigentlich war das schon im Sommer vorgesehen. Doch der Zeitplan sei zu sportlich gewesen, die Übergabe der Turnhalle werde sich infolge eines Wasserschadens um zwei oder drei Wochen verschieben. Die Bauarbeiten an der Sporthalle in der Haeckelstraße werden hingegen Anfang 2020 abgeschlossen. 


Ab Ende Februar kann die Halle dann genutzt werden. An den Sportanlagen im Freien werde noch bis zum Juli 2020 gearbeitet. Im Februar soll auch die Kita Burgstraße übergeben werden. Am Standort der Kita Sausewind in der Lotte-Pulewka-Straße soll im Februar der Neubau für den Hort in Modulbauweise fertig sein. Zum Schuljahresbeginn 2020/21 soll die Turnhalle der Gesamtschule Am Schilfhof wieder nutzbar sein. Sie war um Oktober wegen Schimmelbefalls gesperrt worden.

Wie entwickelt sich das Personal?


Der Fachkräftemangel belastet auch den Kis schon seit Jahren. „Es ist nach wie vor schwer, geeignete Fachkräfte, insbesondere im ingenieurtechnischen Bereich, zu gewinnen“, sagte Richter. Für die Planung von Investitionen seien fünf Stellen unbesetzt. Er hoffe im neuen Jahr wenigstens eine oder zwei besetzen zu können. Immerhin konnte in diesem Jahr eine weitere Ingenieursstelle in der Haustechnik vergeben werden. Größere Abwanderungen habe man auch durch eine Zulage für Fachkräfte verhindern können, so Richter. Mittelfristig setze der Kis auch auf eigene Personalentwicklung. Im September haben drei Studenten der Fachhochschule Potsdam ein duales Studium zum Bauingenieur beim Kis angetreten. Eigentlich sollten es nur zwei sein, doch die Bewerbungen seien derart gut gewesen, dass man aufgestockt habe. 


Was wurde 2019 fertiggestellt?


2019 war ein Rekordjahr. Insgesamt 69,5 Millionen Euro investierte der Kis in die Infrastruktur. Davon ging der mit Abstand größte Teil wie in den vergangenen Jahren mit 53,5 Millionen Euro in die Schul- und Sportstätten, sowie 9,4 Millionen Euro in den Kita-Bereich. Schon im Januar 2019 wurde die sogenannte Motorsporthalle in Babelsberg feierlich eröffnet. Im Mai wurden die Arbeiten sowohl am Neubau des Schulzentrums Am Stern und dem letzten Bauabschnitt an der Schilfhofschule abgeschlossen. Außerdem wurde das neue Gerätehaus der Feuerwehr Marquardt übergeben. Der Neubau bietet 20 Kameraden und zwei Löschfahrzeugen Platz. Das Vorhaben hat 1,42 Millionen Euro gekostet. Die Turnhalle des Schulzentrums am Stern wurde dann im Sommer fertiggestellt. Zum Schuljahreswechsel 2019/20 wurde die Grundschule Bornim endlich an die Nutzer übergeben – allerdings auch mit einem Jahr Verzug. Zuvor hatten die Grundschüler in Containern unterrichtet werden müssen, die neben dem Bürgerhaus in Bornim aufgestellt waren. Im Sommer wurde auch die Kita Feldmäuse in Fahrland fertiggestellt. 

Was wird für den Klimaschutz getan?


Klimaschutz ist auch für den Kis ein Thema. Bei jedem Neubau werde geprüft, ob Solaranlagen auf dem Dach installiert werden können. Im nächsten sollen die Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern von heute knapp 10 000 auf 14 000 Quadratmetern ausgebaut werden. Außerdem laufe an den Potsdamer Schulen ein Energiesparprogramm.

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