• Potsdam HEUTE, Montag, 3. August 2020: Die Gastronomie feuert zurück, ein Krimi in Nedlitz und Hoffnung für alte Bahnstrecken

Potsdam HEUTE, Montag, 3. August 2020 : Die Gastronomie feuert zurück, ein Krimi in Nedlitz und Hoffnung für alte Bahnstrecken

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Der PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.
Der PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.Foto: Andreas Klaer

Guten Morgen,

die letzte Ferienwoche hat begonnen, Sie sind schon zu Hause, haben Zeit und wissen nicht, was Sie machen sollen? Nun, wie wäre es denn mit dem Besuch der Rembrandt-Ausstellung im Museum Barberini? "Rembrandts Orient - westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts" heißt die Schau, die in Kooperation mit dem Kunstmuseum Basel entstanden ist und seit dem 27. Juni in Potsdam gezeigt wird - auch heute von 10 bis 19 Uhr. So steht's jedenfalls im Veranstaltungskalender der Stadt Potsdam, wie hier nachzulesen ist. Halt, halt, halt - bevor Sie jetzt losrennen und vor verschlossenen Türen stehen: Stimmt nämlich nicht. 

Weil die Monet-Ausstellung wegen Corona verlängert wurde und ab September bereits Hasso Plattners Impressionisten gezeigt werden, wurde die Rembrandt-Ausstellung auf März verschoben. Das hat das Museum auch öffentlich mitgeteilt - wir übrigens auch. Aber vielleicht hat sich das nicht bis ins Rathaus herumgesprochen. Bevor jetzt in der Stadtverwaltung alle losnörgeln: Ja, Fehler können passieren. Man darf aber auch den Urheber darauf hinweisen, damit er sie beheben kann. Deswegen, liebe Newsletter-Leser, klicken Sie ruhig ab und zu heute mal auf den Link zum Veranstaltungskalender. Wenn der nämlich nicht mehr funktioniert, hat wieder alles seine Richtigkeit

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Worüber spricht Potsdam heute?

Ordnungsdezernentin Brigitte Meier (l.) am Freitag bei einer Restaurantkontrolle.
Ordnungsdezernentin Brigitte Meier (l.) am Freitag bei einer Restaurantkontrolle.Foto: Andreas Klaer

Nicht so schnell schießen! 
Au backe, da hat Potsdams SPD-Ordnungsbeigeordnete aber einen tüchtigen Bock geschossen - um mal in ihrer Bildsprache zu bleiben. Eigentlich wollte Brigitte Meier ja nur deutlich machen, dass renitente Gastronomen, die die Corona-Regeln missachten, ab sofort mit Strafen zu rechnen hätten. Jedoch hat sich die Dezernentin in ihrer Wortwahl etwas vergriffen - und bekam ihr verbales Feuer auf die Gastronomen von diesen prompt erwidert. So ging ein gutes und richtiges Ansinnen leider ein wenig nach hinten los, wie mein Kollege Carsten Holm in seinem Kommentar schreibt. Vielleicht hätte sich die Bayerin Meier eine alte regionale Weisheit vergegenwärtigen sollen: So schnell schießen die Preußen nicht!

Was muss ich für heute wissen?

Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU).
Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU).Foto: picture alliance/dpa

Das Corona-Update
Am Schlaatz atmet man auf: Bislang ist es in der Awo-Kita "Kinderland" bei drei Infizierten geblieben. Das teilte die Stadt am Sonntag mit. Die Tests von 105 Kindern und fünf Erziehern der Einrichtung sind nach Rathausangaben abgeschlossen, allerdings werden noch Personen im Umfeld der Infizierten untersucht. Nachdem bei einem Kind der Kita zu Beginn vergangener Woche das Coronavirus nachgewiesen worden war, hatte die Stadt umfassende Tests angeordnet. Dabei wurden zwei weitere Infektionen entdeckt - bei einem Kind und bei einem Erzieher. 153 Potsdamer befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne, auch dies ist eine Folge der Entwicklungen in der Kita. 668 Landeshauptstädter haben sich seit dem Beginn der Pandemie mit dem Virus angesteckt, 511 davon gelten als genesen. 

Brandenburgweit stieg die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende um insgesamt zehn. Potsdam meldete bis zum Samstag drei neue Fälle, der Kreis Märkisch-Oderland zwei. In den Kreisen Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming kam jeweils ein Infizierter hinzu, Potsdam-Mittelmark registrierte am Sonntag einen weiteren positiven Befund. Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie dort auf 574. Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog.

Mit Maske und auf Abstand
Und wir bleiben direkt beim Thema. Denn Brandenburg reagiert auf die überall in Deutschland wieder leicht steigenden Infektionszahlen und will die geltenden Corona-Regeln über den 16. August hinaus verlängern. Überraschen mag diese Ankündigung von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) daher kaum. Potsdamer und Brandenburger müssen sich also darauf einstellen, weiterhin Abstand zu halten und sich beim Betreten von Geschäften, Bussen und Bahnen Masken aufzusetzen. Hier geht es zu den Einzelheiten.

Versuchte Vergewaltigung am Griebnitzsee
Der Fall weckt mehr als ungute Erinnerungen. Erst vor ein paar Wochen hat die Polizei einen mutmaßlichen Serienvergewaltiger gefasst, der für mindestens acht Taten in Brandenburg und Berlin verantwortlich sein soll. Erwischt hatten ihn die Beamten, nachdem er in Potsdam in einem Waldstück eine Joggerin vergewaltigt hatte. Ganz in der Nähe, am S-Bahnhof-Griebnitzsee, hat es am frühen Samstagmorgen wieder einen Vergewaltigungsversuch gegeben. Ein Unbekannter fiel gegen 3.20 Uhr morgens über eine 22-Jährige her, die den Täter zum Glück abwehren konnte. Wie der Mann beschrieben wird und wo Sie anrufen können, wenn Sie Hinweise zur Aufklärung geben können, erfahren Sie hier.

Brandenburgs Justiz im Umbau
Von der Judikative in die Exekutive. Nur ein paar Monate lang war Susanne Hoffmann Brandenburgs Generalstaatsanwältin, dann wurde sie auf Vorschlag der CDU Justizministerin im Kenia-Kabinett. Die 60-Jährige kennt also die Probleme der hiesigen Justiz - Stichworte Überlastung und Personalmangel - aus allererster Hand. Und sie war angetreten, um diese Herausforderungen anzugehen. Im Interview spricht Hoffmann über erste Erfolge bei Neueinstellungen, über den Abbau von Altverfahren, die Digitalisierung der Justiz und ein neues Konzept für die Justizvollzugsanstalten.

Es fährt kein Zug
Viele Bahnstrecken wurden seit der Wiedervereinigung in Brandenburg stillgelegt. Reaktiviert wurden allerdings nur drei, die auf zusammen gerade mal 56 Kilometer Trasse kommen. Dabei gilt doch gerade die Schiene als umweltfreundliches Transportmittel, sowohl für Personen als auch für Güter. Demnach spräche doch einiges dafür, sich die alten Verbindungen mal anzusehen. Das gemeinnützige Verkehrsbündnis "Allianz pro Schiene" hat das getan und möchte ein gutes Dutzend Strecken in der Mark zurück ans Netz bringen. Welche das sind und wie dafür die Chancen stehen, hat Jörn Hasselmann hier für Sie zusammengefasst.

Was soll ich heute lesen?

Das Parkrestaurant Nedlitz ist eine Baustelle.
Das Parkrestaurant Nedlitz ist eine Baustelle.Foto: Ottmar Winter PNN

Drohnen über dem Parkrestaurant 
Der Vergleich mit einem Krimi wird ja immer mal gern strapaziert, aber hier trifft er zu. Die Protagonisten: ein Investorenpaar, das das Parkrestaurant Nedlitz sanieren lässt. Die Antagonisten: ein Denunziant mit einer Drohne, die Untere und die Obere Denkmalschutzbehörde. Und als besonderes Schmankerl ein streitbarer ehemaliger Stadtkonservator, der auf der Seite der Bauherren steht. Allerbeste Zutaten für einen handfesten Streit, wie er sich selbst im konflikterprobten Potsdam nicht alle Tage zuträgt. Müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn Sie jetzt nicht neugierig geworden sind. Carsten Holm hat den Fall unterhaltsam und spannend für Sie aufbereitet.

Welche Termine sind heute wichtig?

Schloss Reichenow sieht schon romantisch aus.
Schloss Reichenow sieht schon romantisch aus.Foto: Kai-Uwe Heinrich

"Brandenburg will dich!": Gut 12.000 Ausbildungsplätze gibt es derzeit in Brandenburg und fast 7000 davon sind noch unbesetzt - und das, obwohl das neue Ausbildungsjahr am Samstag offiziell begonnen hat. Beste Chancen also für noch Unentschlossene, sich beruflich zu orientieren. Heute um 13.30 Uhr besucht Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer (SPD) im Rahmen der Terminserie "Brandenburg will dich! Hier hat Ausbildung Zukunft" das Romantikhotel Schloss Reichenow im Landkreis Märkisch-Oderland.

Was könnte ich heute unternehmen?

Die Präparate im Naturkundemuseum wirken sehr lebensecht - wie dieser Grünspecht.
Die Präparate im Naturkundemuseum wirken sehr lebensecht - wie dieser Grünspecht.Foto: Sebastian Gabsch

Tiere betrachten
Am Museumsmontag geht es zum halben Eintritt ins Potsdamer Museum für Naturkunde. Was gibt es zu sehen? Alles, was hier in Brandenburg kreucht und fleucht, Vögel, Insekten, kleine und große Säugetiere, vom niedlichen Eichhörnchen bis zum Wolf. Der Vorteil: Hier rennt kein Tier weg und man sich alles ganz in Ruhe anschauen. Lebendig und sehr beeindruckend sind allerdings die Fische im Kaltwasseraquarium. Wer hätte gedacht, was für fette Biester, von Wels bis Hecht, in den Seen und Flüssen herumschwimmen?
In der Breiten Straße 13, geöffnet ist von 9 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen heute 2 Euro, Schüler und Kinder 1,50 Euro.

Schlagzeuger betrachten und hören
Das Kosmoskonzert #32 im Potsdamer Kreativhaus Rechenzentrum gestaltet der Jazz-Schlagzeuger Andi Haberl mit einem Solomusikprojekt. Bekannt ist er unter anderem von seinem Mitwirken in der Band The Notwist.
Open Air im Hof des Rechenzentrums, Dortustraße 46. Zur erforderlichen Anmeldung geht es hier. Einlass ist um 19 Uhr, Konzertbeginn um 20 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro.

Empfehlungen heute von Steffi Pyanoe.

Was kann ich heute Gutes tun?

Das Gemälde zeigt Potsdam um das Jahr 1860.
Das Gemälde zeigt Potsdam um das Jahr 1860.Foto: Potsdam Museum

Spenden für den barocken Potsdam-Blick
Da war das Panorama noch lieblich anzuschauen: Der Blick des Betrachters schweift über eine anmutige Havellandschaft mit Heilig-Geist-, Nikolai- und Garnisonkirche, frei von Hochhäusern und Plattenbauten, ganz so, wie es sich mancher Barockfetischist in Potsdam mehr oder weniger heimlich zurückwünscht. Das Bild, um das es geht, ist eine großformatige Stadtansicht von Potsdam, vermutlich von der Anhöhe aus gesehen, auf dem heute der Flatowturm steht. 

Geschaffen hat sie ein unbekannter Künstler um das Jahr 1860 herum nach einer Lithografie. Dem Förderverein des Potsdam Museums ist es gelungen, das 88 mal 110 Zentimeter große Ölgemälde anzukaufen. Allerdings ist es in einigermaßen beklagenswertem Zustand und muss dringend restauriert werden, bevor der Verein es dem Museum als Schenkung überlassen kann. 3000 Euro sind dafür laut Förderverein insgesamt nötig. Wenn Sie für den frischen Potsdam-Blick spenden mögen - hier finden Sie alle nötigen Informationen.

Wetter und Verkehr

Wetter
Angenehme Temperaturen erwarten uns zum Wochenstart: 24 Grad werden es heute, dazu gibt es einen Sonne-Wolken-Mix, mit Regen ist eher nicht zu rechnen. Nachts sinkt das Thermometer auf 15 Grad.

Verkehr
Die letzte Ferienwoche hat begonnen, und baustellenmäßig wird es noch einmal etwas haarig. Denn ab heute wird die Babelsberger Straße zwischen Kreisverkehr und Abfahrt zur Friedrich-List-Straße halbseitig gesperrt. Grund ist die Umbindung einer Fernwärmeleitung in dem Bereich, die Arbeiten sollen bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Der Verkehr wird über die Lotte-Pulewka-Straße umgeleitet. Ebenfalls halbseitig gesperrt wird ab heute die Straße An der Alten Zauche - und zwar bis Ende März 2021. Grund sind Kanalsanierungs- und Straßenbauarbeiten.

Betroffen sind davon auch die Buslinien 693 und N14. Die Haltestelle Magnus-Zeller-Platz in Fahrtrichtung Bahnhof Rehbrücke wird um 100 Meter verlegt. In Richtung Rathaus Babelsberg müssen die Busse der Linie 693 über die Drewitzer Straße, An der Alten Zauche, Heinrich-Mann-Allee, Horstweg und Großbeerenstraße umgeleitet werden, in Gegenrichtung verkehren sie planmäßig. Die Busse der Linie N14 fahren in Richtung Golm über die Heinrich-Mann-Allee, den Horstweg und die Großbeerenstraße, in Gegenrichtung gibt es keine Änderungen. Mehr Infos und die genauen Fahrpläne finden Sie hier

Noch eine halbseitige Sperrung gilt ab heute bis zum 30. September in der Steinstraße zwischen Hubertusdamm und Mendelssohn-Bartholdy-Straße, dort finden Bauarbeiten an Haltestellen und an der Straße statt. Gravierende Einschränkungen gibt es ab heute für einen Teil der Anwohner von Klein Glienicke, denn dort wird die Wannseestraße wegen Straßen- und Leitungsbauarbeiten bis Ende Mai 2021 voll gesperrt. Je nachdem, wo man in der Exklave wohnt, muss man entweder in Richtung Berlin den Umweg über die Parkbrücke nehmen oder den Umweg über Berlin, um nach Potsdam zu kommen. Wer Fragen dazu hat, kann sich per E-Mail an die Verkehrsverwaltung der Stadt wenden.

Person des Tages

Henry Maske

Ex-Boxweltmeister Henry Maske.
Ex-Boxweltmeister Henry Maske.Foto: dpa

In seiner aktiven Zeit erlebte die Polularität des Boxsports in Deutschland ihre höchste Blüte. Wie gebannt saß die Nation vor den Bildschirmen, als Henry Maske in den 1990er-Jahren ein ums andere Mal seinen IBF-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht verteidigte - mitunter schauten 18 Millionen Menschen zu. Anlässlich des 30. Bestehens des Landes Brandenburg in diesem Jahr hat sich der gebürtige Treuenbrietzener in einem Interview mit der "Märkischen Oderzeitung" einmal mehr als Gentleman erwiesen. 

Der 56-Jährige, der inzwischen in Köln lebt, ist stolz auf seine Herkunft. "Damit beschreibt man ein Stück weit seinen Charakter: Lieber handeln als viel reden und immer bodenständig bleiben", sagte er und schob sogar noch ein Lob für Potsdam hinterher: "Die Brandenburger haben ein schönes Land, mit einer Hauptstadt, auf die sie stolz sein können." Ein kleines Jubiläum durfte Maske übrigens Mitte Juni feiern: Vor zehn Jahren erhielt er die höchste Auszeichnung des Landes, den Adlerorden.

Das war's für heute, ich verabschiede mich und wünsche Ihnen einen wundervollen Start in die neue Woche!

Ihr Peer Straube
PNN-Redakteur


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